Barocker Ball zur Feier von 300 Jahren Stadtrechte

Festakt in der Lindenstadt: In der einstigen Kreisstadt werden die Feiern anlässlich des 300. Stadtrechtegeburtstages offiziell eingeläutet. Halle hat allerdings noch mehr vor

Marc Uthmann

Großer Auftritt beim Festakt: Die Haller Barocktanzgruppe »Le Grand Plaisir«. - © Stadt Halle
Großer Auftritt beim Festakt: Die Haller Barocktanzgruppe »Le Grand Plaisir«. (© Stadt Halle)

Halle. Doch zunächst richten sich die Blicke am Mittwoch, 17. April, auf das Kreisgymnasium. Hier werden die Haller ab 19.30 Uhr in Aula und Foyer geladene Gäste empfangen, um das stolze Jubiläum zu feiern.

Moderator Mario Alexander Unger von Radio Gütersloh wird durch den Abend führen, an dem die Barocktanzgruppe »Le Grand Plaisir« aus Halle gleich zum Auftakt auf großer Bühne auftritt. Die Tänzer haben sich vor etwa fünf Jahren zu einem Ensemble zusammengeschlossen, um Tänze aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert wieder aufleben zu lassen. Dazu gehören neben der Musik und dem Tanz auch das Anfertigen und das Präsentieren von stilechter Kleidung aus dieser Zeit. Zu kaum einem Anlass als zu 300 Jahren Stadtrechte könnte diese Gruppe besser passen.

Mit Gleichgesinnten trifft sich die Barocktanzgruppe unter anderem auf Bällen oder sogenannten Schlossbelebungen, die in ganz Deutschland veranstaltet werden. Kontertänze entstanden bereits im 17. Jahrhundert und verbreiteten sich an den europäischen Adelshöfen von England aus über Frankreich auf dem ganzen Kontinent. Natürlich eiferte man in Europa dieser Mode an allen Adelshäusern nach. Kontertänze auf einem Ball waren das gesellschaftliche Ereignis, um sich näherzukommen und unter Umständen eine neue Dynastie anzubahnen. Und so wird es am 17. April an der Barocktanzgruppe sein, zum »Stadtrechte-Ball« die angemessene Atmosphäre zu erzeugen.

1719 und seine Folgen für die heimischen Städte

Eine Ansprache von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach ist genauso geplant wie Interviews mit den vier feiernden Bürgermeistern, die ihre Stadt kurz präsentieren werden. Der heimische Opernchor Opus Arte von Reiner Beinghaus wird den Abend musikalisch ebenfalls begleiten.

Ganz ohne historischen Überbau wird der Abend nicht auskommen – ihn liefert Professor Werner Freitag vom Institut für vergleichende Städtegeschichte der Universität Münster. Er wird über die historische Bedeutung der Reformen, die Auswirkungen und langfristigen Folgen für die Städte nach 1719 sowie die Situation heute sprechen.

Blick in die Geschichte: Ina Bohlken verkörpert als Stadtführerin in Halle unter anderem Friederike Louise Hagedorn, eine bekannte Persönlichkeit der Historie. - © HK
Blick in die Geschichte: Ina Bohlken verkörpert als Stadtführerin in Halle unter anderem Friederike Louise Hagedorn, eine bekannte Persönlichkeit der Historie. (© HK)


Mit diesem Abend geht das Jahr der Stadtrechte für Halle allerdings erst los. Noch bis zum 3. Mai läuft in der Innenstadt und im Kreativraum im Gewölbekeller der Destille an der Kiskerstraße ein ganz besonderes Projekt: »Stadtgeschichte für Kinder«. Gemeinsam mit Dr. Katja Kosubek vom Virtuellen Museum Haller Zeiträume und Klaudia Defort-Meya von der Abteilung Kunst der Haller Musikschule werden Stadtführungen für die dritten Klassen der vier Haller Grundschulen angeboten. Die Ergebnisse aus diesen Erkundungen werden die Mädchen und Jungen kreativ aufarbeiten. Mit ausgewählten Ergebnissen wird ein Stadtführer für Kinder illustriert und mit historischen Fotos und Texten in kindgerechter Sprache ergänzt. Es ist eine Broschüre von etwa zwölf Seiten geplant, mit der in Zukunft Kinder ihre Stadt erkunden können.

Noch im April soll zudem das neue Buch zur Haller Stadtgeschichte vorgestellt werden. Anlässlich des Jubiläums hat die Stadt den Historiker Simon Schoo mit der Aufarbeitung der neueren Stadtgeschichte beauftragt. Die nun vorliegende Aufarbeitung beleuchtet Aspekte der Stadtgeschichte nach 1945.

Vom 7. Oktober bis zum 6. November wird im Kassenraum der Kreissparkasse schließlich die Wanderausstellung »300 Jahre Stadtrechte« zu sehen sein. Sie beschäftigt sich in Text und Bild mit der historischen Bedeutung und den Auswirkungen für die heutigen Städte Borgholzhausen, Enger, Halle, Preußisch- Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther.

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