Verschollen: Zwei Sandkamp-Eigentümer sind unauffindbar

Eine öffentliche Bekanntmachung soll nun auf die Spur zu den beiden letzten verschollenen Immobilienbesitzern führen. Danach können die Abrisskosten verteilt werden.

Uwe Pollmeier

Vor dem Abriss: Die Sandkamp-Hochhäuser im August 2018 - © Ulrich Fälker
Vor dem Abriss: Die Sandkamp-Hochhäuser im August 2018 (© Ulrich Fälker)

Halle. Die Suche nach den Eigentümern der Wohnungen in den beiden inzwischen abgerissenen Sandkamp-Hochhäusern geht in die nächste Runde. Die Stadt Halle hat nun mit einer gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Bekanntmachung auf eine Anhörung bezüglich der Kostenerstattung für den Abriss der Häuser Sandkamp 25 und 27 hingewiesen.

„Jede Forderung ist mit einer Anhörung zu versehen", sagt Michael Flohr, Leiter der Abteilung Bauverwaltung und Stadtentwicklung. Konkret geht es in diesem Fall darum, die angefallenen Kosten für den Abriss in Höhe von rund 875.000 Euro, die bis dahin die Stadt trägt, auf die Eigentümer umzulegen. Die Anhörung diene, so Flohr, der Behörde zur Vorbereitung der Kostenfestsetzung.

Die Ermittlung der insgesamt 87 Eigentümer der beiden Immobilien am Stadtrand war eine detektivische Meisterleistung. Gut die Hälfte der Eigentümer konnte ohne große Probleme ausfindig gemacht werden. Diese 45 Personen wurden umgehend angeschrieben und informiert.

Letzte Chance, um sich einzumischen

Besitzer, die zwar ausfindig gemacht werden konnten, aber beispielsweise derzeit zahlungsunfähig sind, wären handlungsunfähig. Sie werden daher zur Wahrung der Handlungsfähigkeit von einem Haller Rechtsanwalt vertreten. Hierbei soll es sich um 40 Personen handeln.

Somit bleiben unterm Strich zwei Eigentümer der früheren Hochhausimmobilien, die trotz intensiver Recherchen nicht aufzufinden waren. Diese sollen nun durch die verbindliche öffentliche Bekanntmachung, die sowohl am vergangenen Samstag im Haller Kreisblatt als auch auf der Internetseite der Stadt sowie an der Bekanntmachungstafel am Rathaus I veröffentlicht worden ist. „Damit erhalten diese Personen noch einmal eine Chance auf eine Anhörung, bevor die Bescheide rausgehen", sagt Flohr. Die Anhörung gibt den Beteiligten die Gelegenheit, sich zu der zur Entscheidung stehenden Angelegenheit zu äußern. Sie dient nicht der Aufklärung eines Sachverhalts, sondern verwirklicht den rechtsstaatlichen Anspruch auf rechtliches Gehör vor Gericht.

Flohr rechnet damit, dass die öffentliche Bekanntmachung rund vier Wochen lang Gültigkeit haben wird. Entweder melden sich die beiden verschollenen Eigentümer bis Mitte September oder die ihnen zustehenden Anteile an der rund einen Hektar großen Grundfläche gehen zwecks Abrisskostenbegleichung an die Stadt über.

Wie lange sich dieser Prozess hinziehen wird, ist derzeit noch gar nicht absehbar. „Wir müssen die Kosten exakt auf Euro und Cent umlegen und können uns erst dann an die Eigentümer wenden", hatte Bauamtsleiter Jürgen Keil vor rund einem Monat verkündet. Nun gilt es also, die Gruppe der Eigentümer der beiden abgerissenen Häuser endgültig zu komplettieren.

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