Katastrophenübung auf der A33

Zahlreiche Hilfskräfte aus weiten Teilen von Ostwestfalen üben am Samstagnachmittag den Ernstfall auf der Autobahn. Das Szenario gibt mehrere Auffahrunfälle und einen auslaufenden Gefahrguttransporter vor

Andreas Eickhoff

Katastrophenschutzübung auf der A 33 2019 - © Andreas Eickhoff
Katastrophenschutzübung auf der A 33 2019 (© Andreas Eickhoff)

Halle/Borgholzhausen. Übung macht den Meister – so weiß es der Volksmund. Und auch Christian Herden, Einsatzleiter bei der großen Katastrophenschutzübung am Samstag auf der A 33 zwischen Halle und Borgholzhausen, äußerte sich zum Abschluss in ganz ähnlicher Form: „Man merkt, dass es nicht die erste Übung in diesem Bereich ist“ und fügte zufrieden an, dass die Zahnräder gut ineinandergegriffen hätten. Man habe aus der Großübung vor drei Jahren am Gerry-Weber-Stadion die entsprechenden Rückschlüsse gezogen, Verbesserungen ausgearbeitet und Veränderungen vorgenommen, sagte der Leiter der ABC-Einheit.

Als Unfallszenario ging man davon aus, dass nach einem massiven Bremsmanöver eines Gefahrgut-Lastzuges mehrere Pkw nicht mehr rechtzeitig stoppen können und in die Unfallstelle fahren. Menschen werden eingeklemmt, das Gefahrgut tritt aus. Rund zwei dutzend Mimen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) spielen täuschend echt die Verletzten, schreien vor Schmerz oder einfach nur laut um Hilfe.

Großübung A33

Einteilung in vier Abschnitte

Nachdem der erste Rettungswagen eingetroffen ist und eine erste Rückmeldung über das Geschehene abgegeben hat, treffen quasi im Sekundentakt weitere Einsatzfahrzeuge an der fiktiven Unfallstelle ein. Anders als bei einem Realeinsatz hatten sich die Feuerwehrleute vor der Übung auf dem Stadion-Parkplatz getroffen und waren zum Einsatzort unmittelbar unter der Brücke der Holtfelder Straße in Hesseln gefahren. Dutzende Schaulustige haben sich bereits zum Übungsbeginn um 10 Uhr auf der Brücke versammelt, im Verlauf der Übung werden es immer mehr.

Katastrophenschutzübung auf der A 33 2019 - © Andreas Eickhoff
Katastrophenschutzübung auf der A 33 2019 (© Andreas Eickhoff)

Herden unterteilt den Einsatz in vier Abschnitte, die von sogenannten Abschnittsleitern geführt werden. Der erste Abschnitt »Gefahrenbereich« kümmert sich um die technische Rettung der Verunfallten aus dem Gefahrenbereich. Der zweite Abschnitt »Messen« kümmert sich nach Angaben Herdens um das Messen und Erkunden des Gefahrstoffes, aber auch um die Warnung der Bevölkerung.

Der dritte Abschnitt ist die »Dekontamination«, sowohl bezogen auf die Verletzten und Betroffenen als auch auf die Einsatzkräfte. Der vierte Abschnitt beinhaltet den rettungsdienstlichen Bereich mit Sichtung und Katalogisierung der Verletzten, Behandlung an der Unfallstelle und Transporte ins Krankenhaus.

Katastrophenschutzübung auf der A 33 2019 - © Andreas Eickhoff
Katastrophenschutzübung auf der A 33 2019 (© Andreas Eickhoff)

Das vermeintliche Krankenhaus wird im neuen Sportheim des SC Halle am Schulzentrum Masch eingerichtet. Dort können die Verletzten nach rund fünf Stunden ihr Kunstblut wieder abduschen und sich endlich auch mit einem warmen Mittagsessen stärken.

Löschzug Werther ist auch mit dabei

Neben den vier Löschzügen der Stadt Halle sowie dem ABC-Zug des Kreises Gütersloh, der sich aus einzelnen (Spezial-) Fahrzeugen verschiedener Löschzüge zusammensetzt, war auch der Löschzug Werther seitens der Feuerwehr in die Übung eingebunden.

Der Einsatzleitwagen koordinierte die an- und abfahrenden Fahrzeuge des Bereitstellungsplatzes, das Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug stand mit seiner neunköpfigen Besatzung für mögliche Realeinsätze zur Verfügung. Die Informations- und Kommunikationsgruppe des Kreises Gütersloh reiste aus St. Vit an, um die Kommunikation in und zwischen den einzelnen Einsatzabschnitten sicherzustellen.

Medizinisch waren die Leitende Notärztin des Kreises sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst in den Übungsablauf eingebunden, ebenso ein Behandlungsplatz der Hilfsorganisationen für bis zu 50 Personen (BHP-B 50). Die beiden Patienten-Transportzüge (PTZ10) aus Gütersloh und Herford sorgten schließlich für den Transport der Verletzten in die Krankenhäuser.

Das Technische Hilfswerk Halle baute mit seinen Helfern die Unfallstelle auf, sorgte für die Absicherung an den Zufahrten des gesperrten Autobahnabschnittes. Mit den Kollegen aus Bielefeld und Gütersloh wurde zusammen mit den anderen Hilfsorganisationen vom Deutschen Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe die Verpflegung der Übungsteilnehmer organisiert.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.