Radwegeführung: "Die Stadt glänzt durch Untätigkeit"

Die Mitglieder der »Bürgerinitiative Alleestraße« halten die seit Januar in Kraft getretene Änderung der Radwegeführung an der Bahnhofstraße für gefährlich. Ihr Sprecher Helmut Rose wirft der Stadtverwaltung Untätigkeit vor

Ekkehard Hufendiek

Im Restaurant Hollmann: Andreas Lüdeke (links) und Helmut Rose stimmen sich mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative Alleestraße auf die kommenden Aktionen ein. - © Ekkehard Hufendiek
Im Restaurant Hollmann: Andreas Lüdeke (links) und Helmut Rose stimmen sich mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative Alleestraße auf die kommenden Aktionen ein. (© Ekkehard Hufendiek)

Halle. Das Unverständnis bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative Alleestraße ist einhellig: Die meisten schütteln leise den Kopf, einige ärgern sich in lautstarken Worten. „Das ist etwas fürs Fernsehen unter der Rubrik »Unsinn der Woche«", sagt einer, „das ist ein Witz", sagt ein anderer. 23 Mitglieder haben sich am Donnerstag im Hotel Hollmann getroffen und vielfach ihre Missstimmung ausgedrückt.

Anlass des Unwohlseins ist die verwirrende Radwegeführung auf der Bahnhofstraße entlang der Mauer des Alten Friedhofs sowie vor der gegenüberliegenden Bäckereifiliale. Dort hat der Kreis Gütersloh die Stadt Halle im Januar dazu angewiesen, ihre Radfahrer vom Bürgersteig mit der rot markierten Fahrbahn hinunterzuschicken zu den Autofahrern auf die Straße. Ein rundes Vorschriftszeichen mit Fußgängern auf blauem Grund zwingt die Radfahrer nun auf die Straße.

Denn die übergeordnete Behörde hatte den kombinierten Geh- und Radweg im August des vergangenen Jahres als viel zu schmal und daher als vermeintliche Gefahrenstelle entlarvt. Wer derzeit also im stadtzentrumsnahen Teil der Alleestraße Fahrrad fährt, muss auf die Schilder achten und nicht auf die Fahrbahnmarkierung.

„Das ist eine ganz gefährliche Ecke"

Das tun aber offenbar nur wenige. „Das ist eine ganz gefährliche Ecke", beschreibt einer der Anwohner die jetzige Situation. Und ein anderer erzählt, dass er sich jetzt öfter falschfahrenden Radlern entgegenstellt, um sie auf ihren Irrtum oder ihren Vorsatz aufmerksam zu machen.

Helmut Rose indes macht den Radfahrern keinen Vorwurf. Das Problem der irreführenden Wegmarkierung sei seit Januar bekannt, doch seitdem nicht geändert worden. Der Sprecher der Bürgerinitiative zielt mit seinem Unmut deswegen in Richtung der städtischen Verwaltung: „Die Stadt glänzt durch Untätigkeit", sagt er. Zur Sache will Helmut Rose demnächst die einzelnen Fraktionssprecher der Ratsparteien ansprechen, ebenso das Straßenverkehrsamt und schließlich auch die Bürgermeisterin.

Das Ergebnis eine Umfrage, die die Bürgerinitiative im April durchführte, scheint die Mitglieder zu bestätigen: Darin stimmten 85 Teilnehmer zur Frage ab »Sollen die Fahrradwege der Allee- und Bahnhofstraße erhalten bleiben?«. 77 antworteten mit Ja und acht mit Nein. Die nächste Online-Umfrage ist schon gestartet. Jetzt sollen die Bürger über folgende Frage abstimmen: Soll die Stadt Halle weiterhin den öffentlichen Parkraum einschränken oder abbauen?

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