Angebot der Radstation am Haller Bahnhof hat Nachholbedarf

Bei der Besichtigung der Radstation am Bahnhof wird schnell klar, dass das Angebot ausbaufähig ist

Rolf Uhlemeier

In eigener Sache: Gut sichtbar ist die Radstation vor allem, wenn man sie gefunden hat. Hinweise am Bahnhof an der gleichnamigen Straße fehlen ebenso wie im Internet. Da ist noch viel Potenzial. - © Rolf Uhlemeier
In eigener Sache: Gut sichtbar ist die Radstation vor allem, wenn man sie gefunden hat. Hinweise am Bahnhof an der gleichnamigen Straße fehlen ebenso wie im Internet. Da ist noch viel Potenzial. (© Rolf Uhlemeier)

Halle. Die Haller Radstation ist nicht leicht zu finden – weder im Internet, noch im realen Leben. Etwas versteckt liegt sie im denkmalgeschützten Gebäude hinter dem Bahnhof und auch die Informationen über die Internetauftritte des Ravensberger Jugendbildungshauses als Betreiber und der Stadt Halle sind eher dürftig.

Doch es gibt sie noch, die Anlaufstelle für alle, die in der Lindenstadt auf zwei schmalen Rädern unterwegs sind. Für die, die mit dem Rad ein- und auspendeln und für alle, die bei kleineren oder größeren Problemen Hilfe brachen. Wie es aktuell um die Haller Radstation, die zwischenzeitlich ihre Öffnungszeiten angesichts personeller Engpässe stark einschränken musste, bestellt ist, darüber informierten sich am Montagabend Mitglieder der SPD-Fraktion zusammen mit Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann und Regina Bresser, die im Rathaus für die Bürgerdienste verantwortlich ist.

„Radfahren kommt eine immer größere Bedeutung zu"

Der Bahnhof sei der Verknüpfungspunkt zwischen Radfahrern, Fußgängern, dem Individualverkehr und dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erklärte Wolfgang Bölling und ergänzte: „Die letzten ein, zwei Kilometer sind die schwierigsten: „Hier stellt sich die Frage, wie die Menschen zum Bahnhof und vom Bahnhof zu ihrem Ziel, zur Arbeit oder nach Hause kommen." Zudem bekräftigte der Fraktionsvorsitzende, dass dem Radfahren eine immer größere Bedeutung zukomme.

Zweiräder im Blick: Lokalpolitiker der Haller SPD-Fraktion besuchten am Montag die Radstation – von links – Ulrike Werner (Intal), Alexandra Laszlo (Ravensberger Jugendbildungshaus), Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, Anke Ruprecht, Michael Müller, Renate Bölling, Hans-Joachim Otte, Karin Otte, Marie Hauhart von den Jusos, Wolfgang Bölling und Regina Bresser, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste. Fotos: Rolf Uhlemeier - © Rolf Uhlemeier
Zweiräder im Blick: Lokalpolitiker der Haller SPD-Fraktion besuchten am Montag die Radstation – von links – Ulrike Werner (Intal), Alexandra Laszlo (Ravensberger Jugendbildungshaus), Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, Anke Ruprecht, Michael Müller, Renate Bölling, Hans-Joachim Otte, Karin Otte, Marie Hauhart von den Jusos, Wolfgang Bölling und Regina Bresser, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste. Fotos: Rolf Uhlemeier (© Rolf Uhlemeier)

Als Betreiber der Radstation fungiert aktuell das Ravensberger Jugend-Bildungshaus, das sich zum 1. September mit dem Verein »Intal« als Bildungsträger im Norden des Kreises zusammenschließen wird. Gemeinsam begrüßten Alexandra Laszlo (Ravensberger Jugendbildungshaus) und Ulrike Werner (Intal) die Besuchergruppe. „Wir haben uns entschlossen, den Weg künftig zusammen zu gehen, um unser Angebot vor Ort noch weiter verbessern zu können", erklärte Alexandra Laszlo die Intention der beiden Bildungseinrichtungen für Jugendliche, junge Erwachsene und Zuwanderer.

Gebäude im Gebäude mit Seminarraum und Großküche

Die Geschäftsführerin zeigte die Werkstatt der Radstation sowie die Räumlichkeiten, die von der Bildungseinrichtung genutzt werden. Der Zweiradbereich wird laut Laszlo von Mechaniker Frank Metting geleitet und befindet sich im Umbruch: „Wir wollen ihn mehr in den Fokus bringen. Zum Beispiel durch ein Hinweisschild direkt am Bahnhof, das derzeit leider noch fehlt." In Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing wurden bereits Gutscheine für den Service der Station entwickelt, die verschenkt werden können. Dabei soll es laut Laszlo aber längst nicht bleiben: „Wir sehen, dass die Radstation immer mehr an Bedeutung gewinnt und wollen das Angebot hier am Bahnhof weiter ausbauen." Zwar ginge das aktuell nicht ganz so schnell, wie man sich das wünsche, aber man werde vorankommen. „Dabei sind kreative Lösungen gefragt", sagte die Geschäftsführerin, die nicht nur das Angebot, sondern auch die Öffnungszeiten erweitern möchte: „Leider ist eine fest eingeplante Kraft kurzfristig abgesprungen. Dafür haben wir ab Dienstag aber einen Auto- und Zweiradmechaniker, der ein Praktikum absolvieren wird."

Weil die Außenfassade des Fachwerkhauses unter Denkmalschutz steht, wurde im Inneren ein separates Gebäude im Gebäude in Leichtbauweise realisiert. Abgetrennt von der Radstation wurden ein Seminarraum und eine Großküche, die vom Bildungshaus zur Berufsfelderkundung im Bereich Lebensmitteltechnik genutzt wird.

Eine Ladestation für E-Bikes sucht man an der Radstation übrigens vergebens und auch die Abstellmöglichkeiten für Räder sind durchaus ausbaufähig. Aber damit wird sich die Politik nach den Sommerferien nun sicher intensiver beschäftigen.

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