Nach Totschlag im Obdachlosenheim: Fahndung läuft weiter

Kriminalität: Hinweise auf eine Festnahme des tatverdächtigen Mohammed A. haben sich nicht bestätigt.

Nicole Donath

Tatort: Im städtischen Übergangswohnheim Halle-Bokel wurde im Januar 2018 ein Bewohner brutal zusammengeschlagen. Nach dem tatverdächtigen Mohammed A. fahndet die Polizei weiterhin. - © Nicole Donath
Tatort: Im städtischen Übergangswohnheim Halle-Bokel wurde im Januar 2018 ein Bewohner brutal zusammengeschlagen. Nach dem tatverdächtigen Mohammed A. fahndet die Polizei weiterhin. (© Nicole Donath)

Halle. Seit Dezember 2018 wurde auf dem Fahndungsportal der Polizei Nordrhein-Westfalen nach Mohammed A. gesucht. Der 22-Jährige soll im Januar vergangenen Jahres einen Mitbewohner (74) im Obdachlosenheim Halle-Bokel brutal zusammengeschlagen zu haben – wenige Tage später erlag dieser seinen schweren Verletzungen. Jetzt ist die Fahndung von der Plattform verschwunden. Ist der Tatverdächtige also gefasst?

Nein, ist er nicht. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld erklärte, ist der Mann offenbar weiterhin zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. Dasselbe bestätigt auch die Polizei Bielefeld und hat für den Augenblick keine Erklärung dafür, warum darauf zumindest auf dem Portal nicht mehr hingewiesen wird.

Bereits am Abend nach dem Angriff hatte sich Mohammed A. bei der Polizei gemeldet. Auf den jungen Mann, der den 74-Jährigen bereits wenige Wochen zuvor krankenhausreif geschlagen hatte, so dass dieser fortan im Rollstuhl sitzen musste, war sofort der Verdacht gefallen. Allerdings stritt er jede Tatbeteiligung ab. Und so wurde er zwar weiterhin als Beschuldigter geführt, aus Mangel an Beweisen blieb er aber auf freiem Fuß.

Im August 2018 ergab ein DNA-Abgleich schließlich, dass der junge Mann sehr wohl dringend tatverdächtig ist, den Senior, der in der Unterkunft die Rolle des Hausmeisters übernommen hatte, lebensgefährlich an Kopf, Oberkörper und Beinen verletzt zu haben. Dementsprechend erließ das Amtsgericht Bielefeld auch einen Haftbefehl wegen Totschlags. Das Problem: Seit Ende Juli 2018 ist der Aufenthaltsort von Mohammed A., der die deutsche Staatsangehörigkeit hat, nicht bekannt.

Während zunächst herkömmliche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet wurden, entschloss sich die Polizei im Dezember, den Mann nun auch öffentlich mit Bild und der Nennung seines vollen Namens zu suchen. Der Tatverdächtige ist demnach 1,82 Meter groß, hat schwarze Haare, braune Augen und eine schlanke Statur. Hinweise, die dabei helfen können, ihn zu finden, nimmt die Polizei auch weiterhin unter der Telefonnumemr (0521) 54 50 entgegen.

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