Gerry Weber streicht 454 Stellen und schließt 120 Standorte

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Der Haller Mode-Konzern Gerry Weber AG. - © Oliver Krato
Der Haller Mode-Konzern Gerry Weber AG. (© Oliver Krato)

Halle (HK/mw). Gerry Weber hat sich mit den Arbeitnehmervertretern auf Eckpunkte zur weiteren Umsetzung der laufenden Sanierung der Gruppe geeinigt. So wurden für die Beschäftigten der Gerry Weber International AG und der Gerry Weber Retail sowie für die Mitarbeiter der Life-Style Fashion entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet: Diese regeln zum einen den künftigen Tarifvertrag zur Zukunftssicherung des Unternehmens und zum anderen den Interessenausgleich sowie den Sozialplan zur Umsetzung der geplanten Sanierungsmaßnahmen.

Die Einigungen würden laut einer Mitteilung von Gerry Weber wesentlich dazu beitragen, dem Unternehmen eine klare Zukunftsperspektive zu geben - nicht zuletzt wegen der deutlich gesenkten Kostenbasis. Die Maßnahmen gemäß den Vereinbarungen sollen umgehend umgesetzt werden und laufen voraussichtlich bis zum geplanten Abschluss der Neupositionierung Ende 2021.

Florian Frank, Mitglied des Vorstands der Gerry Weber International AG und Chief Restructuring Officer, kommentiert: „Nach harten, aber jederzeit fairen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sind wir zügig zu Einigungen über den Tarifvertrag zur Zukunftssicherung und den Interessenausgleich gekommen. Wir sind zuversichtlich, dass wir Gerry Weber auf dieser Grundlage zurück in die Erfolgsspur führen können." Johannes Ehling, Vorstandssprecher der Gerry Weber AG ergänzt: „Wir spüren, dass wir aufgrund der bereits ergriffenen Maßnahmen zur Neupositionierung insbesondere im Retail Rückenwind im Markt erhalten. Die Effekte aus den leider unverzichtbaren Sanierungsmaßnahmen werden diesen Rückenwind sicherlich verstärken."

Die Einigung zu den Interessenausgleichen sehen folgende Eckpunkte vor:

  • Wegfall von 145 Vollzeitarbeitsplätzen in den Overhead-Funktionen
  • Schließung von rund 120 Stores und Verkaufsflächen im Inland
  • Wegfall der korrespondierenden Anzahl von 309 Vollzeitarbeitspläten in den Filialen

Zur Milderung der wirtschaftlichen Nachteile sollen für die Betroffenen geeignete Regelungen in Sozialplänen wie z.B. Abfindungen vorgenommen werden, ergänzt das Unternehmen.

Die genannten Zahlen beziehen sich auf die inländischen Gesellschaften der Unternehmensgruppe. Das Unternehmen verfolgt nach wie vor den ursprünglichen Sanierungsplan, der europaweit die Schließung von rund 180 Verkaufsflächen sowie den Abbau einer korrespondierenden Anzahl von Vollzeitarbeitsplätzen vorsieht.

Die Einigung zum Tarifvertrag sieht folgende Eckpunkte vor:

  • Entfall der Jahressonderzahlungen und Urlaubsgeld im laufenden Geschäftsjahr; sukzessive Aufnahme von Jahressonderzahlungen sowie Urlaubsgeld ab 2020
  • Übergang in den Flächentarifvertrag ab 1. April 2022
  • Anwendung der Flächentariferhöhungen für 2019 und 2020 mit je dreimonatiger Verzögerung

Dr. Christian Gerloff, Generalbevollmächtigter der GERRY WEBER International AG, kommentiert: „Die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern bietet Gläubigern und potenziellen Investoren bei der Suche nach einer Zukunftslösung für die Gerry-Weber-Gruppe erhebliche Planungssicherheit. Deswegen ist es gut und wichtig, dass die Übereinkunft so zügig erzielt wurde.

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