"Völlig falsche Therapie": Linke kritisiert Bertelsmann-Studie zu Krankenhäusern

Gesundheit: Die Diskussion um die Bertelsmann-Studie und einen möglichen Kahlschlag bei den Kliniken reißt nicht ab. Für Halle gibt es Zuspruch

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Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Halle/Kreis Gütersloh (HK). Eine weitere Schließung von Krankenhäusern würde den Kreis Gütersloh hart treffen – das teilt die Linke im Kreis Gütersloh in ihrer Stellungnahme zur aktuellen Debatte mit.

Vor 20 Jahren gab es noch neun Krankenhäuser im Kreis Gütersloh, welche die medizinische Grundversorgung sicherstellten. „Dann ging es Schlag auf Schlag", kritisiert die Linke. Im Jahre 2002 sei das Krankenhaus in Werther geschlossen worden, sechs Jahre später das in Versmold. „2013 traf es das Evangelische Krankenhaus in Rheda-Wiedenbrück. Mit der Schließung der Klinik im benachbarten niedersächsischen Dissen verschlechterte sich die Situation für die Menschen im Nordwesten des Kreises weiter", schreibt die Linke in ihrer Pressemitteilung.

Folge die Politik den Vorschlägen der Bertelsmann-Stiftung, seien das Krankenhaus in Halle und das St.-Vinzenz-Hospital in Rheda-Wiedenbrück stark gefährdet, argumentiert der Linken-Kreisverband. Er hält das für „die völlig falsche Therapie" und bezweifelt, dass es der Bertelsmann-Stiftung um das Wohl der Patienten geht.

Flächendeckende Grundversorgung als wichtiges Kriterium

„Es steht außer Frage, die medizinische Versorgung muss qualitativ hochwertig sein und es muss ausreichend Personal vorhanden sein", stellt Uschi Kappeler, Sprecherin des Kreisverbandes der Linken, fest. „Klar ist auch, komplizierte und aufwendige Operationen und Behandlungen können nicht in jedem Krankenhaus durchgeführt werden." Ein wichtiges Kriterium für ein gutes Gesundheitssystem sei aber auch die flächendeckende Grundversorgung. Dazu seien auch kleinere Kliniken durchaus in der Lage. Das biete den Kranken zudem die Möglichkeit, den persönlichen Kontakt zu Verwandten und Freunden in einer belastenden Ausnahmesituation aufrecht zu erhalten.

„Ist das nächste Krankenhaus 100 Kilometer oder weiter entfernt, wird es gerade Familien mit Kindern und älteren Menschen oft unmöglich gemacht, die Betroffenen zu besuchen und zu stärken", so Uschi Kappeler.

Seit der Einführung der Fallpauschalen und des Klinikwettbewerbs stünden die Krankenhäuser unter enormen Kostendruck, ergänzt Michael Pusch, ebenfalls Sprecher der Kreisverbandes. „Nur wer an Beschäftigten, Patientinnen und Patienten spart, kann mithalten", kritisiert er weiter.

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