Bahn will Übergang am Schnatweg nicht instandsetzen

Da der Verkehr nachgelassen hat, soll am ruckeligen Schienenübergang keine Instandsetzung erfolgen

Uwe Pollmeier

Schlimmer soll es nicht werden: Da die Bahn weniger Verkehr auf dem Schnatweg festgestellt hat, soll der Bahnübergang so bleiben, wie er ist. Ein Überfahren im Maximaltempo sei unbedenklich. - © Uwe Pollmeier
Schlimmer soll es nicht werden: Da die Bahn weniger Verkehr auf dem Schnatweg festgestellt hat, soll der Bahnübergang so bleiben, wie er ist. Ein Überfahren im Maximaltempo sei unbedenklich. (© Uwe Pollmeier)

Halle-Künsebeck. Der Bahnübergang am Schnatweg befindet sich weiterhin in einem schlechten Zustand. Selbst bei Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern ruckelt es gewaltig. „Wir stehen schon seit längerer Zeit in Gesprächen mit der Bahn", sagt Straßen.NRW-Sprecher Sven Johanning.

Die Erneuerung des Übergangs scheint unausweichlich, allerdings macht die kurze Historie dieses Straßenstücks wenig Hoffnung auf Besserung. Denn es ist noch keine fünf Jahre her, als der Schnatweg mit Blick auf die kommende A 33-Zufahrt ausgebaut wurde. Damals wurde auch der Bahnübergang neu gebaut, jedoch traten schon kurz drauf erste Schäden auf. Vor zweieinhalb Jahren erfolgte dann die erste Instandsetzung.

Schon damals war klar, dass der Schnatweg in absehbarer Zeit ein Autobahnzubringer sein wird und somit mit viel Verkehr zu rechnen ist. „Anfangs gab es nicht so viel Lkw-Verkehr, dann zeigte sich aber wohl, dass der Übergang nicht ausreichend belastbar ist", sagt Johanning. Die Angelegenheit sei jedoch ausschließlich Sache der Bahn. „Der Schnatweg ist zwar unsere Straße, aber jeweils zwei Meter vor den Gleisen beginnt der Zuständigkeitsbereich der Bahn."

„Der Bahnübergang ist für Fahrzeuge unbedenklich"

All dies sieht die Deutsche Bahn anders. „Unseren Gutachtern zufolge ist das Überfahren des Bahnübergangs, bei Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer für das Fahrzeug unbedenklich. Entsprechend dieser Einschätzung besteht aktuell kein Handlungsbedarf", erklärte eine Sprecherin. Die Belastung des Bahnübergangs durch den Autoverkehr, insbesondere den Lkw-Verkehr, sei aufgrund des weiteren Ausbaus der A 33 im vergangenen halben Jahr stark zurückgegangen.

Zudem verweist die Bahnsprecherin darauf, dass Bahnübergänge Gemeinschaftsaufgabe seien, da dort Straße und Schiene gleichermaßen berührt werden. Änderungen müssten daher zwischen Bahn, Bund und Straßeneigentümer, also in diesem Fall Straßen.NRW, vereinbart werden. Diese Gemeinschaftsaufgabe werde auch bei der Kostenverteilung deutlich. Die Kosten solch einer Maßnahme müssten daher durch drei geteilt werden.

„Hier muss eine vernünftige Lösung gefunden werden", fordert hingegen CDU-Ratsherr Reinhard Stricker. Gemeinsam mit einigen Parteikollegen hat er in der Vergangenheit mehrmals auf den Missstand hingewiesen und sich die Sache auch einmal vor Ort genau angesehen. „Da ist eine Senke drin, die Straßen laufen nicht synchron auf die Bahnschienen zu", erklärt Stricker. Die ganze Straße müsse in diesem Bereich angeglichen und neu asphaltiert werden. Die Fehler seien schon damals beim Bau gemacht worden.

Der Verkehr zum Ravennapark bleibt

„Der Verkehr wird dort auch immer so bleiben. Es ist der Hauptzubringer zum Ravenna-Park und der wird ja noch weiter ausgebaut", sagt Stricker. „Nun muss man einfach mal Geld in die Hand nehmen und den Fehler beheben." Messungen vor Ort hätten ergeben, dass dort Höhenunterschiede von sechs bis zwölf Zentimetern zu finden sind. Man habe dieses Ergebnis mit denen andere Übergänge an der Mönchstraße und der Alleestraße verglichen und dann ein Fazit gezogen.

„Dort ist perfekt gearbeitet worden, da passen die Höhen und es knallt nicht, wenn Fahrzeuge den Übergang anfahren", sagt Stricker. Er wolle es nicht weiter hinnehmen, dass die Anwohner rund um den Schnatweg von den lauten Geräuschen, die beim Überfahren der schadhaften Stelle entstehen, belästigt werden.

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