Wie eine Drohne Rehkitze vor dem Mähtod bewahren soll

Herbert Gontek

Symbolbild: Drohne - © Pixabay
Symbolbild: Drohne (© Pixabay)

Halle. Der Hegering Halle hat am Osterwochenende seine zweite Drohne bekommen. Ein halbes Dutzend Piloten der Jägerschaft des Hegerings Halle nahm an der eintägigen Einweisung auf dem Hof Heider in Hörste teil. „Bessere Technik, einfachere Handhabung, super Gerät" – so lautete das Fazit des zweiten Vorsitzenden, Thomas Scholz. Die Stadt Halle beteiligt sich mit maximal 12.000 Euro an der Anschaffung, den Rest übernehmen die Jäger. Die Drohne soll hauptsächlich zur Suche von Jungtieren im hohen Gras eingesetzt werden. Im vergangenen Jahr hat die Jägerschaft bereits mehr als 50 Kitze gerettet.

„Es werden in diesem Jahr sicherlich mehr", sagte Thomas Scholz. Erst recht, weil jetzt zwei Fluggeräte in der gesamten Saison zur Verfügung stehen. Während das erste Gerät über acht Propeller verfügt, hat das neue nur noch vier – gilt dafür aber als ähnlich flugstabil. Die neue Drohne ist zudem kleiner und leichter, denn die Infrarotkamera bringt gerade einmal ein Zehntel des Gewichts ihres Vorgängers auf die Waage.

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Infrarotkamera nimmt warmen Punkt in der Landschaft wahr

Peter Schließmann von der Lieferfirma wies die Piloten in einem Tagesseminar in die neue Technik ein. Vor dem Start werden die Koordinaten der zu überwachenden Fläche eingegeben. Der Bordcomputer errechnet dann die Flugbewegungen, die einen kompletten Scan der Fläche nötig machen. Die beiden Kameras übertragen neben dem Infrarotbild auch ein normales Positionsfoto. Sobald die Infrarotkamera einen warmen Punkt in der Landschaft findet, stoppt sie den Flug und die Helfer, Buschmänner genannt, werden dorthin geschickt, um die Jungtiere zu bergen.

Die Jäger haben sich zusammen mit der Landwirten für die Suchmethode entschieden, um den Mähtod der Kitze zu verhindern. Der führt nicht nur zum Verlust des Rehwildes, sondern verdirbt auch das Silagefutter, wenn Kadaverreste mit dem Futter eingelagert werden.

Die ersten Fläche sind bereits angeflogen worden

Um die ehrenamtliche Tätigkeit dauerhaft leisten zu können, ist der Hegering auf Spenden jener Landwirte angewiesen, die den Dienst in Anspruch nehmen. Scholz: „Wir haben Kosten für die Technik und das Drumherum."

Erster Start der neuen Drohne: von links Martin Dopheide, Bernd Lohöfer-Marotz, Friedrich Stolte, Vorsitzender des städtischen Umweltausschusses Dieter Jung, Thomas Scholz mit Fährtenhund Lotta, Marlon Schlienkamp, Sigismund Heider und Peter Schließmann von der Ausstatterfirma bei der Einweisung in Hörste. Foto: Herbert Gontek - © Herbert Gontek
Erster Start der neuen Drohne: von links Martin Dopheide, Bernd Lohöfer-Marotz, Friedrich Stolte, Vorsitzender des städtischen Umweltausschusses Dieter Jung, Thomas Scholz mit Fährtenhund Lotta, Marlon Schlienkamp, Sigismund Heider und Peter Schließmann von der Ausstatterfirma bei der Einweisung in Hörste. Foto: Herbert Gontek (© Herbert Gontek)

In den vergangenen Tagen wurden die ersten Flächen für die beginnende Silagesaison angeflogen. Es wurden noch keine Kitze gefunden – was nicht ungewöhnlich ist, denn die Setzzeit der Rehe hat gerade erst begonnen. Dieter Jung, Vorsitzender des Umweltausschusses, zeigte sich begeistert von der Leistung des neuen Gerätes. Er wünscht sich, dass es in der Tierrettung einen festen Platz erhält.

Kontaktmänner für einen Sucheinsatz sind Fritz Stolte, Volker Janssen oder Thomas Scholz. Sie sind telefonisch unter ` (01 72) 76 88 92 31, ` (0 52 01) 1 67 17 sowie ` (01 70) 6 90 60 80 zu erreichen.

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