Halle will Umweltsünder künftig stärker belangen

Umwelt- und Klimaschutzausschuss: Achtlos weggeworfene Zigarettenstummel und die Hinterlassenschaften von Hunden sind in Halle ein Problem. Die Einführung eines Verwarnungs- und Strafenkatalogs ist nur noch eine Frage der Zeit

Rolf Uhlemeier

Giftige Hinterlassenschaften: Rund um Abfallbehälter und Bänke liegen im Laibachpark zahllose Zigarettenkippen. - © Rolf Uhlemeier
Giftige Hinterlassenschaften: Rund um Abfallbehälter und Bänke liegen im Laibachpark zahllose Zigarettenkippen. (© Rolf Uhlemeier)

Halle. „20 Prozent aller Vergiftungen von Kleinkindern passieren durch das Verschlucken von Zigarettenstummeln und eine Kippe kann 40 bis 60 Liter Wasser verunreinigen." Deutliche Worte fand Grünenpolitiker Dieter Jung, Vorsitzender des Umwelt- und Klimaschutzausschusses, bei der Diskussion über die Einführung eines detaillierten Verwarnungs- und Strafenkataloges.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gehören die Reste von Zigaretten eigentlich wie Batterien zum Sondermüll. Sie enthalten rund 5.000 Chemikalien, darunter so hochgiftige Substanzen wie Cadmium, Blei und Arsen sowie Rückstände von Pestiziden und Insektiziden.

Zigarettenkippen enthalten hochgiftige Substanzen

Achtlos weggeworfene Zigarettenstummel sind auch in Halle ein Problem – für Kinder, Tiere und die Umwelt. Im Park an den Laibachquellen finden sich die Hinterlassenschaften der rauchenden Zeitgenossen zum Beispiel auf Schritt und Tritt. Vor allem rund um die Sitzgelegenheiten, auch auf und am Spielplatz ist der Boden mit Kippen übersäht. Für Kleinkinder eine riesige Gefahrenquelle. Das will Jung nicht mehr hinnehmen und mahnte im Ausschuss dazu, an den Sitzbänken kippen-geeignete Mülleimer aufzustellen sowie im noch zu erstellenden Bußgeldkatalog drastische Strafen festzulegen: „Ein paar Euro bringen da nichts." Thematisiert wurden erneut auch die Hinterlassenschaften von Hunden, die von ihren Besitzern nicht entfernt werden. Wolfgang Bölling (SPD) regte erneut an, man möge dem Steinhagener Beispiel folgen und flächendeckend Tütenspender und Entsorgungsbehälter aufstellen. Dass das Problem damit jedoch nur bedingt zu lösen sei, wusste Presbyter und Ausschussmitglied Jürgen Deichsel (UWG) zu berichten. Auf dem Friedhof habe die evangelische Kirchengemeinde viele solcher Tütenspender aufgestellt und dennoch ließen es Hundebesitzer nach wie vor zu, dass die Hinterlassenschaften ihrer Tiere auch auf Gräbern liegen bleiben.

Das Thema soll ein weiteres Mal auf die Tagesordnung

Im Ausschuss stellte Benjamin Potthoff von der Stadtverwaltung den Entwurf eines Katalogs vor, in dem Bußgelder für Vergehen wie das Nichtbeseitigen von Hundekot, über das Wegwerfen von Zigarettenkippen, bis hin zum unnötigen Laufenlassen von Motoren detailliert festgelegt sind. Da NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am Dienstag einen neun Bußgeldkatalog vorgestellt hatte, der aber noch nicht in schriftlicher Form vorlag, bat Jung darum, das Thema noch einmal in den Fraktionen zu diskutieren, um es dann bei der nächsten Sitzung im September wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

Einig sind sich die Haller Politiker bereits jetzt darin, dass es künftig einen städtischen Strafenkatalog geben werde und dass die Einhaltung der schon jetzt bestehenden Regeln einer besseren Überwachung bedarf.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.