Die XXL-Ausgabe bricht alle Rekorde

Sonderbeilage zu »300 Jahre Stadtrechte«: Bei der Produktion einer Zeitung für den gesamten Altkreis beweist das Team des Haller Kreisblattes Mannschaftsgeist. Vom Anzeigenvertreter bis zum Boten greifen viele Hände ineinander

Heiko Kaiser

Alles im Griff: Verlagsleiter Frank Wallner (oben) hatte die Idee zur XXL-Ausgabe. - © Heiko Kaiser
Alles im Griff: Verlagsleiter Frank Wallner (oben) hatte die Idee zur XXL-Ausgabe. (© Heiko Kaiser)
Der stellvertretenden Redaktionsleiter Marc Uthmann (rechts) hatte die redaktionellen Fäden in der Hand. - © Heiko Kaiser
Der stellvertretenden Redaktionsleiter Marc Uthmann (rechts) hatte die redaktionellen Fäden in der Hand. (© Heiko Kaiser)

Halle. Es ist vollbracht. Am vergangenen Samstag hat das Haller Kreisblatt zum zweiten Mal in seiner 137-jährigen Geschichte den gesamten Altkreis mit einer Ausgabe beliefert. Das HK war damit in allen heimischen privaten Haushalten vertreten.

„Das ist unser Selbstverständnis. Denn wir sind die Heimatzeitung Nummer eins für den Altkreis", sagt Verlagsleiter Frank Wallner, auf dessen Idee hin zum zweiten Mal dieses gigantische Projekt geplant und realisiert worden ist. Nach der XXL-Ausgabe zur WM war diesmal das Jubiläum »300 Jahre Stadtrechte« Anlass für eine Kraftanstrengung, die über Wochen die HK-Mitarbeiter in Atem gehalten hat.

„Wir mussten alle Ressourcen bündeln, von der Disposition über Redaktion und Vertrieb bis hin zu den Zeitungsboten", macht Wallner deutlich, dass die gesamte Belegschaft in den vergangenen Tagen eine Mammutaufgabe erfolgreich gestemmt hat. „Das aber ist es uns wert. Denn das Thema »300 Jahre Stadtrechte« liegt uns am Herzen. Es ist ein Band, das die Kommunen in unserem Verbreitungsgebiet miteinander verbindet, und damit auch die Menschen, die sich überwiegend sehr stark mit ihrem Wohnort und Umfeld identifizieren", sagt der HK-Verlagsleiter.

So schwer wie zwei ausgewachsene Elefanten

Nachtdienstleiter Thorsten Behlke trug wie viele andere zum Gelingen der XXL-Ausgabe bei. - © Heiko Kaiser
Nachtdienstleiter Thorsten Behlke trug wie viele andere zum Gelingen der XXL-Ausgabe bei. (© Heiko Kaiser)

Allein schon die Zahlen verdeutlichen den Umfang des Projektes. Die Druckauflage von knapp 40.000 Exemplaren hat ein Gesamtgewicht von 12,1 Tonnen. So viel wiegen etwa zwei ausgewachsene Elefanten. Würde man alle Zeitungen aufeinanderstapeln, ergäbe sich mit 462 Metern die dreifache Höhe des Kölner Doms. Die Titelseiten aneinandergelegt füllen eine Strecke von 19,6 Kilometern und damit in etwa das A 33-Autobahnteilstücks zwischen Bielefeld und Borgholzhausen.

Zahlen über Zahlen, die jedoch nur andeuten können, welche logistische Aufgabe hinter der Produktion und Verteilung der Sonderausgabe stecken. Sie bilden den Rahmen, der ausgefüllt wird durch den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verlagshaus an der Gutenbergstraße.

Eine von ihnen ist Petra Hagemeier. „Das war eine spannende Zeit, eine spannende Aufgabe, aber auch eine herausfordernde", sagt sie und fügt hinzu: „Wir produzieren ja praktisch eine komplette Zeitung ganz nebenbei zum täglichen Geschäft." Bei ihr und ihrer Kollegin Manuela Dejok laufen in der Disposition die Fäden zusammen. Hier werden Seitenumfänge geplant, Anzeigengrößen und Artikellängen miteinander koordiniert. „Viel miteinander zu sprechen war in den vergangenen Wochen ganz wichtig. Denn wie umfangreich die Ausgabe tatsächlich werden wird, das hat sich bis zum Anzeigenschluss in der ersten Aprilwoche praktisch täglich geändert."

Die Signale kamen von den Außendienstmitarbeitern. Svenja Hüls, Peter Sochart, Dominik Ehlers und Rainer Sewöster haben im Vorfeld Anzeigenkunden kontaktiert. Per Brief, Mail und anschließend telefonisch wurden Geschäftstreibende im Altkreis über die zweite XXL-Ausgabe informiert. „Für die Kunden war das eine super Sache. Sie bekommen zum gleichen Preis die dreifache Reichweite. Deswegen haben viele, die bereits bei der WM-Ausgabe dabei waren, auch diesmal wieder mitgemacht", sagt Peter Sochart.

Das Drucken dauert nur eine Stunde

Wie das Anzeigenverkaufs-Quartett lief auch die HK-Redaktion in den zurückliegenden Wochen auf Hochtouren. Themensammlung zu »300 Jahre Stadtrechte«, Fototermine, Gespräche mit Historikern, Befragungen von Menschen im Altkreis, Interviews mit Politikern und so manche Redaktionssitzung liegen hinter dem HK-Team. Entstanden sind so 28 Seiten mit allen alle Infos rund um die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1719. „Es war anstrengend, hat aber viel Spaß gemacht. Denn alle haben mitgearbeitet und jeder hat die Fähigkeiten eingebracht, die sie oder ihn auszeichnet. Das macht die Vielfalt dieser Beilage aus. Dieser Zeitung in der Zeitung", sagt der stellvertretende Redaktionsleiter Marc Uthmann.

Die Herstellung im Druckhaus in Bielefeld-Sennestadt ist nur ein Klacks im Vergleich zu dem, was anschließend folgt. Denn das Drucken und Verpacken der 40.000 Exemplare dauert lediglich eine Stunde. Dann beginnt die Hatz. Eine Hatz, die von den Vertriebsmitarbeitern Nadine Nolte und Guido Neujahr koordiniert und geplant wurde: „Es fängt ja schon damit an, dass drei Mal so viele Zeitungen wie üblich aus dem Druckhaus geholt werden mussten", sagt Nadine Nolte. Hierzu mietete das HK zusätzliche Fahrzeuge an.

Die Zeitungsboten hatten sie bereits weit im Vorfeld über die XXL-Ausgabe informiert. Denn die hatte für die HK-Zusteller im wahrsten Sinne des Wortes Gewicht: Teilweise mussten sie in einer Nacht die dreifache Anzahl an Exemplaren verteilen. Zu Fuß, mit dem Rad oder auch im Pkw. „Einige mussten aufgrund der großen Menge die Ablagestelle mehrfach anfahren, da sie zum Beispiel mit ihrem Rad nicht alle Zeitungen auf einmal mitbekommen haben", sagt Nadine Nolte.

160 Boten sind inder Nacht unterwegs

So galt es, Zustellbezirke neu zu organisieren und weitere Helferinnen und Helfer für die Verteilung zu finden. Auch hier griffen Vertriebsmitarbeiter und Redakteure mit ins Rad, übernahmen die nächtliche Verteilung der Sonderausgabe. Etwa 140 etatmäßige Boten und weitere 20 zusätzliche Helfer waren in der Nacht zum Samstag auf den Straßen des Altkreises unterwegs.

„Wenn nicht alles Hand in Hand ginge, könnten wir ein solches Projekt niemals realisieren", sagt Nadine Nolte und schüttelt dabei den Kopf. Doch in dieser Nacht, in diesen Tagen und Wochen haben viele Hände ineinandergegriffen. Auf das Ergebnis sind wir stolz.

Ob sich dieses Projekt wiederholen lässt? Frank Wallner überlegt ganz kurz. Dann nickt er und fügt hinzu: „Wenn das Thema passt, wie bei der WM oder dem Jubiläum zu 300 Jahre Stadtrechte, sind wir immer wieder bereit, um den gesamten Altkreis zu beliefern."

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