Nahaufnahme: Das sind die 18 Naturschutzgebiete im Altkreis Halle

Jonas Damme

Von den ehemaligen Tongruben der Salzenteichsheide bis zu den Buchenhallen des Barenberges ist jedes mindestens einen Besuch wert

Altkreis Halle.Naturschutz und Naturschutzgebiete (NSG) sind keine Selbstverständlichkeit. Zwar wurde das erste deutsche NSG, das Neandertal bei Düsseldorf bereits 1921 unter Schutz gestellt, danach dauerte es aber noch Jahrzehnte, bis sich ein ökologisches Bewusstsein dafür entwickelte, dass Lebensräume nicht von allein »natürlich« bleiben.

Erst in den 1980er Jahren ist die Ausweisung der Schutzgebiete richtig ins Rollen gekommen. Seitdem hat sich ihre Fläche landesweit versechzehnfacht. Allerdings sind nicht alle Landesteile gleichermaßen bemüht, Naturschutzgebiete auszuweisen. Während mehr als acht Prozent der Fläche NRWs bereits als Schutzgebiet ausgewiesen ist, kommt der Kreis Gütersloh nur auf rund 4,5 Prozent.

In Werther gibt es kein einziges Naturschutzgebiet

Auch im Altkreis ist die Zahl der Schutzgebiete sehr unterschiedlich verteilt. Während Steinhagen und Halle deutlich über Landesdurchschnitt liegen und in den vergangenen Jahrzehnten weitere Flächen ausgewiesen haben, gibt es in Werther nach wie vor kein einziges Naturschutzgebiet.

Zu den größten NSGs im Kreis gehören die Hörster Feuchtwiesen mit 531 Hektar Fläche, der Holter Wald in Schloss-Holte mit 612 Hektar Fläche und das Versmolder Bruch mit immerhin noch 265 Hektar Fläche. In der Region machen Feuchtwiesen fast die Hälfte der NSG-Flächen aus. Im Vergleich zur benachbarten Senne mit ihren 25.000 Hektar Fläche sind die Schutzgebiete im Kreis trotzdem winzig. Allerdings stehen bisher nur Teile der Senne unter Schutz.

Kreis Gütersloh oder die Bezirksregierung ruft NSG aus

Die Gründe, Flächen als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet auszuweisen, sind vielfältig. Das zuständige Bundesnaturschutzgesetz legt fest, dass solch ein Schutz für Flächen erforderlich sein kann, „zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier und Pflanzenarten", „aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen" oder „wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit".

NSGs werden vom Kreis Gütersloh oder der Bezirksregierung in Absprache mit den jeweiligen Kommunen ausgerufen. Seit 1992 versucht außerdem die Europäische Union unter de Titel »Natura 2000« ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten auf dem Kontinent zu errichten, um den fortwährenden Verlust der ökologischen Vielfalt zu stoppen. Viele der hiesigen Flächen gehören bereits zum Natura-2000-Netz.

Zuletzt musste sich Deutschland von der EU erhebliche Kritik gefallen lassen. Der Vorwurf: Bei den Erhaltungszielen habe Deutschland systematische Mängel aufzuarbeiten. Zwar seien viele Gebiete ausgewiesen, wie Tier und Pflanzen aber konkret geschützt werden sollen, sei oft nicht konkret genug definiert. Es drohen Strafzahlungen.

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Nahaufnahme: Das sind die 18 Naturschutzgebiete im Altkreis HalleVon den ehemaligen Tongruben der Salzenteichsheide bis zu den Buchenhallen des Barenberges ist jedes mindestens einen Besuch wertJonas DammeAltkreis Halle.Naturschutz und Naturschutzgebiete (NSG) sind keine Selbstverständlichkeit. Zwar wurde das erste deutsche NSG, das Neandertal bei Düsseldorf bereits 1921 unter Schutz gestellt, danach dauerte es aber noch Jahrzehnte, bis sich ein ökologisches Bewusstsein dafür entwickelte, dass Lebensräume nicht von allein »natürlich« bleiben. Erst in den 1980er Jahren ist die Ausweisung der Schutzgebiete richtig ins Rollen gekommen. Seitdem hat sich ihre Fläche landesweit versechzehnfacht. Allerdings sind nicht alle Landesteile gleichermaßen bemüht, Naturschutzgebiete auszuweisen. Während mehr als acht Prozent der Fläche NRWs bereits als Schutzgebiet ausgewiesen ist, kommt der Kreis Gütersloh nur auf rund 4,5 Prozent. In Werther gibt es kein einziges Naturschutzgebiet Auch im Altkreis ist die Zahl der Schutzgebiete sehr unterschiedlich verteilt. Während Steinhagen und Halle deutlich über Landesdurchschnitt liegen und in den vergangenen Jahrzehnten weitere Flächen ausgewiesen haben, gibt es in Werther nach wie vor kein einziges Naturschutzgebiet. Zu den größten NSGs im Kreis gehören die Hörster Feuchtwiesen mit 531 Hektar Fläche, der Holter Wald in Schloss-Holte mit 612 Hektar Fläche und das Versmolder Bruch mit immerhin noch 265 Hektar Fläche. In der Region machen Feuchtwiesen fast die Hälfte der NSG-Flächen aus. Im Vergleich zur benachbarten Senne mit ihren 25.000 Hektar Fläche sind die Schutzgebiete im Kreis trotzdem winzig. Allerdings stehen bisher nur Teile der Senne unter Schutz. Kreis Gütersloh oder die Bezirksregierung ruft NSG aus Die Gründe, Flächen als Natur- oder Landschaftsschutzgebiet auszuweisen, sind vielfältig. Das zuständige Bundesnaturschutzgesetz legt fest, dass solch ein Schutz für Flächen erforderlich sein kann, „zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensstätten, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier und Pflanzenarten", „aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen" oder „wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit". NSGs werden vom Kreis Gütersloh oder der Bezirksregierung in Absprache mit den jeweiligen Kommunen ausgerufen. Seit 1992 versucht außerdem die Europäische Union unter de Titel »Natura 2000« ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten auf dem Kontinent zu errichten, um den fortwährenden Verlust der ökologischen Vielfalt zu stoppen. Viele der hiesigen Flächen gehören bereits zum Natura-2000-Netz. Zuletzt musste sich Deutschland von der EU erhebliche Kritik gefallen lassen. Der Vorwurf: Bei den Erhaltungszielen habe Deutschland systematische Mängel aufzuarbeiten. Zwar seien viele Gebiete ausgewiesen, wie Tier und Pflanzen aber konkret geschützt werden sollen, sei oft nicht konkret genug definiert. Es drohen Strafzahlungen.