Storck-Expansion: Wirtschaftsförderer lobt Weitsicht des Konzerns

Arbeitsplätze, Verantwortung, Know-how - Albrecht Pförtner erläutert, warum er die Erweiterung des Haller Süßwarenriesen für so bedeutend hält.

Nicole Donath

Chancen nutzen: Albrecht Pförtner: - © Mario Wallenfang Fotografie
Chancen nutzen: Albrecht Pförtner: (© Mario Wallenfang Fotografie)

Halle. Bis zum 13. September liegen die Unterlagen der Bezirksregierung Detmold für eine Regionalplanänderung in Halle aus: Auf 358 Seiten wird erläutert, wie sich die August Storck KG die Vergrößerung des Konzerns um mittlerweile 18 Hektar vorstellt. Der Haupt- und Finanzausschuss befasst sich am Dienstag, 10. September, mit dem Vorhaben. Doch schon jetzt tauschen Umweltschützer und Wirtschaftsförderer Argumente für und gegen diese Erweiterung aus. Einer, der ein flammendes Plädoyer für den Konzern hält, ist Albrecht Pförtner, Geschäftsführer der proWirtschaft GmbH.

„Ich habe mir die wesentlichen Verfahrensunterlagen natürlich angeschaut. Es hat, zum Glück, im Haller Rat eine breite Mehrheit für die beantragte Änderung des Regionalplans gegeben. Damit sichert sich Storck auf viele, viele Jahre Erweiterungsoptionen in Halle. Bei der Dimension, die Storck erreicht hat, handelt das Unternehmen somit sehr frühzeitig und weitsichtig. Wenn die zukünftige Erweiterung in Halle nicht möglich wäre, würde die Geschäftsleitung – auch im Sinne der Mitarbeiter – geradezu fahrlässig handeln, wenn sie sich nicht nach Alternativen umschauen würde. Und diese lägen dann mit Sicherheit nicht in NRW oder dem nahen Niedersachsen", erklärt Pförtner.

Zur Bedeutung des Süßwarenkonzerns ergänzt Pförtner: „Storck zählt zu den Top 10 der beschäftigungsreichsten Unternehmen im Kreis Gütersloh. Mit seiner langjährigen Tradition und Verbundenheit zum Standort passt sich Storck hervorragend in die Struktur der inhabergeführten Unternehmen im Kreis ein. Ein Unternehmen wie Storck sichert neben den eigenen Arbeitsplätzen sehr viele weitere Arbeitsplätze in vor- und nachgelagerten Wirtschaftssektoren im Kreis Gütersloh und der Region. Das wird leider häufig übersehen."

"Für mich ist diese Fragestellung eine absolute Luxusdiskussion"

Zu Zahl und Art der künftigen Arbeitsplätze bei Storck sagt Pförtner: „Für mich ist diese Fragestellung eine absolute Luxusdiskussion, bei der mir langsam die Hutschnur hochgeht. Jeder Arbeitsplatz, der in Halle, im Kreis oder auch Bielefeld neu entsteht oder gesichert wird, ist wichtig und richtig. Wir haben doch gerade in jüngster Zeit in Halle oder dem nahen Steinhagen gesehen, dass Unternehmen und Arbeitsplätze vom Markt verschwinden. Durch die zunehmende Digitalisierung wird diese Entwicklung eher noch zunehmen. Es gibt keine Garantie für auf ewig erfolgreiche Geschäftsmodelle. Die Storck KG hat über viele Jahrzehnte bewiesen, dass sie es kann. Wir führen eine versteckte Diskussion darüber, ob wir Storck hier weiter haben wollen. Sorry, da komme ich nicht mehr mit. Ich möchte deutlich mehr digitale Gründer, die im Büro sitzen und zunächst nur 30 Quadratmeter Fläche benötigen, ich möchte 3-D-Druck-Unternehmen, wir brauchen dringend mehr Menschen, die im Handwerk arbeiten wollen, ich möchte deutlich mehr E-Mobilitäts-Unternehmen im Kreis und ich möchte dass Storck sich hier prächtig entwickelt!"

Zur Frage, ob in Halle die Grenzen des Wachstums nach der Expansion von Storck erreicht sind, erklärt Pförtner: „Jeder Existenzgründer mit 100 Quadratmetern Flächenbedarf oder Unternehmen wie Storck sollen im Kreis Gütersloh gründen und wachsen können. Das war bisher ein breit getragener Grundkonsens im Kreis. Ich werde diesen Grundkonsens weiter offensiv vertreten. Für den neuen Regionalplan OWL hat die Stadt Halle Optionsflächen für neue Gewerbegebiete mit dem Entwicklungshorizont 2035 angemeldet."

Den Konflikt zwischen Umweltschutz und speziell dem Umgang mit der Ressource Wasser einerseits sowie dem notwendigem Wirtschaftswachstum andererseits beurteilt Pförtner so: „Ich habe das Unternehmen Storck in meinen letzten 20 Berufsjahren als hoch verantwortungsvoll im Umgang mit natürlichen Ressourcen erlebt. Die Produktion von Lebensmitteln, die ja fast alle Bürgerinnen und Bürger gerne zu sich nehmen, erfordert nun einmal aus verfahrenstechnischen Gründen die Verwendung von Wasser. Ich weiß aber, dass Storck permanent an der Minimierung dieses Verbrauches arbeitet."

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