„Das wird die kleinste Galerie in Halle“: Altkreis-Künstler können sich jetzt bewerben

Anna-Lena Lütke-Börding möchte noch in diesem Jahr ein Buch mit Werken heimischer Künstler und talentierter Menschen veröffentlichen.

Rolf Uhlemeier

Die ersten Bilder von Altkreis-Künstlern sind schon da. - © Rolf Uhlemeier
Die ersten Bilder von Altkreis-Künstlern sind schon da. (© Rolf Uhlemeier)

Halle-Hesseln. „Vor fünf Jahren ist mir die Idee zu dem Projekt gekommen", sagt Anna-Lena Lütke-Börding, und die Worte sprudeln nur so aus ihr heraus: „Ich habe in meinem großen Koffer gestöbert und mir alte Zeichnungen und Bilder in meinen Tagebüchern angesehen." Kindheitserinnerungen wurden wach und plötzlich lebte die Zeit wieder auf, in der sie viel gemalt hat: „Ich habe mich gefragt, wie viele Bilder es wohl geben mag, die mit viel Liebe und Hingabe gemalt wurden und dann irgendwo in einer Ecke verstauben."

Solche Werke will die 34-Jährige der Öffentlichkeit zugänglich machen, möchte sie in einem Buch präsentieren. „Das wird die kleinste Galerie in Halle", sagt Anna-Lena Lütke-Börding voller Begeisterung und lässt ihren Blick über die Kunstwerke schweifen, die sie auf dem großen Gartentisch ausgebreitet hat: „Vielleicht gibt es ja Menschen, die Bilder haben, die sie gern zeigen möchten – auch wenn es vielleicht nur ein Werk, nur ein besonderes Bild ist."

Das Ziel sind 100 Seiten im DIN A 5-Format

Die bisherigen Begegnungen mit heimischen Künstlerinnen und Künstlern haben sie darin bestärkt, ihre Vision Realität werden zu lassen: „Ein Bild von Gertrud Hoppen hat mein Herz sehr berührt. Ich habe mich viel leichter gefühlt, als ich nach dem Besuch bei ihr wieder gefahren bin."

Anna-Lena Lütke-Börding - © Rolf Uhlemeier
Anna-Lena Lütke-Börding (© Rolf Uhlemeier)

Das Buch, dass die gebürtige Künsebeckerin, die mittlerweile in Hesseln lebt, zusammenstellen möchte, könnte 100 Seiten haben, auf denen 200 Bilder im DIN A 5-Format gezeigt werden: „Wenn am Ende weniger zusammenkommen, dann ist das halt so." Anna-Lena Lütke-Börding sprüht nur so vor Elan und ist voller Vorfreude auf die Menschen, die bereit sind, ihre Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Arbeiten müssen künstlerischen Ansprüchen genügen

20 Werke hat sie bereits gesammelt, darunter Bilder so bekannter heimischer Künstler wie Katrin Boidol, Josef El Shamsy und der bereits erwähnten Gertrud Hoppen. Kontakt hat die Hesselnerin auch zu Inge Spiering-Nell aufgenommen, die in einem Atelier in der Alten Lederfabrik arbeitet und über ein weit verzweigtes Netzwerk verfügt, dem auch geflüchtete Künstler angehören. „Ich fände es großartig, wenn in dem Buch Werke von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft über kulturelle, religiöse und politische Grenzen hinaus veröffentlich werden könnten."

Ihren Aufruf richtet sie an Kunstschaffende, deren Arbeiten „gewissen Ansprüchen genügen". Einfach mal den Pinsel zur Hand zu nehmen und etwas Farbe auf eine Leinwand zu verteilen, in der Hoffnung, es in die »kleinste Haller Galerie« zu schaffen, wird sicher nicht reichen: „Gute Kunst beginnt für mich damit, dass man selbst sagen kann: Das ist Kunst. Je mehr Menschen sich dann dieser Einschätzung anschließen, desto sicherer kann man sein, dass die eigene Beurteilung nicht falsch ist."

Zur Finanzierung werden Sponsoren gesucht

Ihre selbst gemalten Kreationen will die Hesselnerin allerdings nicht präsentieren. „Ich möchte das für andere Menschen machen und bin freier, wenn meine Bilder nicht in dem Buch vertreten sind." Um das Projekt zu finanzieren, hofft die 34-Jährige darauf, einen oder mehrere Sponsoren zu finden, da die Veröffentlichung ihrer Werke in dem Buch für die Künstler kostenlos sein soll: „Und vielleicht ergibt sich für den einen oder anderen dadurch ja die Möglichkeit, auf seine Arbeiten aufmerksam zu machen."

Auch für die Präsentation des Buches hat sie bereits eine Vision: „Ich hoffe, dass es noch vor Weihnachten fertig sein wird und würde mir wünschen, dass dann alle beteiligten Künstler zusammenkommen und sich untereinander austauschen."

Wer Interesse hat, sich mit maximal drei Werken an dem Buchprojekt zu beteiligen, kann sich bis zum 15. September per E-Mail an kunst werke@kleinste-galerie.de wenden.

Bilder sollen möglichst digital übermittel werden

Perfekt wäre es, wenn die Bilder eingescannt oder als digitale Fotodateien in guter Qualität übermittelt werden. Im Buch würden sie dann mit dem Namen des Künstlers sowie einer Kontaktadresse abgebildet. Gedruckt werden soll es übrigens auf der anderen Seite des Teutoburger Waldes bei Dreisparrendruck in Borgholzhausen.

Wenn das »Erstlingswerk« ein Erfolg wird, würde die Hesselnerin ihr Projekt in den kommenden Jahren gern mit weiteren Bildbänden fortführen: „Das wäre großartig und man könnte sehen, wie sich die Künstler und ihre Werke über die Jahre weiterentwickeln", sagt Anna-Lena Lütke-Börding voller Vorfreude auf die Kreationen möglichst vieler kunstbegeisterter Menschen, die ihr so sehr am Herzen liegen.

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