Der neue Lassie-Film: Hinter den Kulissen bei den Dreharbeiten in Kölkebeck

Drehstart: Nach Berlin und Twedt in Schleswig-Holstein ist das Filmteam des für Februar 2020 terminierten Kinofilm »Lassie come home« in Halle angekommen. Die ersten Szenen entstehen in Kölkebeck, weitere folgen am Schloss Tatenhausen und im Klinikum

Melanie Wigger,Uwe Pollmeier

Lassie-Dreh in Kölkebeck - © Melanie Wigger
Lassie-Dreh in Kölkebeck (© Melanie Wigger)

Halle. „Sie kommt jetzt gleich. Ihr müsst alle ganz leise sein", lautet die Regieanweisung, die das ganze Filmset am Kölkebecker Feuerwehrgerätehaus in eine gespannte Stille versetzt. Minuten vergehen. Die Komparsen sitzen im Halbkreis um eine kleine Zirkusmanege, die auf dem Hof hinter der Alten Schule errichtet wurde. Die Kulisse für ein Feuerwehrfest, das jedoch in der neuen Lassie-Verfilmung nicht in Kölkebeck platziert wird, sondern in einem Ort namens Neuenburg.

Dreharbeiten Lassie come home in Kölkebeck - © Uwe Pollmeier
Dreharbeiten Lassie come home in Kölkebeck (© Uwe Pollmeier)

Zwischen riesigen Scheinwerfern, Lautsprechern und quer über den Asphalt verlegten Kabeln wuselt Regisseur Hanno Olderdissen umher. In kurzen Hosen und mit einem Strohhut teilt er den Darstellern bei bis zu 35 Grad im Schatten mit, wie er sich die Szene vorstellt. Auf den angrenzenden Straßen stehen tschechische Sprinter und Kleinlaster sowie ein Fahrzeug einer Hundeschule aus Bayern, die offenbar dafür sorgt, dass Hauptdarsteller Lassie sich so verhält, wie es das Drehbuch gerade vorsieht. Vom berühmten Collie selbst ist jedoch weit und breit nichts zu sehen.

„Hier laufen so viele Leute rum, die kann ich gar nicht unterscheiden"

Die Darsteller der Szene für den im Januar startenden Kinofilm werden während einer Trinkpause im Schatten auf diesen Moment vorbereitet. Lautlos klatschen sollen sie – und dabei trotzdem fröhlich wirken, was im Laufe des weiteren Drehs noch mehrfach vorgemacht wird. Aller Anfang ist schwer. Schließlich sitzen am Drehort keine Profis, sondern vor allem Kindern aus der Region – darauf lassen zumindest die Nummernschilder vieler Autos schließen, die am Ortsrand von Kölkebeck auf den Flächen von Landwirt Reinhard Schacht ihr Quartier aufgeschlagen haben. „Wir drehen heute noch bis etwa 19 Uhr und am Mittwoch noch einen halben Tag", sagt Schacht. Ob ausschließlich Komparsen oder auch ausgebildete Schauspieler per Bus von dem Hof ans knapp zwei Kilometer entfernte Filmset gebracht wurden, kann Schacht nicht sagen. „Hier laufen so viele Leute rum, die kann ich gar nicht unterscheiden."

Lassie-Dreh in Kölkebeck - © Melanie Wigger
Lassie-Dreh in Kölkebeck (© Melanie Wigger)

Die Filmagentur hatte im Vorfeld zum Mitmachen aufgerufen, wobei so manchem Komparseneuling wohl klargeworden sein dürfte, dass gerade das Mitwirken von Kindern aufgrund rechtlicher Vorschriften zu einer wahren Odyssee werden kann. Zunächst muss der Nachwuchskomparse verbindlich zusagen und innerhalb weniger Tage Unterschriften von Schule, Kinderarzt und Jugendamt einsammeln, um dann doch noch vor deren Abgabe eine Absage zu erhalten. Im Idealfall wurde man jedoch ausgewählt, was zugleich bedeutete, dass man einen Abend vor dem Drehtermin erfuhr, wann man vor Ort anwesend sein müsse. Wenn das Filmteam ruft, hat man kurzfristig zu erscheinen und dem zeitgleich terminierten Mathe, Englisch oder Chemie-Unterricht fernzubleiben.

Offiziell nur ein Elternteil des Auserwählten sowie einige Passanten, die zu Fuß oder per Fahrrad die Absperrung passiert haben, verfolgen unter schattigen Bäumen, wie der Nachwuchs auf Kommando – mal mit, mal ohne Ton – klatscht. Die Kinder werden etwa alle 15 Minuten aus der Sonne gelotst und mit Getränken versorgt. Einen Hitzeschutz bekommt auch der Vierbeiner vor seinem großen Auftritt. Bevor die Hundedame eine Rampe an der kleinen Manege betritt, legt das Team nasse Tücher aus.

Die Kamera läuft. Die Dompteurin kündigt den Auftritt mit einladenden Armbewegungen an. „Hier kommt sie", ruft sie, „die großartige Toooots." Ein kleiner schwarzer Hund hüpft plötzlich auf die Rampe. Die Kinder klatschen wie gelernt lautlos, von Lassie fehlt weiterhin jede Spur.

Vielleicht taucht er ja in den kommenden Tagen, an denen noch in Halle gedreht wird, auf. Ansonsten müssen sich seine Fans wohl bis zum 20. Februar gedulden, denn wird der Kult-Collie bellend über die Kinoleinwand hüpfen.

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