Messerstecherei in Blankenhagen: Mordkommission ermittelt

Ersten Angaben der Polizei zufolge endete ein Streit zwischen zwei rumänischen Leiharbeitern aus der Fleischindustrie in einer Messerstecherei

Andreas Eickhoff

Am Tatort: Die Spurensicherung untersuchte die Wohnung im obersten Geschoss. - © Andreas Eickhoff
Am Tatort: Die Spurensicherung untersuchte die Wohnung im obersten Geschoss. (© Andreas Eickhoff)

Gütersloh. In Gütersloh ist es bei einer Messerstecherei in der Nacht zu Sonntag zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen. Die Polizei Bielefeld hat eine Mordkommission eingerichtet.

Ersten Angaben der Polizei zufolge endete ein Streit zwischen zwei rumänischen Leiharbeitern aus der Fleischindustrie am frühen Sonntagmorgen im Gütersloher Stadtteil Blankenhagen in einem Hochhaus mit 20 Wohneinheiten in einer Messerstecherei.

In dem Hochhaus sollen rund 150 Menschen leben. Die Haustür auf der rückwärtigen Seite lässt sich nicht verschließen und die Müllcontainer sind überfüllt. Ausgediente Matratzen, alte Möbel, Kühlschränke und Fahrräder liegen neben der abschließbaren Metallkonstruktion für die Müllbehälter.

Der Täter soll mehrfach auf sein Opfer eingestochen haben

Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern eskalierte laut Polizei in einer Dachgeschosswohnung. Am frühen Sonntagmorgen soll es zwischen einem 24-Jährigen, der eigentlich in Rheda-Wiedenbrück wohnt, und einem 20-Jährigen zu einem heftigen Streit gekommen sein. Im Verlauf des Streits soll der 24-Jährige dann ein Messer ergriffen und mehrmals zugestochen haben. Dabei wurde der 20-Jährige lebensgefährlich verletzt.

Zeugen hatten zwischenzeitlich die Polizei alarmiert, doch der Täter flüchtete durch das Treppenhaus ins Freie. An einer benachbarten Gaststätte nahmen Polizisten den Tatverdächtigen fest.

Neben der Polizei eilten auch zwei Rettungswagen und ein Notarzt zum Tatort. Der Schwerstverletzte wurde zunächst vor Ort behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo er sofort operiert werden musste.

Ärzte kämpfen in einer Notsituation um das Leben des Opfers

Während die Ärzte im Operationssaal um das Leben des jungen Rumänen kämpften, untersuchten zunächst Beamte der Gütersloher Kriminalpolizei den Tatort. Aufgrund ihrer Erkenntnisse und dem schlechten Gesundheitszustand des Opfers richtete die Polizei Bielefeld später eine Mordkommission ein.

Kurze Zeit später fuhren die Beamten der Spurensicherung mit ihrem markanten Transporter auf das Grundstück gleich neben dem Polizei-Bezirksdienstbüro in Blankenhagen. Nach einer kurzen Einweisung durch die Beamten der Gütersloher Kriminalwache hüllten sich die Experten in weiße Schutzanzüge, um selber keine weiteren Spuren zu hinterlassen.

Vor der benachbarten Gaststätte wurden dann zunächst erste Spuren gesichert. Hier soll der blutverschmierte Täter ein dort abgestelltes Fahrzeug kurz vor seiner Festnahme berührt haben, diese Spuren waren zuvor wegen des immer wieder aufkommenden Regens notdürftig abgedeckt worden.

Derweil rekonstruierte ein Beamter mit einer Videokamera den Fluchtweg des mutmaßlichen Täters. Nachdem am frühen Nachmittag auch in der betroffenen Wohnung alle Spuren gesichert waren, rückte die Spurensicherung wieder ab.

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