Gründerfamilie will wieder bei Gerry Weber einsteigen - Ralf Weber nimmt Stellung

Nach Medienberichten plant die Unternehmerfamilie, sich wieder einzukaufen

Nicole Donath,Marc Uthmann

Eingang des Firmengebäudes von Gerry Weber in Halle. - © Nicole Donath
Eingang des Firmengebäudes von Gerry Weber in Halle. (© Nicole Donath)

Halle. Für den insolventen Haller Modekonzern Gerry Weber International AG wird aktuell nach einem Investor gesucht. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins Bilanz wollen auch Firmengründer Gerhard Weber und sein Sohn Ralf (54) „einen beträchtlichen Teil von Gerry Weber" aus der Insolvenz herauskaufen. Das Magazin beruft sich auf eine elfseitige interne Präsentation vom 20. März, die der Redaktion vorliege und an mindestens einen potenziellen Geldgeber gegangen sei, nämlich den Trigema-Chef Wolfgang Grupp (77).

Konkret soll es in dem Geheimpapier heißen: „Die Familie Weber strebt durch die Transaktion aus der Insolvenz die selektive Übernahme der profitablen Unternehmensstrukturen an." Für die Finanzierung suche man Partner und Ko-Investoren. Für diese bestünde „die Möglichkeit, sich an der sanierten und nachhaltig neu aufgestellten Gerry Weber zu beteiligen".

Geplant sei, „im Zeitraum Mai bis Juni ein bindendes Angebot" zu unterbreiten und „im Zeitraum Juli bis Oktober" zum endgültigen Abschluss eines Kaufvertrages zu kommen. Weiter berichtet das Magazin, dass man „ausgewählte profitable Teile übernehmen und in eine neue Firma überführen wolle, die sich im Besitz der Webers und gegebenenfalls ihrer Geldgeber" befänden – also die Marke, Einrichtungen, Immobilien, Waren im Lager sowie Anteile an bestimmten Auslandsfirmen.

„Der weniger rentable und verlustreiche Rest sowie die Schulden verbleiben bei der Altfirma. Diese wird abgewickelt, die verbleibenden Aktionäre, Gläubiger und Angestellten ziehen den Kürzeren", heißt es in der Bilanz. Ein Sprecher des Konzerns wollte am Freitag den Artikel nicht kommentieren. Im Juni soll entschieden werden, ob bei Gerry Weber der Investorenprozess fortgeführt oder der Insolvenzplan verfolgt wird.

Ralf Weber erklärte dazu, sein Vater kenne das Papier überhaupt nicht, er selber habe es erst später gesehen. Jedenfalls sei der Verfasser des Konzeptes weder dazu bevollmächtigt noch beauftragt worden, auf Investorensuche zu gehen.

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