Folgen der Expansion: Storck benötigt mehr Wasser

Ein Kapitel betrifft den Gewässerschutz. Es geht um die Verlegung des Laibaches, den Abbau der Teiche und den Umgang mit Wasser überhaupt.

Nicole Donath

Der Laibach: Direkt unterhalb der Bahntrasse (im Bild die Bifurkation) fließt der Laibach durch die beiden dort künstlich angelegten Teiche. Danach ist der Bachlauf im zentralen Bereich des Planvorhabens auf einer Länge von gut 200 Metern verrohrt und durchquert anschließend den Waldbereich in Richtung Süden. Ziel ist es, die Teiche abzubauen und den Laibach durch Offenlegung aufzuwerten. - © Nicole Donath
Der Laibach: Direkt unterhalb der Bahntrasse (im Bild die Bifurkation) fließt der Laibach durch die beiden dort künstlich angelegten Teiche. Danach ist der Bachlauf im zentralen Bereich des Planvorhabens auf einer Länge von gut 200 Metern verrohrt und durchquert anschließend den Waldbereich in Richtung Süden. Ziel ist es, die Teiche abzubauen und den Laibach durch Offenlegung aufzuwerten. (© Nicole Donath)

Halle. Das gesamte Gebiet von 18 Hektar, um das Storck sich erweitern möchte, befindet sich außerhalb wasserrechtlicher Schutzausweisungen: Weder Überschwemmungs- noch Hochwasserschutzgebiete liegen im Plangebiet oder im Umfeld vor. Auch deshalb hat der Kreis im Zuge des bisherigen Planverfahrens schon mitgeteilt, dass keine grundsätzlichen Bedenken bestehen, die Expansionspläne von Storck umzusetzen. Gleichwohl müssten wasserwirtschaftliche Fragen im Zuge der weiteren Planungen geprüft und geklärt werden.

So fließt direkt unterhalb der Bahntrasse der Laibach durch die beiden dort künstlich angelegten, naturfernen Teiche. Danach ist der Bachlauf im zentralen Bereich des Planvorhabens auf einer Länge von gut 200 Metern verrohrt und durchquert anschließend den Waldbereich in Richtung Süden. Ein Planungsziel ist daher die Verlegung des Laibachs um das Planvorhaben herum – verbunden mit einer „nachhaltigen Aufwertung durch Offenlegung und naturnaher Neugestaltung des Laibachs im östlichen Randbereich". Entsprechende Abstimmungen mit den beteiligten Behörden erfolgen zurzeit und so viel stehe schon fest: Eine umfangreiche Gewässeraufwertung sei grundsätzlich möglich.

Darüber hinaus versichert Storck, dass man sich „intensiv um einen schonenden Umgang mit Ressourcen, insbesondere auch im Umgang mit Trinkwasser, Regenwasser und Abwasser", bemühe: „In den letzten Jahrzehnten ist bedingt durch moderne Anlagen und Verfahren und die laufenden Investitionen an den Standorten eine maßgebliche Einsparung von Frischwasser erreicht worden. Die spezifische Frischwassermenge pro Tonne Fertigware ist von über sechs Kubikmeter pro Tonne in den 1980er Jahren auf durchschnittlich zirka 3,3 in den letzten zehn Jahren gesunken", teilt der Süßwarenkonzern mit. Und verweist dabei auf Nestlé, die noch im Jahr 2017 rund 5,2 Kubikmeter Wasser pro Tonne verbraucht haben sollen.

Neuer Brunnen geplant

Dennoch führt die stetig steigende Produktion an Fertigware in der Summe natürlich dennoch zu steigenden Trinkwasserbedarfen am Werksstandort Halle. Der überwiegende Teil des benötigen Trinkwassers erfolgt über sechs installierte Brunnen auf dem Werksgelände, ein geringer Anteil werde über Stadtwasser ergänzt. Aktuell prüft Storck die Erschließung eines weiteren Brunnenanschlusses südlich der A 33, alternativ komme gemeinsam mit den TWO auch eine stärkere kommunale Wasserversorgung des Standortes in Frage. Ein Antrag zur Erhöhung der Förderrechte von 450.000 auf insgesamt 550.000 Kubikmeter pro Jahr soll bis zum 30. September gestellt, der Antrag für den neuen Brunnen bis Jahresende eingereicht werden.

Das auf dem Werksgelände anfallende unverschmutzte Regenwasser werde vor Ort in Versickerungsmulden geleitet, das Regenwasser von den Dachflächen in den Ruthebach. Außerdem habe man Regenrückhaltebecken und Staukanäle installiert, berichtet Storck. Das anfallende Prozesswasser werde wiederum in getrennten Abwasserkanälen gesammelt und der Behandlungsanlage zugeführt, um es dann zweistufig aufzubereiten.

Mehr über die Storck-Erweiterung

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