Haller Alleestraße: Tempo 30 ohne Ausnahme

Aus für Tempo 50: Auf der Allee- und der Bahnhofstraße stehen seit Donnerstag die Tempo-30-Schilder. Vor der Schule darf auch sonntags nicht gerast werden

Uwe Pollmeier

Runter vom Gas: An der Alleestraße stehen jetzt die Tempo-30-Schilder. Foto: Uwe Pollmeier - © Uwe Pollmeier
Runter vom Gas: An der Alleestraße stehen jetzt die Tempo-30-Schilder. Foto: Uwe Pollmeier (© Uwe Pollmeier)

Halle. Seit Donnerstag stehen an Teilabschnitten der Bahnhof- und der Alleestraße die bereits angekündigten Tempo-30-Schilder. Die Schilder sind überwiegend anlassbezogen und enthalten somit unterhalb der rot umkreisten 30 noch einen Hinweis auf den Grund der Temporeduzierung. Zwischen Rathaus und Goebenstraße gilt das Tempolimit rund um die Uhr. Versehen sind die Schilder angesichts der benachbarten Diakonie mit dem Zusatz »Altenheim«.

Stadtauswärts gilt ab der Goebenstraße die Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen 7 und 22 Uhr. Grund sind hier die Schüler des Kreisgymnasiums, aber auch das Klinikum sowie der Betrieb der Sporthalle bis zum späten Abend. Wer jetzt aber meint, die Gesetzeslücke entdeckt zu haben, muss enttäuscht werden. Auch wenn der Anlass »Schule« streng genommen an Sonntagen oder in den Ferien nicht gegeben ist, bedeutet dies nicht, dass zu diesen Zeiten wieder auf 50 Stundenkilometer beschleunigt werden darf. „Das Tempolimit gilt auch an Sonntagen und während der Ferien", erklärt Moritz Diekmeyer, Haller Fachanwalt für Verkehrsrecht. Zeitlich sei es nicht einzugrenzen, da theoretisch auch während dieser Zeiten Schüler unterwegs sein könnten. Zudem impliziere der Hinweis »Schule« auch die dazugehörige Sporthalle, die auch durch nicht mehr schulpflichtige und insbesondere auch zu späterer Stunde und am Wochenende benutzt werde.

„Das Tempolimit gilt an jedem Tag und rund um die Uhr"

Ebenso könne man sich nicht auf eine begrenzte Strecke berufen, so wie etwa am Bahnübergang Schnatweg, wo vor etwa einem Jahr unrechtmäßig geblitzt wurde. Der dortige Zusatz »Schäden am Bahnübergang« führt dazu, dass die Tempobegrenzung nur solange gültig ist, bis die Gefahr vorüber ist, also bis zum Ende des Bahnübergangs.

„Hier an der Alleestraße ist solch eine Streckenfestlegung jedoch nicht möglich", erklärt Diekmeyer. Es gebe keinen auf den Meter genau festgelegten Bereich, in denen Schüler sich bewegen. Vielmehr seien die Übergänge fließend. Bernhard Riepe, Sachgebietsleiter Verkehrslenkung beim Kreis Gütersloh, bestätigt die Meinung des Juristen. „Das Tempolimit gilt an jedem Tag und rund um die Uhr", sagt Riepe. Man habe anfangs darüber nachgedacht, an der Alleestraße Schilder mit der Einschränkung Montag bis Freitag anzubringen, sich dann aber für die konsequentere Variante entschieden. Schließlich gelte es, auch die Krankenhausbesucher und die Benutzer der Sporthalle außerhalb der schulischen Kernzeiten zu schützen.

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