Im Kreis Gütersloh formiert sich ein Bündnis gegen Rechts

Vertreter von Parteien, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden schließen sich zusammen und wollen offensiv gegen fremdenfeindliche Tendenzen vorgehen

Anja Hustert

Gemeinsam gegen Demokratiefeinde: Im Kreis Gütersloh hat sich ein »Bündnis gegen Rechts« gegründet. Foto: Andreas Frücht - © Andreas Frücht
Gemeinsam gegen Demokratiefeinde: Im Kreis Gütersloh hat sich ein »Bündnis gegen Rechts« gegründet. Foto: Andreas Frücht (© Andreas Frücht)
Kreis Gütersloh. Es ist dieses Unbehagen, das einen ergreift, wenn demokratiefeindliche Parteien ihre Parolen verbreiten. Diesem Unbehagen möchten viele Menschen im Kreis Gütersloh jetzt mit Taten begegnen: Sie gründeten am Donnerstagabend in Gütersloh ein »Bündnis gegen Rechts – für Demokratie, Toleranz und Vielfalt«.

„Wir wollen ein positives Zeichen setzen", sagte Thorsten Schmolke, Sprecher des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen. Thorsten Klute, Vorsitzender des Kreisverbandes der SPD, hatte ihn angesprochen, gemeinsam haben „die beiden Thorsten" demokratische Parteien, Arbeitnehmervertretungen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, und Initiativen eingeladen, Flagge zu zeigen. „Es ist die Breite der Zivilgesellschaft, die hier zusammen kommt", so Klute.

„Von Dumpfbacken nicht beeinträchtigen lassen"

Ein demokratisches Zeichen setzen möchte auch Hans-Werner Heißmann-Gladow, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Gütersloh. „In Bielefeld gibt es dieses Bündnis schon lang", sagt er. Es sei auch in Gütersloh an der Zeit, Farbe zu bekennen und sich „nicht von diesen Dumpfbacken beeinträchtigen zu lassen.". Die Weimarer Republik sei nicht an zu vielen Nazis zugrunde gegangen, sondern an zu wenigen Demokraten. Auch mit Blick auf die Europawahl sei es wichtig, dass die demokratische Gesellschaft Parteien wie der AfD etwas entgegensetze. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Anwesenden ein Bündnis gegen Rechts für notwendig erachten. „Wehret den Anfängen", mahnt beispielsweise Ulrike Boden, Geschäftsführerin im AWO-Kreisverband, die erleben muss, wie ihre Mitarbeiter, die sich für Flüchtlinge einsetzen, beschimpft werden.

Auch Pfarrer Stefan Salzmann vom Arbeitskreis Asyl freut sich über die Bündnis-Initiative. „Mit der Vesperkirche haben wir versucht, Begegnung zu initiieren – Begegnung ist der Schlüssel, damit sich etwas verändert."

„Ich sehe das Bündnis als eine Vernetzung von vielen Menschen und Institutionen", sagte Gitte Trostmann von den Grünen, die alle Interessierten dazu einlud, sich zu beteiligen – Kontakt und Infos gibt es unter der Mailadresse buendniskreisguetersloh@gmail.com.

Zukünftig möchte das Bündnis gegen Rechts mit Informationsveranstaltungen aufklären, an Demonstrationen teilnehmen und Kulturveranstaltungen organisieren. „Das bringt was" – da ist sich Thorsten Klute sicher. Er stützt sich dabei auf Forschungen von Niklas Knepper vom Göttinger Institut für Demokratieforschung, der herausgefunden hat, dass dort, wo eine breite Gruppe der Gesellschaft rechten Aufmärschen entgegentritt, diese auch zurückgedrängt werden.

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