Magere Maisernte besorgt Bauern im Altkreis Halle

Gerade auf Sandböden bringt der Mais ein Drittel weniger Ertrag. Das rächt sich im Frühjahr

Herbert Gontek,Marc Uthmann

Festfahren der Silagehaufen: Im Raum Halle, hier auf dem Hof Fischer, sind diese Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Auf den schwererem Böden stehen sie für die nächsten Tageund Wochen noch an. Foto: Herbert Gontek - © Herbert Gontek
Festfahren der Silagehaufen: Im Raum Halle, hier auf dem Hof Fischer, sind diese Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Auf den schwererem Böden stehen sie für die nächsten Tageund Wochen noch an. Foto: Herbert Gontek (© Herbert Gontek)

Halle. Die Silagemaisernte auf der Südseite des Teutoburger Waldes ist beendet. So früh wie noch nie. Zum vergangenen Wochenende zogen die letzten Landwirte die Folie über den frühen aber kleineren Haufen Silagemais. „Wir haben Ernteeinbußen von rund einem Drittel im Volumen", sagt Jürgen von Morsey. Sein Nachbar Hartmut Fischer wird am Wochenende noch einmal häckseln, er hat noch Schläge auf Lehmböden jenseits des Berges, die waren bisher noch nicht erntereif.

Burkhard Stüssel, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Halle-Amshausen, bestätigt die Erfahrungen seiner beiden Kollegen. „Auf unserer Seite des Teutos sind die Äcker fasst alle geräumt", schildert er seine Beobachtungen. Anders sei das in Werther und Borgholzhausen. Hier sei der Mais noch ein bis zwei Wochen von der Ernte entfernt. „Das ist ganz normal. Die schweren Böden sind kühler, der Mais wächst nicht so schnell. Aber in diesem Jahr wird er zumindest hier deutlich höhere Erträge bringen, weil die bessere Wasserführung auf dem Lehm den Wachstumsverlauf sehr positiv beeinflusst hat. Die Pflanzen hier haben ein deutlich größeres Gesamtvolumen und stärkere Kolben", erklärt der Vorsitzende.

Beim Versmolder Lohnunternehmer Schnur blieb der Häcksler in der vergangenen Woche im Depot. Ab Montag wird sich das Team dem Mais der lehmreichen Böden widmen. Zum Monatsende bestellen die Landwirte die ersten frei gewordenen Äcker schon mit Wintergetreide.

Auf den Sandböden hingegen habe man gut beobachten können, wo der Mais Wasser hatten oder nicht, erklärt Burkhard Stüssel. „Für die Milchbauern auf Sandboden war das trockene Jahr wieder äußerst schwierig." Mit Schnittroggen und Mais hätten die Kollegen versucht, die Ausfälle beim Gras zu kompensieren. „Ob es gelingt werden wir sehen. Auf Gras wurde verzichtet, weil es so trocken war, dass der Samen nicht keimte."

Landwirten drohen höhere Kosten

Der erneut extrem trockene Sommer deutet also darauf hin, dass der Mais die fast verzweifelt in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen wird. Zwar gilt die robuste Pflanze als Sonnenkind, doch bei extremer Hitze funktioniert die Befruchtung nicht mehr, es werden weniger Körner ausgebildet. Wo der Mais allerdings als Futterpflanze für Kühe und Rinder angebaut wurde, wird es für die Landwirte eng: Es droht Futterknappheit für die Tiere. Anders als Schweinehalter können Milchbauern nicht einfach Getreide zukaufen, das am Weltmarkt gehandelt wird. Im kommenden Frühjahr könnten all diese Entwicklungen voll durchschlagen – wenn den heimischen Landwirten das Futter für ihre Kühe ausgeht. Mal abgesehen davon, dass die Beschaffung schwierig ist – teurer würde die Unterhaltung des Viehs dann allemal.

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