Katze in Tasche ausgesetzt: Vermeintliche Retterin hat alles nur vorgetäuscht

Neue Wendung: Die Hallerin, die beim Spaziergang einen Kater im Maisfeld entdeckt haben will, soll das Tier selbst ausgesetzt haben. Die Vorbesitzerin hatte Tasche und Kater im HK wiedererkannt

Nicole Donath

Das Katzenbaby hat ein Zuhause für den Übergang. - © Stefanie Welslau
Das Katzenbaby hat ein Zuhause für den Übergang. (© Stefanie Welslau)

Halle. Am Montag noch sah alles nach einer tragisch bis gemeinen Geschichte mit einem Happyend aus. Bei Ulrike Rudorf, die in Kooperation mit dem Tierheim Bielefeld in Werther eine Pflegestelle für Fundtiere betreibt, war ein kleiner Kater abgegeben worden. Eine Bekannte überbrachte ihr das Tier mit dem Hinweis, dass es von einer Arbeitskollegin in einem Haller Maisfeld samt Tasche gefunden worden sei. Man vermutete, dass es sich hier um ein typisches Urlaubsopfer handele. Und so nahm Ulrike Rudorf den kleinen Kater auf und versorgte ihn. Am Mittwoch dann der empörte Anruf in der Redaktion: „Die Frau, die behauptet hat, den Kater gefunden zu haben, hat das nur vorgegeben. Tatsächlich wollte sie ihn auf billige Art und Weise loswerden", erklärt Ulrike Rudorf.

Was war geschehen? Nachdem im HK ein Bild des Katers mitsamt seiner Tasche veröffentlicht worden war, hatte sich eine Frau bei Ulrike Rudorf gemeldet, die Folgendes zu berichten hatte: „Diesen Kater mitsamt dieser Tasche habe ich der Frau, die ihn angeblich im Maisfeld gefunden haben will, vergangenen Freitagmorgen verkauft und nach Hause gebracht." Dort soll der kleine Kater die im Haus lebenden Tiere – eine Katze und einen Hund – attackiert haben. In der Konsequenz habe die neue Besitzerin den Kauf später rückgängig machen wollen. Aber da befand sich die Verkäuferin bereits im Kurzurlaub und teilte ihr deshalb mit, dass sie spontan nicht helfen könne.

"Die Frau wollte das Tier einfach loswerden"

In der Folge soll die Frau verschiedene Arbeitskollegen angesprochen haben, ob sie vielleicht das Tier haben wollten – aber alle lehnten dankend ab. Das wiederum bestätigt im Nachhinein die Frau, die den Kater im Auftrag zu Ulrike Rudorf brachte. Ulrike Rudorf sagt rückblickend, dass ihr der mysteriöse Fund im Maisfeld auch merkwürdig vorgekommen sei. „Jetzt ist es klar: Die Frau wollte das Tier einfach loswerden. Als sie es nicht geschafft hatte, erfand sie diese Geschichte."

Dass sie derart ausgenutzt wurde, macht Ulrike Rudorf richtig wütend. Enttäuscht ist sie auch. Und sie hat beschlossen, dass dieser Fall nicht ohne Konsequenzen bleiben soll: „Ich werde mich mit einer Fachanwältin vom Tierheim treffen und besprechen, wie wir hier vorgehen." Darüber hinaus möchte sie, dass die Kosten erstattet werden, die dem Tierheim für die Erstbehandlung des Katers entstanden sind. Immerhin gibt es bereits Menschen, die den Kater übernehmen möchten. „Und bei denen bin ich mir sicher, dass er dort gut aufgehoben ist."

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