Immer weniger Flüchtlinge in Halle: Ein Viertel der Betten bleibt leer

Aus dem Bericht zur Flüchtlingssituation in Halle wird sichtbar, dass die Zahl der Zuweisungen in den vergangenen vier Jahren deutlich zurückgegangen ist

Uwe Pollmeier

Immer weniger Flüchtlinge kommen nach Halle. - © Pixabay
Immer weniger Flüchtlinge kommen nach Halle. (© Pixabay)

Halle. In der Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales am Mittwoch hat Hermann Bußmeyer, Leiter der Abteilung Soziales, Jugend und Senioren, einen Bericht zur aktuellen Flüchtlingssituation in Halle vorgestellt. Wie aus der Vorlage zum Ausschuss hervorgeht, leben derzeit 308 Menschen in Halle, deren Asylantrag anerkannt wurde. Hinzu kommen 352 ausländische Flüchtlinge in privaten Wohnungen.

Zuweisungen gehen seit 2016 zurück

In den städtischen Unterkünften, sowohl in den eigenen wie etwa am Gartnischer Weg oder auch in den angemieteten Immobilien, lebten Ende August 195 Menschen, darunter 65 Kinder. Unterm Strich sind somit derzeit 68 Plätze in den städtischen Unterkünften nicht belegt.

Bei der Unterbringung der Geflüchteten wird auf die persönliche und familiäre Situation sowie auf die ethnische und kulturelle Herkunft Rücksicht genommen. So wird darauf geachtet, dass Familien eher unter sich sind und nicht mit Einzelpersonen in einer Einrichtung leben. Dass derzeit einige Plätze in den Unterkünften frei sind, liegt insbesondere daran, dass die Zuweisungen durch das Land Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind. Kamen 2015 noch 388 Flüchtlinge nach Halle, so sind es in diesem Jahr bisher lediglich 53 gewesen. Die niedrigste Zahl der vergangenen sechs Jahre wurde 2017 mit 43 zugewiesenen Flüchtlingen erreicht. Aktuell rechnet die Stadt Halle für das laufende Jahr nicht mehr mit weiteren Zuweisungen.

Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien und der Türkei

Für das laufende und das vergangene Jahr hat Hermann Bußmeyer zudem eine Auflistung nach den Herkunftsländern erstellt. Demnach kamen in beiden Jahren die meisten Flüchtlinge aus Syrien (2018: 20, 2019: 17). Die zweitgrößte Gruppe kam 2018 mit 15 Personen aus der Türkei, im laufenden Jahr liegt der Irak in der Statistik mit bisher sechs Personen vorn.

Nicht alle zugewiesenen Personen haben eine Bleibeperspektive. Allerdings finden die Rückführungen der betroffenen Personen nicht immer zeitnah statt.

Die Gemeindeprüfungsanstalt hat im Auftrag des nordrhein-westfälischen Innenministeriums für das Jahr 2017 die tatsächlichen Unterbringungskosten für Flüchtlinge berechnet. In dem vorgelegten Bericht wurden die Nettoaufwendungen je Leistungsfall bei kreisangehörigen Kommunen auf 11.270 Euro pro Jahr beziffert. Dies entspricht etwa einer Summe von 900 Euro pro Monat.

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