Borgers und Sandkamp: So geht's weiter auf Halles Brachflächen

Auf dem Borgers- und dem Sandkamp-Gelände wird es im kommenden Jahr noch keine sichtbaren Veränderungen geben. Die Bagger für Abriss beziehungsweise Neubebauung werden wohl erst 2021 ihre Arbeit aufnehmen

Uwe Pollmeier

Am Sandkamp - © Uwe Pollmeier
Am Sandkamp (© Uwe Pollmeier)

Halle. Sowohl auf dem Sandkamp-Gelände als auch auf dem Borgers-Areal am Klingenhagen wird es im kommenden Jahr noch keine Bautätigkeiten geben. Dies verriet nun Bauamtsleiter Jürgen Keil. Somit dürfte auch 2020 die Fläche als blühenden Blumenwiese genutzt werden, auf der die Bienen großflächig naschen dürfen. Zugleich bestätigte Keil, dass die Arbeiten voranschreiten, aber dass es sich um erste Prozesse handele, die Wochen oder Monate andauern werden.

„Der erste wichtige Schritt ist vollbracht", sagt Keil mit Blick auf die abgeschlossenen Abrissarbeiten der beiden Hochhäuser am südöstlichen Stadtrand. „Ich kenne keinen, der nicht froh darüber ist, dass die Dinger weg sind", sagt Keil. Der nächste Schritt wäre nun, die rund 30 Eigentümer der ehemaligen Wohnungen zu kontaktieren, um die Kosten für den Abriss auf sie umlegen zu können. Allerdings ist dies derzeit noch nicht möglich, da die Schlussrechnung für die Abbrucharbeiten noch nicht vorliegt.

Rechtsanwalt vertritt einige Besitzer

„Wir müssen die Kosten exakt auf Euro und Cent umlegen und können uns erst dann an die Eigentümer wenden", erklärt Keil. Im Gegenzug stehen den Wohnungsinhabern dann Anteile an der knapp einen Hektar großen Grundfläche zu. Keil geht jedoch davon aus, dass nur wenige Ex-Eigentümer Interesse an einem anteiligen Grundstück haben.

Besitzer, die nicht auffindbar waren oder die zahlungsunfähig sind, bleiben handlungsfähig, da sie von einem Haller Rechtsanwalt vertreten werden. Dieser könne dann auch notfalls eine Zwangsversteigerung anordnen.

Das Borgers-Gelände am Klingenhagen - © Uwe Pollmeier
Das Borgers-Gelände am Klingenhagen (© Uwe Pollmeier)


Leider kann Keil auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen. „Ich kenne niemanden, der das schon einmal gemacht hat", sagt der Bauamtsleiter. Er habe jedoch die Erwartung, dass sich die Sache noch hinziehe. „Es wäre rein spekulativ, darüber zu reden, wie lange alles dauert", sagt Keil. Man wolle die Grundstücke gerne lastenfrei übernehmen, aber sich andererseits auch nicht zu viel Zeit lassen. „Schließlich möchte ja auch der Steuerzahler, dass das Geld von den Besitzern wieder reinkommt", sagt Keil. Denn in der Zwischenzeit begleicht praktisch der Bürger die Rechnung.

Recht ähnlich sieht die Lage beim Borgers-Gelände aus. Die Industriebrache am Klingenhagen wartet sogar noch auf den Abriss und dieser dürfte wohl auch nicht vor 2021 erfolgen. „Es gab einen Besichtigungstermin mit der AAV uns es steht nun fest, dass wir zusammenarbeiten", sagt Keil. Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) hatte das Projekt bereits in seinen Maßnahmenkatalog für das laufende Jahr aufgenommen. Nun steht auch fest, dass er die Kosten für die Untersuchung des Bodens auf darin schlummernde Schadstoffe zu 80 Prozent übernehmen wird.

Vor 2021 startet nichts

„Diese Untersuchung wird aber einige Zeit dauern", sagt Keil. Er rechne damit, dass sie sich bis Ende 2020 hinstrecke und somit die eigentliche Sanierung frühestens 2021 starten werde.

Im zweiten Schritt werde es dann um die Entsorgung gehen. Theoretisch könnte der AAV dann noch einen Rückzieher machen, etwa weil diese Entsorgung aufgrund der festgestellten Situation zu kostspielig sei. „Ich gehe davon aus, dass wir gemeinsam den zweiten Schritt gehen. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es schlecht laufen könnte", sagt Keil.

Läuft also alles glatt, würde der AAV auch die Sanierungskosten des 1,4 Hektar großen Geländes zu 80 Prozent übernehmen. Wann die Untersuchungen konkret losgehen werden, wird sich wohl erst nach einem weiteren Treffen nach den Sommerferien zeigen. Zu den zu erwartenden Gesamtkosten für die Untersuchung und die Sanierung des Areals lässt sich im Vorfeld ebenfalls noch nichts sagen.

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