Einigung im Tarifstreit: Drei vor’m Komma bei Storck in Halle

Einigung: In den Verhandlungen der Süßwarenindustrie ist am Mittwoch der Abschluss gelungen. Auch ohne Warnstreik-Druck aus Halle

Marc Uthmann

Verhaltenes Interesse: Einen echten Warnstreik konnte die NGG bei Storck nicht initiieren. Sie informierte. ArchivFoto: Uwe Pollmeier - © Uwe Pollmeier
Verhaltenes Interesse: Einen echten Warnstreik konnte die NGG bei Storck nicht initiieren. Sie informierte. ArchivFoto: Uwe Pollmeier (© Uwe Pollmeier)

Halle. Die Beschäftigten der Süßwarenbranche in Halle und damit auch die 2.800 Mitarbeiter bei Storck in Halle bekommen rückwirkend zum 1. April mehr Geld. Um drei Prozent steigen die Löhne, in einem zweiten Schritt gibt es ab dem 1. April 2020 noch einmal 2,6 Prozent drauf.

Auch Azubis profitieren mit einer Erhöhung ihrer Vergütung um 50 Euro im ersten und 40 Euro im zweiten Schritt. Die Vereinbarung gilt bis Ende April 2021. Das ist das Ergebnis der dritten Verhandlungsrunde in Krefeld. In die waren die Tarifpartner noch mit weit auseinanderliegenden Forderungen gegangen (das HK berichtete). Erhöhungen um 2,4 und zwei Prozent hatten die Arbeitgeber geboten, 6,5 Prozent hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verlangt und mindestens eine „Drei vor dem Komma" erwartet. Ebenso hatte sich der Storck-Betriebsrat im Vorfeld geäußert.

Die Drei gibt es nun, entsprechend zufrieden äußert sich Thorsten Kleile, Gewerkschaftssekretär der NGG Bielefeld-Herford: „Das Ergebnis passt in die Tariflandschaft." Vor allem mit Blick darauf, dass die Arbeitgeber anfänglich noch Themen wie steigende Nachtschichtzuschläge hätten berücksichtigen wollen. Mit ihrer Forderung, die Löhne in den unteren Entgeltgruppen stärker anzuheben, konnte sich die NGG allerdings nicht durchsetzen.

Die Gewerkschaft dankte ihren Mitgliedern für die „tolle Beteiligung" an den Warnstreiks. Bei Storck hatte es indes wie berichtet keine Arbeitsniederlegungen gegeben, lediglich einen Infostand der NGG am Werkstor. Die Gewerkschaft führt die mangelnde Streikbereitschaft nicht zuletzt auf die außertariflichen Leistungen bei Storck zurück. Anders habe es da beim Feingebäck-Hersteller Schulte in Rietberg aus: Dort seien 70 der 300 Mitarbeiter in den Ausstand gegangen.

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