Beihilfe zum Ebay-Betrug fliegt auf

Das Schöffengericht hat einen 22-jährigen Mann aus Halle zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte seine Bankkarte für fiese Geschäfte verliehen. Doch die Masche war der Polizei bekannt.

Nils Middelhauve

Das Schöffengericht verurteilte den 22-jährigen Mann aus Halle. - © CCO Pixabay
Das Schöffengericht verurteilte den 22-jährigen Mann aus Halle. (© CCO Pixabay)

Halle/Bielefeld. Im Frühjahr des vergangenen Jahrs war Bilal B. (Name geändert) finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Da kam es ihm sehr gelegen, dass er 1.000 Euro für eine vergleichsweise leicht zu leistende Gefälligkeit erhalten sollte. Dass es dabei nicht mit legalen Dingen zugehen konnte, war dem 22-jährigen Mann aus Halle durchaus bewusst, dennoch ließ er sich auf den Deal ein. Mit bitterem Nachspiel: Das Bielefelder Schöffengericht verurteilte B. nun wegen Beihilfe zum Betrug sowie Vortäuschens einer Straftat zu einer Geldstrafe von 4.800 Euro.

Im Mai 2018 bezog Bilal B. Hartz IV. Darüber hinaus hatte er einen Mini-Job in einer Shisha-Bar. Dort wurde er von Gästen, die er allesamt nicht mit vollständigem Namen kennen will, angesprochen, ob er sich auf einfache Weise etwas Geld dazuverdienen wolle. Ihm wurde sodann erklärt, dass er den Auftraggebern lediglich seine Bankkarte sowie die dazugehörige PIN überlassen solle, dafür solle er rund 1.000 Euro erhalten. Auf Geheiß der fremden Männer hob B. das sich noch auf seinem Konto befindliche Geld ab und übergab die Karte nebst PIN. Und tatsächlich erhielt er im Gegenzug knapp 1.000 Euro in bar überreicht.

Mitarbeiter der Bank schöpften Verdacht

In der Folgezeit begingen die ihm zuvor fremden Männer 15 Betrugstaten über das Internetportal Ebay, indem sie dort tatsächlich nicht existierende Ware verkauften. Den Kaufpreis ließen sie sich jeweils auf das Konto von Bilal B. überweisen, die Beträge hoben sie zeitnah wieder ab. Insgesamt wurden 3.800 Euro überwiesen. Schließlich schöpften Mitarbeiter der Bank Verdacht: Für einen Hartz-IV-Empfänger waren in kurzer Zeit erstaunlich viele Geldeingänge und -entnahmen auf dem Konto zu verzeichnen gewesen. Kurzerhand zog die Bank die Karte ein.

Und nun tat Bilal B. das, was ihm von seinen Auftraggebern für einen solchen Fall geraten worden war: Er ging zur Polizei und meldete seine Karte als gestohlen. Somit sollte vermieden werden, dass aufgrund der auffälligen Kontobewegungen ein Verdacht auf ihn und somit seine Hintermänner fallen könnte. Bilal B. war Teil einer Masche geworden, die zu jener Zeit vor allem im Kreis Gütersloh beliebt war. Immer wieder, so ein Polizeibeamter, seien in den vergangenen zwei Jahren Karten als gestohlen gemeldet worden, während die dazugehörigen Konten offenbar für Betrugstaten genutzt worden waren.

Das Schöffengericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den nicht vorbestraften B., der sich mittlerweile in einem regulären Arbeitsverhältnis befindet, zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 40 Euro.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.