Das soll sich im Gerry Weber Sportpark Hotel ändern

Die Konkurrenz schläft nicht: Da die Mitbewerber ihre Häuser bereits modernisiert haben, läuft nun die große Renovierung im Sportpark Hotel. Der neue Betriebsleiter sieht die Zukunft des Hauses in einem frischeren Ambiente, niedrigeren Preisen und neuen Angeboten

Uwe Pollmeier

ind Feuer und Flamme für neue Idee: Ralf Weber (Geschäftsführer des Gerry Weber Sportpark Hotels, links) und der neue Betriebsleiter Salvador Marin-Martinez wollen mit mehr Angeboten und niedrigeren Preisen ein breiteres Zielpublikum ansprechen. Zudem wird das Hotel komplett renoviert. - © Uwe Pollmeier
ind Feuer und Flamme für neue Idee: Ralf Weber (Geschäftsführer des Gerry Weber Sportpark Hotels, links) und der neue Betriebsleiter Salvador Marin-Martinez wollen mit mehr Angeboten und niedrigeren Preisen ein breiteres Zielpublikum ansprechen. Zudem wird das Hotel komplett renoviert. (© Uwe Pollmeier)

Halle. „Wenn wir nichts machen, wäre das Hotel in Kürze geschlossen", beschreibt Salvador Marin-Martinez mit deutlichen Worten die aktuelle Lage im Gerry Weber Sportpark Hotel. Das Vier-Sterne-Haus sei 25 Jahre nach der Eröffnung in die Jahre gekommen. „Alle Mitbewerber renovieren, niemand will in ein veraltetes Hotel", sagt Marin-Martinez, der am 1. April den Posten des Betriebsleiters übernommen hat. Um mithalten zu können, müsse man daher umfassend renovieren.

„Wir wollen führender Anbieter werden"

Daher wird der ursprüngliche Plan erweitert. Bis Anfang 2020 sollen alle 106 Zimmer renoviert sein, in 25 Räumen sind diese Arbeiten bereits abgeschlossen. Zudem sollen Restaurant- und Barbereich sowie das Schwimmbad ein neues Gesicht erhalten. „Es ist hier sehr schön, aber die Leute sollen sich wohlfühlen", sagt der 53-Jährige. Er will das schlummernde Potenzial, das in dem Hotel steckt, wecken und alte Gäste zurückholen sowie neue hinzugewinnen. „Der Boden und die Beleuchtung werden erneuert, ebenso Tische und Stühle. Durch die Tischdecken entsteht doch keine frische Leichtigkeit", sagt Marin-Martinez. Das Ambiente soll massenkompatibler und der Wohlfühlcharakter gesteigert werden.

„Wir wollen für alle Bürger im Altkreis offen sein und der führende Anbieter in der Region werden", sagt Geschäftsführer Ralf Weber. Er und Marin-Martinez kennen sich seit einigen Jahren, sind Nachbarn in Steinhagen und wollen nun gemeinsam das Schiff wieder auf Kurs bringen.

Allein mit der Optik wird dies aber nicht gelingen, daher wird das Angebot erweitert und an der Preisschraube gedreht. Neben freitäglichen »Steak-meets-Spargel-Buffets« am Outdoor-Grill mit Live-Musik soll ab Montag ein Mittagstisch für 10,90 Euro die hungrigen Haller anlocken. „Wenn wir in Hamburg wären, hätten wir das nicht nötig", sagt Marin-Martinez, der als Kind zweier Spanier beim Besuch seines bereits in Ostwestfalen lebenden und arbeitenden Vaters in Bielefeld geboren wurde und seine ersten sechseinhalb Lebensjahre im Süden Spaniens verbrachte. Aber in Halle müsse man anders denken. Hier seien 16,50 Euro für einen Gin Tonic an der Hotelbar einfach zu teuer.

Niedrigere Preise, aber weiterhin vier Sterne

„Die Marge beim hochwertigen Mittagstisch ist sehr gering, aber dafür erfreuen wir viele Leute", sagt Marin-Martinez, der seit über 30 Jahren in der Gastronomie tätig ist und seit 19 Jahren das Salvador in Bielefeld-Brackwede führt. Das Hotelgewerbe ist jedoch neu für ihn. „Ich war nervös und hatte ein bisschen Angst vor der Aufgabe", gesteht der Mann mit spanischem Pass. „Ich sehe Sachen daher anders als andere und liebe diesen Job", zeigt er sich zuversichtlich und kämpferisch.

Trotz der neuen Preisstruktur sei für ihn klar, dass „wir ein Vier-Sterne-Hotel bleiben". Die Anpassung der Preisstruktur bedeute keinesfalls, dass man alles über den Haufen werfe. „Wir werden die Hochpreisigkeit angreifen, aber kein Imbiss werden", sagt der Gastronom, der in den ersten Tagen seiner Tätigkeit das 70-köpfige Team kennengelernt und nachgeschaut hat, wo „am dringendsten etwas verändert werden muss".

 Zur Investitionssumme gibt es keine Angaben

Zunächst wird das Schwimmbad in Angriff genommen, dass während der zweiwöchigen Umbauphase geschlossen werden muss. Es soll eine neue Lüftungsanlage, neue Farben sowie ein begrüntes Flachdach anstelle des jetzigen Glasdachs erhalten. „Wir renovieren und verschönern, werden aber nichts komplett wegreißen", sagt Marin-Martinez.

Zur Investitionssumme machen Betriebsleiter und Geschäftsführer keine Angaben. Die Maßnahmen sollen ein Zeichen dafür sein, dass man nach vorne schaue und auf einem guten Weg sei. Die ursprüngliche Renovierung war im Dezember mit zwei Millionen Euro beziffert worden. Für die Umgestaltung von Bad, Bar und Restaurant dürfte diese Zahl um eine gute sechsstellige Summe ansteigen.

„Wir leben nicht von den Großveranstaltungen, sondern von den täglichen Besuchern", sagt Weber. Genau diese möchte man nun überzeugen. In Kürze werde man auch einen Restaurantleiter präsentieren, der weitere Kreativität einbringen soll.

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