40-Tonner brettern über Haller Wirtschaftsweg

Marc Uthmann

Schwere Lastwagen (Symbolbild) machen den Anwohnern der Sinnerstraße zu schaffen. - © CCO Pixabay
Schwere Lastwagen (Symbolbild) machen den Anwohnern der Sinnerstraße zu schaffen. (© CCO Pixabay)

Halle. Die ländliche Idylle im Grenzgebiet zwischen Halle und Harsewinkel ist nicht nur empfindlich gestört, mittlerweile fühlen sich die Menschen dort nicht mehr sicher. Denn auf der Sinnerstraße rollt die Blechlawine: Lkw, die auch andere Wege nehmen könnten, Verkehr von der Autobahn – alle Fahrzeuge geleitet von ihren Navigationssystemen.

Bisherige Bemühungen, die Lage auf dem Wirtschaftsweg zu entschärfen, sind gescheitert. Zudem sieht sich die Straßenverkehrsbehörde des Kreises nach Angaben der Stadt derzeit nicht in der Lage, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

"Schilder interessieren die Fahrer nicht"

„Wir haben Probleme mit Verkehr, der dort nicht hingehört", schilderte Heinz-Udo Lakemper von der Stadtverwaltung das Problem im Bau- und Verkehrsausschuss: „Die Leute fahren nach Navi, Schilder interessieren da nicht." Als Stadt könne man da nur baulich etwas tun, zum Beispiel die Straße sperren. Mildere Maßnahmen sind derweil im wahrsten Sinne des Wortes schon krachend gescheitert: Eigens aufgestellte Begrenzungspfähle wurden einfach umgefahren, die mühsam aufgearbeitete Bankette ist schon wieder zerstört.

Die Anwohner durften ihre Sorgen über 600 Fahrzeugen täglich in der Sitzung schildern. „Das ist zu mehr als 95 Prozent auswärtiger Verkehr", sagte Tina Gutjahr. Anders als der Kreis hoffe, werde sich das Problem nach dem A 33-Lückenschluss nicht in jedem Fall entschärfen: „Wenn in Harsewinkel das neue Gewerbegebiet kommt, wird es weiterhin Verkehr hier geben." Angesichts von zwei Schulbushaltestellen und dem Naturschutzgebiet »Barrelpäule« sagte sie: „Man muss Wirtschaftswege nicht mit 40-Tonnern befahren."

Auch Schwellen könnten eine Verbesserung bringen

Der hoffnungsvolle Blick geht nun von Halle nach Harsewinkel: Am 10. Oktober wird dort darüber entschieden, die angrenzende Straße »An der Egge« zu sperren. Das könnte die Situation auch für die Sinnerstraße entschärfen. Sollte es dazu nicht kommen und auch der A 33-Lückenschluss keine Erleichterung bringen, wird die Haller Politik weiter nach Lösungen suchen, darauf verständigte man sich einstimmig: Die Palette kann dabei von Maßnahmen wie Schwellen bis zur Sperrung reichen. Dass die Straße in Harsewinkel dichtgemacht werden könnte, begrüßte der Ausschuss ausdrücklich.

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