Kaiserschmarrn: Bald bekommen wir Geld beim Einkauf geschenkt

Heiko Kaiser

Der Kaiserschmarrn - © HK Logo
Der Kaiserschmarrn (© HK Logo)

Die Zinspolitik der europäischen Zentralbank (EZB) treibt seltsame Blüten. Mittlerweile müssen Geschäftsbanken 0,4 Prozent drauflegen, wenn sie Bargeld ihrer Kunden bei der Bundesbank deponieren wollen. Doch das ist nur der Anfang, wie der hellsichtige Wirtschaftsprofessor Dr. Helmut Future-Bonds berichtete. Er blickt für den Kaiserschmarrn in die Negativzinszukunft, in der auf Geldbesitz Strafzinsen erhoben werden.

16. Mai 2019: Die EZB erhöht den Minuszins auf vier Prozent. Ein Unternehmen, das eine Million Euro anlegen will, muss 40.000 Euro bezahlen.

7. Juni 2019: Die Bundesregierung erlaubt den Banken wegen der kritischen Lage, auch von Privatkunden Gebühren zu erheben, wenn sie Geldvermögen auf ihrem Konto haben. „Der Zinssatz richtet sich nach der Bonität des Kunden. Je geringer die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie das Geld auch wieder ausgeben, desto höher ist der Negativzins, den sie zahlen", erläutert ein Sprecher des Sparkassenverbandes und fügt hinzu: „Das ist doch nur logisch. Wir müssen uns absichern, dass wir nicht auf dem vielen Geld sitzenbleiben.

Heiko Kaiser - © N. Donath
Heiko Kaiser (© N. Donath)

12. Juni 2019: Die Kunden räumen reihenweise ihre Konten.

14. Juni 2019: Daraufhin schafft die EZB das Bargeld in allen Mitgliedsländern ab.

23. September 2019: Rewe, Tengelmann und Edeka wissen nicht mehr, wohin mit den Einnahmen und senken die Preise um zunächst zehn Prozent. Einen Tag später ziehen Lidl und Aldi nach. „Geld auf die Bank zu bringen, ist viel zu teuer", sagt ein Sprecher des Handelsverbandes.

10. Oktober 2019: Verdi fordert für den öffentlichen Dienst eine Lohnsenkung von acht Prozent. Die Arbeitgeber beharren auf eine Steigerung von drei Prozent.

12. November 2019: Die Negativzinsspirale dreht sich weiter unaufhörlich. Inzwischen erhebt die Europäische Zentralbank bereits einen Negativzinssatz von 100 Prozent.

20. Dezember 2019: Auch das Weihnachtsgeschäft steht im Zeichen des Negativzinses. Denn an den Kassen von Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften wird den Kunden nach der neuerlichen Zinserhöhung der Geldwert des gekauften Produktes automatisch auf ihr Konto überwiesen. Für den Einzelhandel ist es ein gutes Geschäft. „Wir konnten 75 Prozent unserer teuren Bankeinlagen abbauen", sagte ein Sprecher des Einzelhandelsverbands.

5. Januar 2020: Angestellte und Arbeiter werden inzwischen dadurch entlohnt, dass Sie den tariflich vereinbarten Betrag an Geld an ihren Arbeitgeber überweisen dürfen.

12. Januar 2020: Bei einem spektakulären Hackerangriff auf das Computersystem der der Kreissparkasse Halle haben bislang unbekannte Täter zwei Milliarden Euro auf die Konten des Instituts gebucht „Wir wissen noch nicht, wie wir den Schaden beheben können. Unsere Versicherung hat schon signalisiert, dass sie dieses Geld auf keinen Fall annimmt", sagt Vorstandssprecher Hartwig Mathmann resigniert.

20. Februar 2020: Wer heute eine Lebensversicherung abschließt und monatlich 250 Euro von der Versicherung ausgezahlt bekommt, dem verspricht die Allianz, dass sie nach 25 Jahren 228.000 Euro zurücknimmt. Negativzinsstabilität vorausgesetzt.

29. Februar 2020: Im Lotto wird ein Rekord-Jackpot ausgespielt. Der Geldverlierer darf sich darüber freuen, dass er auf einen Schlag 32 Millionen Euro lästiges Geld los wird.

10. März: Die Freude über den Verlust ist von nur kurzer Dauer. Die EZB schafft Geld komplett ab. Ab sofort ist alles umsonst.

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