Der letzte Vorhang fällt für Opus Arte in Halle

Nach 13 Jahren verabschieden sich Reiner Beinghaus und sein Ensemble aus der Lindenstadt. Ein Abschied für immer muss es nicht sein. Es ist eher eine Atempause, um neue Ideen zu entwickeln

Rolf Uhlemeier

Opulent: Zum vorerst letzten Mal steht das Opus-Arte-Ensemble in diesem Jahr auf der Bühne des Schulzentrums Masch und wird Servus sagen. - © Ekkehard Hufendiek
Opulent: Zum vorerst letzten Mal steht das Opus-Arte-Ensemble in diesem Jahr auf der Bühne des Schulzentrums Masch und wird Servus sagen. (© Ekkehard Hufendiek)
Ein Gläschen zum Abschied: Reiner Beinghaus und Susanne Debour laden zum vorerst letzten Mal zur »Opera CulinAria« in die Aula des Schulzentrums Masch ein. - © Rolf Uhlemeier
Ein Gläschen zum Abschied: Reiner Beinghaus und Susanne Debour laden zum vorerst letzten Mal zur »Opera CulinAria« in die Aula des Schulzentrums Masch ein. (© Rolf Uhlemeier)

Halle. „Ich möchte nicht in die Situation kommen, dass es zur Routine wird, dass die hundertprozentige Konzentration nicht mehr da ist", sagt Reiner Beinghaus. In der Stimme des Countertenors schwingt die Begeisterung des Aufbruchs und nicht die Traurigkeit des Abschiedes mit: Nach 13 Jahren »Oper CulinAria« verabschiedet sich Opus Arte aus der Lindenstadt. Am 22. Juni wird das Ensemble zum vorerst letzten Mal die Bühne des Schulzentrums Masch erobern.

Den Zeitpunkt für die Abschiedsvorstellung hat Reiner Beinghaus mit Bedacht gewählt. Es gibt gute Gründe: Da ist der bevorstehende Abschied von Susanne Debour als Kulturbeauftragte der Stadt Halle: „Susanne war die Erste, die angerufen hat, als es in der Zeitung stand, dass ich hier eine Theatergruppe ins Leben rufen will und sie hat uns einen tollen Probenraum vermittelt", erinnert er sich und betont: „Ohne sie würde mir etwas fehlen." Nicht der einzige Grund, aus dem Opus Arte am 22. Juni Servus sagen will.

„In den ersten Jahren bin ich in der Vorbereitungszeit morgens um sechs Uhr aufgestanden und habe bis 22 Uhr an Opus Arte gearbeitet. In den letzten Jahren ist vieles zur Routine geworden, da konnte ich länger schlafen." Das entspricht allerdings nicht der Seele des Countertenors. „Das Feuer muss brennen", sagt er voller Begeisterung und das wird es im Vorfeld der Haller Abschiedsvorstellung mit Sicherheit noch einmal. Mit seinem Ensemble will er im Schulzentrum das Beste aus den vergangenen Jahren präsentieren und einen Bogen zur ersten Auftaktveranstaltung im Rathausgarten schlagen: „Wir freuen uns alle auf das letzte große Konzert", sagt Beinghaus: „Wir werden alle großen Stücke im Programm haben – von Wagners Tannhäuser bis hin zu Verdis Triumphmarsch." Dabei kann das Ensemble auf ein riesiges Repertoire aus Musical, Oper und Operette zurückgreifen und musste die einzelnen Stücke nicht mehr in monatelanger Kleinarbeit einstudieren.

Der Regen war anfangs ein stetiger Begleiter

In den zurückliegenden Jahren hat der begnadete Sänger allerdings die Erfahrung gemacht, dass weniger oft mehr ist: „In der ersten Zeit wollte ich immer möglichst viel in das Programm packen, musste aber feststellen, dass die Aufmerksamkeit beim Publikum zum Ende hin oft nachgelassen hat." Das wird bei der Abschiedsvorstellung am 22. Juni sicher nicht der Fall sein und wenn doch, dann hat sich der Opus-Arte-Chef auch bereits das passende Gegenmittel überlegt: „Wenn unsere Gäste zum Ende hin eingeschlafen sein sollten, dann werden wir sie noch einmal richtig wach machen", sagt Beinghaus und lächelt verschmitzt.

Mindestens ebenso groß wie das Repertoire, auf das das Ensemble zurückgreifen kann, sind die Erlebnisse aus 13 Jahre Opus Arte. Das fängt beim Caterer im Premieren-Jahr an, der erst mit dem Aufbau begann, als die Gäste schon eingetroffen waren und mit seinem Equipment für einen veritablen Stromausfall sorgte, bis hin zu den mehr oder weniger heftigen Regenfällen, die wie eingefleischte Fans zum stetigen Begleiter der »Opera CulinAria« wurden.

Karten für das Konzert am Samstag, 22. Juni, gibt es ab sofort zum Preis von 20 Euro im Bürgerbüro der Stadt. Einlass wird um 19 Uhr sein. Tisch-Reservierungen sind unter opus-arte@t-online.de. möglich.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.