Fridays for Future: Post an die Bürgermeisterin

Die Haller Ortsgruppe fordert Politik und Verwaltung auf, aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen. In ihrer Bürgeranregung sind klare Forderungen formuliert

Uwe Pollmeier

Sehen die Stadt in der Pflicht: Maria Wöstmann (von links), Rhea Walwei, Tobias Rüter und Fynn Horstmannshoff - © Uwe Pollmeier
Sehen die Stadt in der Pflicht: Maria Wöstmann (von links), Rhea Walwei, Tobias Rüter und Fynn Horstmannshoff (© Uwe Pollmeier)

Halle. Sieben Wochen nach ihrer vorerst letzten Demo am Haller Rathaus gehen die Mitglieder der Haller Fridays-for-Future-Ortsgruppe nun den nächsten Schritt. „Wir haben eine Anregung verfasst und an die Bürgermeisterin geschickt", sagt Fynn Horstmannshoff. Der Inhalt dieses Schriftstücks wird bereits am Mittwoch, 22. Mai, ab 17.30 Uhr im Stadtrat im Schulzentrum Masch thematisiert. Die Bürgeranregung, die von fünf Mitgliedern der Gruppe unterzeichnet wurde, sieht vor, dass die Stadt ein Konzept erstellt, welches eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 80 Prozent im Vergleich zu 2010 vorsieht.

„Wir müssen umdenken. Wenn wir so weiter machen, ist das verrückt", sagt Horstmannshoff. Klimaschutz sei keine Sache, die sich nur auf großer Ebene abspiele. Die Stadt habe die moralische Pflicht, als Vorbild voranzugehen. Zudem appelliere man an jeden Bürger und an jede Partei. „Wir müssen uns alle überlegen, wie wir den Kollaps unserer Lebensgrundlage vermeiden", sagt der 20-Jährige, der an der Uni Bielefeld Philosophie und Politik studiert.

"Klimaschutz sollte bei jeder Entscheidung berücksichtig werden"

Die Mitglieder der Gruppe, die am kommenden Freitag wieder gemeinsam mit den Bielefelder Klimaschutzsympathisanten ab 12 Uhr vor dem Hauptbahnhof der Leineweberstadt streiken werden, fordern die Verwaltung auf, möglichst schnell auf die Nutzung fossiler Energieträger zu verzichten und regelmäßig zu überprüfen, ob getroffene Entscheidungen mit den Zielen im Einklang stehen. „Dabei geht es nicht nur um den Umweltausschuss", stellt Maria Wöstmann klar. Schließlich seien auch Themen wie Infrastruktur, Bauen oder Finanzen richtungsweisend. „Das Thema Klimaschutz sollte bei jeder Entscheidung berücksichtigt werden", sagt Tobias Rüter (18).

Um ihren Teil zum von Deutschland unterschriebenen Pariser Klimaschutzabkommen beitragen zu können, unterbreiten die Fridays-for-Future-Mitglieder der Stadt direkt einige Vorschläge. „Der ÖPNV sollte ausgebaut werden und städtische Gebäude sollten klimaneutral gemacht werden", sagt KGH-Abiturientin Rhea Walwei (17). Zudem fordere man eine minimale Flächenversiegelung, ein größeres Radwegenetz und Projekte, die private Investitionen in den Klimaschutz fördern.

„Ein schlagkräftiges Gesamtkonzept für den Klimaschutz in Halle ist nötig", sagt Horstmannshoff. Er wünsche sich eine verstärkte Diskussion in diesen Bereichen. Man müsse nun die Weichen stellen. Schließlich wolle man nicht die Generation sein, der später vorgeworfen werde, nichts gegen den Klimawandel getan zu haben.

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