Kommt die nächste Shopping Queen aus Halle?

Melanie Wigger

Das perfekte Outfit aus Halle: Martina kann sich mit dieser Kunstleder-Paperbag-Hose nicht anfreunden. Zum Leidwesen des Modedesigners Guido Maria Kretschmer, der der Hallerin darin den schönsten Hintern der Stadt attestiert. - © TVNOW
Das perfekte Outfit aus Halle: Martina kann sich mit dieser Kunstleder-Paperbag-Hose nicht anfreunden. Zum Leidwesen des Modedesigners Guido Maria Kretschmer, der der Hallerin darin den schönsten Hintern der Stadt attestiert. (© TVNOW)

Halle. Als im April der pinke Bus des Vox-Kamera-Teams durch Halle fuhr, zückten viele die Handykamera. Was beim Dreh in Halle vor sich ging, zeigt sich diesen Mittwoch in der Sendung »Shopping Queen«. Für den Modedesigner und Juror Guido Maria Kretschmer ist die Folge in Halle eine Nachhilfestunde in Sachen Geografie: Nein, es geht nicht in den Osten an die Saale. Dank Kandidatin Martina erkennt Guido, dass das westfälische Halle „ein hübscher Ort" ist. „Eine besondere Einkaufsstadt am Teutoburger Wald", stellt er – möglicherweise mit einem Hauch von Ironie – fest.

„Meinem Mann war das peinlich"

Halles Idylle fasst die Sendung zu Beginn mit malerischen Szenerien zusammen: Wiese, Bächlein, Windmühle, Feld, Höfe – und das Ganze untermalt mit der sanften Titelmelodie der Kultserie »Unsere kleine Farm«. „Sehr ländlich", kommentiert Jessy den Wohnsitz ihrer Konkurrentin. „Am Arsch der Welt", so Petra.

Mit einem lässigen "Buon giorno" öffnet Italien-Fan Martina dem TV-Team die Tür. Sie führt durch ihr geordnetes Reich, das sie sich mit ihren Söhnen (2 und 6) und ihrem Mann teilt. Fit hält sich die Hausfrau mit sechs Sporteinheiten pro Woche. „Ich war früher vier- bis fünfmal im Fitnessstudio", erzählt die 41-Jährige, während sie ein 16-Kilo-Gewicht locker anhebt. „Das war meinem Mann dann zu viel. Ich habe mir jetzt die Gewichte nach Hause geholt." Nun trainiere sie nur noch an ein bis zwei Tagen im Studio.

Die Gewichte im Wohnzimmer sind nicht die einzige Sammlung der Hallerin. Weiter geht’s mit dem Drehteam im Schlepptau ins Schlafzimmer – zum Allerheiligsten. In einem deckenhohen Kleiderschrank warten Martinas Schätze. Sie gesteht: „Ich habe so viele Kleider, Röcke und Pullis ... Ich könnte zwei Jahre lang nicht mehr shoppen gehen und könnte immer ein neues Outfit kombinieren." Im Keller reihen sich zudem 54 Jacken an einer langen Kleiderstange – wie in einer Boutique. Kein Wunder, die Hallerin ist gelernte Einzelhandelskauffrau. Nach ihrer Elternzeit will sie wie zuvor Mode verkaufen.

„Das ist der schönste Hintern in Halle"

Gekonnt präsentiert sie ihren eigenen Fundus: Leo, Spitze, Cowboyboots. An Auswahl scheint es nicht zu mangeln. Mit einem Accessoire verbindet sie eine besondere Erfahrung. Sie greift nach ihrem braunen Filzhut, einem Geschenk von ihrem Mann. „Als wir damit durch die Straßen gegangen sind, kam ich mir von Blicken verfolgt vor. Meinem Mann war es am Anfang relativ peinlich, dass alle geguckt haben. Aber mir war’s egal."

Guido, der die Aufnahme im Nachhinein kommentiert, kann darüber nur lachen: „Ich meine, wenn sie oben ohne wäre ... aber bei einem Hut?" sagt der Wahlberliner. Nach dem Blick auf Martinas Styling hat der Designer hohe Erwartungen. „Schmal, zart, mädchenhaft und keine Angst vor Mode." Sogar zum Motto »Paperbag-Pants« hängt bei Martina schon etwas Passendes im Schrank. Doch wenn die Hallerin »Shopping Queen« werden will, muss sie mit 500 Euro in vier Stunden ein neues Outfit kaufen – rund um eine lockere, hochgeschnittene Hose, die auf Taillenhöhe zugebunden wird. Bei dieser Aufgabe wird sie von Freundin Jana unterstützt, die ebenfalls in der Modewelt als Vertrieblerin arbeitet. „Ein Modefrettchen", kommentiert Guido Janas Auftreten.

Die perfekte Hose ist gleich im ersten Laden schnell gefunden – da sind sich Guido und Jana einig. „Die bestsitzendste Hose der Woche" lautet das Urteil des Designers, als die Hallerin in einer Kunstleder-Hose posiert. Martina ist skeptisch. Guidos Kommentar kann sie leider nicht hören: „Das ist der schönste Hintern in Halle, den es gerade gibt." Doch Martina liebäugelt bereits mit einer rostroten Alternative. Auch das Zureden ihrer Shoppingbegleitung hilft nicht – die Rote muss es sein. Aus der Garderobe ruft Martina noch spaßeshalber: „Guido, was sagst du?" Dieser schmollt aus der Ferne: „Schade, hätte so schön werden können ..."

„Biederer und braver als die andere Hose"

Mit einem hellen Top, einem karierten Blazer, einer Korb-Umhängetasche und goldenen Creolen steht das Outfit fest. 345 Euro bleiben in der Boutique Sinneswandel. Mit dem Rest fahren die Frauen nach Bielefeld, um hohe Sandalen und einen goldenen Armreif zu kaufen. Beim Friseur werden Martinas Goldlöckchen in Form gebracht. Das „Vogelnest" überzeugt Guido nicht so richtig: „Ich hätte etwas mehr Gas gegeben."

Das Geld ist weg, die Zeit ist um. Es folgt der obligatorische Gang über den Laufsteg. „Biederer und braver als die andere Hose", bemängelt Guido, „aber es ist ein süßer Look und das steht ihr perfekt." Die Konkurrenz mischt ebenfalls lobende Worte mit kleineren Kritikpunkten.Wie viele Punkte Martina von ihren Mitstreiterinnen bekommt, erfahren die Zuschauer am Mittwoch. Guidos Punkte kommen erst am Ende der Woche hinzu. Dann entscheidet sich, wer 1.000 Euro mit nach Hause nehmen darf.

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