Ein Hauch von Baywatch: Zwei Haller DLRG-Bufdis dürfen ans Meer

Jule Genuit absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst bei der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Halle. Und durfte darum jetzt zwei Mal zwei Wochen am Meer arbeiten.

Marc Uthmann

Jule Genuit und Sophie Mädje
 - © DLRG Halle
Jule Genuit und Sophie Mädje
(© DLRG Halle)

Halle. Diese Beschäftigung dürfte in den Vorstellungen vieler Menschen der Bezeichnung Traumjob ziemlich nahe kommen: Wachdienst an der Küste. Aufpassen also, wo andere Urlaub machen. Für Jule Genuit ging dieser Traum im Sommer 2019 gleich zwei Mal für je zwei Wochen in Erfüllung. Im Mai absolvierte sie ihren ersten Pflichtwachdienst an der Ostseeküste in Kühlungsborn, jetzt im Juli folgten zwei Wochen in Prora auf Rügen.

Um eines gleich mal klarstellen: Die Dienste bei der DLRG bestehen nicht aus Sonne tanken, Planschen im Wasser und Posing am Strand. Zehn Stunden dauert die Schicht, morgens um acht Uhr wird der Wachturm aufgeschlossen, um 18 Uhr verlassen die jungen Retter ihre Posten. Und wenn es wie im Mai auf Kühlungsborn auch noch recht frisch ist, muss man schon eine gute Portion Wetterfestigkeit mitbringen.

300 bis 400 Meter Strand müssen bewacht werden

„Auf Rügen hatten wir jetzt aber eine Woche heißes Wetter", erzählt Jule Genuit und man merkt der fröhlichen 20-Jährigen an, wie viel Spaß ihr der Job gemacht hat. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen waren jeweils für einen Strandabschnitt von 300 bis 400 Metern verantwortlich. „Das lässt sich noch ganz gut überblicken", erklärt die Bundesfreiwilligendienstleistende (Bufdi), die das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber besitzt. Es ist Voraussetzung für den Küstendienst.

Und wenn jemand zu ertrinken droht, schnappen sich die jungen Retterinnen und Retter ihre rote Miniboje und sprinten zum Meer – so wie es einst bei »Baywatch« über den Fernsehbildschirm flimmerte? Jule Genuit muss bei dieser zugegebenermaßen nicht ganz ernst gemeinten Frage lachen: „Wir haben Rettungsbretter, die eher aussehen wie Surfbretter." Und was viel wichtiger ist: Einen richtigen Notfall hatte die 20-Jährige in den vier Wochen nicht durchzustehen: „Einmal mussten wir ein Kind suchen, dass wir auch gefunden haben – zur Rettung ins Wasser ging es nicht." Oftmals waren die DLRG-Helfer anders gefragt: „Wir haben viele Schnittverletzungen verarztet", berichtet die Rettungsschwimmerin.

Wichtig für die DLRG: Es blieb an der Küste Zeit für Training unter echten Bedingungen. So nutzen die Wachgängerinnen die Möglichkeit, das Rettungsbrett oder das Kajak auszuprobieren und das Retten von Personen zu üben.

Die Rettungsschwimmer werden hierbei sicherer, sie schwimmen täglich bei Wellengang im Meer und holen sich so die nötige Kondition – gerne auch im Neoprenanzug. „Abends waren wir schon sehr geschlaucht, aber es hat einfach sehr viel Spaß gemacht", erzählt Jule Genuit.

Zeit für Training unter schwierigen Bedingungen

Sie arbeitete in einem Team von 17 Wachgängerinnen und Wachgängern. „Wir waren zusammen untergebracht und hatten auch viel miteinander zu tun."

Ihr Bufdi-Jahr generell und der Wachdienst an der Küste waren für die junge Frau generell eine wertvolle Erfahrung. „Man wird offener und schafft den Wechsel von der Schule in die Arbeitswelt." Noch bis zum 30. August wird Jule Genuit eine Bundesfreiwillige beim DLRG in Halle sein, anschließend möchte sie auf Lehramt studieren, gerne in Bielefeld. „Auch dafür hat mir diese Zeit etwas gebracht, zum Beispiel durch das Schwimmtraining, das ich gegeben habe."

Auch wenn sie ihren Lebensmittelpunkt weiter in Ostwestfalen sieht, möchte Jule Genuit wieder zurück an die Küste. „Ich werde mich für das nächste Jahr auf jeden Fall wieder bewerben sagt sie. Ihre Nachfolgerin oder ihr Nachfolger als DLRG-Bufdi hat diese Chance auch.

Mehr Informationen gibt es unter www.halle-we.dlrg.de.

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