Der Edeka kommt zurück nach Halle

Hans-Jürgen Borgmann plant die Rückkehr. Der Inhaber der früheren Filiale sieht trotz der jüngsten Studie der BBE gute Perspektiven. Favorit ist die Aldi-Doppellösung, aber auch der Klingenhagen bleibt im Rennen

Uwe Pollmeier

Soll wiederkommen: Ältere Haller dürften sich noch an den im Sommer 2017 geschlossenen und inzwischen abgerissenen Edeka am Klingenhagen erinnern. - © Uwe Pollmeier
Soll wiederkommen: Ältere Haller dürften sich noch an den im Sommer 2017 geschlossenen und inzwischen abgerissenen Edeka am Klingenhagen erinnern. (© Uwe Pollmeier)

Halle. „Ich arbeite weiter an meinem Ziel", sagt Hans-Jürgen Borgmann. Der Inhaber der einstigen Edeka-Filiale am Klingenhagen gibt auch zwei Jahre nachdem dort der letzte Artikel eingescannt worden ist nicht auf. „Es wird in Halle wieder einen Edeka geben", sagt Borgmann deutlich.

Offiziell hatte er bisher stets den Neubau am alten Standort als einzige Möglichkeit angegeben, nun spricht er jedoch offen darüber, dass der primäre Wunsch eine gemeinsame Lösung von Edeka und Aldi unter einem Dach in einem Neubau am Künsebecker Weg sei. „Ein Doppelstandort ist interessanter. Nur einmal parken und der gesamte Einkauf hat sich erledigt. Das ist auch ökologisch sinnvoll", sagt Borgmann mit Blick auf einen gemeinsamen Standort.

Dass ihm das im jüngsten Planungsausschuss vorgetragene Gutachten der BBE-Handelsberatung nicht gerade in die Karten spielte, sondern vielmehr zum Schutz des Marktkaufs einen großen Edeka unter einem Dach mit einem Discounter ausschloss, stört Borgmann wenig. „Ich sehe die eine oder andere Zahl anders", sagt Borgmann mit Blick auf das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten. Zudem spreche man immer nur von den zu erwartenden Nachteilen des Marktkaufs und vergessen ganz die derzeitigen Umsatzsteigerungen durch die derzeitige Edeka-Abstinenz.

So sei etwa die angesetzte Kaufkraft für Halle mit rund 35 Millionen zu niedrig. Dies entspreche pro Kopf und Monat 1.750 Euro und somit einem Wert von Duisburg-Rheinhausen. „Halle liegt aber meiner Einschätzung nach bei rund 2.100 Euro", sagt Borgmann. Zudem habe die Studie stets vorausgesetzt, dass der Aldi sich vergrößere. „Edeka alleine wurde gar nicht geprüft", sagt Borgmann.

Das machen, was den Menschen wichtig ist

Das Ziel, den Marktkauf zu schützen, sei lobenswert, allerdings müsse man als Stadt auch darauf achten, was wichtig für die Menschen ist. „Die Politik darf es sich nicht einfach machen", sagt Borgmann. Man sei sich schließlich einig, dass die Nahversorgung im Bereich Klingenhagen oder Künsebecker Weg sinnvoll sei. Ein Gutachten müsse zudem stets hinterfragt werden und dürfe nicht einfach so als Fakt angenommen werden. Er hoffe daher, dass die nun innerhalb der Fraktionen stattfindenden Beratungen einige Aspekte hervorbringen werden, die der Studie widersprechen.

Auch wenn Borgmann schon jetzt das übriggebliebene Stück vom Kuchen für groß genug hält, rät er dazu an die Zukunft zu denken. „Storck plant 1.200 neue Stellen. Dadurch wird die Einwohnerzahl von Halle um rund fünf Prozent ansteigen", sagt Borgmann. Zwar werden nicht alle in Halle wohnen, aber dafür brächten viele eine Familie mit nach Halle, so dass dieser Zuwachs zu erwarten sei.

Perspektiven am Klingenhagen

Auch wenn Edeka-Inhaber Hans-Jürgen Borgmann mittlerweile das größte Potenzial in der Doppellösung mit einem neuen Aldi am Künsebecker Weg sieht, ist auch das Comeback am Klingenhagen noch nicht vom Tisch. Die bisherige Fläche ist freigeräumt und könne umgehend wieder mit einem eingeschossigen Supermarkt bebaut werden. Allerdings wäre dies nicht die Optimallösung, was Borgmann inzwischen auch eingesteht und was angesichts der langen Wartezeit seit der Schließung im Sommer 2017 längst vermutet wurde. Nach HK-Informationen besteht für Borgmann jedoch die Option, seine Fläche am Klingenhagen kurz- bis mittelfristig zu erweitern. „Die Kommune hat die Planungshoheit und kann dadurch steuern", sagt Bauamtsleiter Keil. Aber auch wenn eine neue Fläche das ganze Baugenehmigungsverfahren wieder von vorne starten lassen würde, sieht er darin zunächst kein Hindernis für Borgmann. „Unterhalb der Schienen hat der Edeka eine Nahversorgungsfunktion", sagt Keil. Das war bisher so und wäre auch zukünftig wieder der Fall. Um sich selbst ein Bild verschaffen zu können, sei allerdings eine Studie wie die der BBE notwendig.

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