30-Minuten-Takt für den Haller Willem? Idee kommt tatsächlich in Fahrt

Die Initiative hat gute Nachrichten zum von ihr geforderten 30-Minuten-Takt bis Osnabrück erhalten. Doch sie braucht Unterstützung

Marc Uthmann

Soll öfter fahren: Der Haller Willem. - © Andreas Großpietsch
Soll öfter fahren: Der Haller Willem. (© Andreas Großpietsch)

Halle. Die Forderung im April war deutlich: Die Regionalbahn 75, im Volksmund Haller Willem genannt, soll auch zwischen Halle und Osnabrück im Halbstundentakt und nicht mehr nur stündlich unterwegs sein. Die Initiative Haller Willem (IHW) hatte dazu die Vertreter von neun Anliegerkommunen zusammengebracht, die gemeinsam eine entsprechende Erklärung unterzeichneten (das HK berichtete).

Nun kommt tatsächlich Bewegung in das Projekt, wie die IHW erfahren hat. „Nach unseren Informationen wird es im Entwurf des Nahverkehrsplans des Zweckverbandes Westfalen-Lippe eine klare Aussage für den 30-Minuten-Takt geben", berichtete Johannes Bartel, Sprecher der IHW, auf Anfrage des Haller Kreisblattes. Bis zum Jahresende soll dieser Entwurf vorliegen, schon Anfang September könnte eine Machbarkeitsstudie der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS) zu Angebotskonzepten vorliegen.

Positive Nachrichten seien das, so Johannes Bartelt, für den ein 30-Minuten-Takt auch unbedingt Sinn macht: „Offenbar ist bei den Verantwortlichen angekommen, dass wir durch die geplanten Erweiterungen bei Storck und auch die neue Gewerbeansiedlung in Borgholzhausen ein höheres Fahrgastaufkommen haben werden." Ein kürzerer Takt des Zuges könne zum Beispiel bei Storck helfen, Parkflächen einzusparen.

Initiative will das Projekt beschleunigen

„Die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück arbeitet bereits daran, für den kürzeren Takt Begegnungsverkehr zwischen zwei Zügen auf der Strecke zu ermöglichen", erklärte Bartelt. Hierfür sei ein Abschnitt zwischen Westbarthausen und Dissen und ein weitere im Bereich zwischen Oesede und Georgsmarienhütte vorgesehen.

Bislang schien das Projekt 30-Minuten-Takt allerdings auf der Warteliste zu schmoren. Noch Ende April hieß es, die Umstellung sei erst für 2025 vorgesehen. Ein Grund: Allein die zusätzlichen Kreuzungsbahnhöfe würden drei bis 3,5 Millionen Euro kosten. Doch Johannes Bartelt erhofft sich frischen Rückenwind: „Es besteht die Möglichkeit, dass wir da jetzt weiter nach vorn kommen. Wir arbeiten dran." Um das Verfahren tatsächlich zu beschleunigen, sei jetzt allerdings die Unterstützung der Kommunen erforderlich. Die hatten wie berichtet bereits auf die Notwendigkeit für einen schnelleren Takt hingewiesen. „Verkehrsminister Scheuer will die Fahrgastzahlen der Bahn bis 2030 verdoppeln. Dazu muss aber auch die Infrastruktur ausgebaut werden", fügt Johannes Bartelt an.

Die IHW richtet den Blick zudem nach Bielefeld: Nach den Zusagen für die Fertigstellung der Brückenbauarbeiten bis zum 11. Oktober erwartet die Initiative, dass der Haller Willem ab dem Folgetag wieder bis zum Bielefelder Hauptbahnhof durchfahren kann.

Für den 18. September hat die IHW Jürgen Fenske, den früheren Bundesvorsitzenden des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, gewonnen, um über Bedingungen für mehr Bahn und Bus zu sprechen. Beginn ist um 19 Uhr bei den Stadtwerke Osnabrück (Alte Poststraße 9).

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