Haller Hypnotiseur soll Kundin unter Hypnose vergewaltigt haben

Uwe Pollmeier

Sex in Hypnose: Ein 51-jähriger Mentaltrainer aus Halle soll seine Fähigkeiten schamlos aufgenutzt haben. - © CCO Pixabay
Sex in Hypnose: Ein 51-jähriger Mentaltrainer aus Halle soll seine Fähigkeiten schamlos aufgenutzt haben. (© CCO Pixabay)

Halle/Münster. Im Internet verspricht ein Haller Mentaltrainer und Hypnotiseur schnelle Hilfe. Durch seine selbst entwickelte Kombination von Heilmethoden wie Lichttherapie, Aurachirurgie und Mentaltraining werde, so offeriert der 51-Jährige, die Lebensqualität gesteigert und Probleme wie Rauchen, Übergewicht oder Burn Out würden gelöst. Eine junge Frau aus Everswinkel hatte im Februar 2014 wohl ähnliche Hoffnung, als sie den Trainer zu einem Hausbesuch einlud.

Während dieser Heilbehandlungen unter Hypnose soll es dann aber zu mindestens fünf Vergewaltigungen gekommen sein. Das Amtsgericht Warendorf verurteilte den Haller daher im Juni 2018 zu einer 16-monatigen Bewährungsstrafe. Das Urteil fiel relativ mild aus, da dem Mann lediglich eine Vergewaltigung zur Last gelegt werden konnte. Das Gericht vertrat nämlich die Auffassung, dass das Opfer nach der ersten Tat wissen musste, worauf es sich bei den folgenden Behandlungen möglicherweise einlässt.

Ein Urteil, das der Staatsanwaltschaft zu milde erschien. Auf der anderen Seite beteuerte der Haller Hypnotiseur seine Unschuld, so dass beide Seiten in Berufung gingen und sich somit am Mittwoch vor dem Münsteraner Landgericht wiedertrafen.

Mentaltrainer will Opfer gar nicht berührt haben

Dort wies der Haller, der Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Alternative Medizin ist, alle Vorwürfe von sich. Zwar habe er die junge Frau, die über Unterleibsschmerzen geklagt habe, mehrere Male energetisch behandelt, jedoch habe er sie dabei nicht berührt. Bei den hypnotischen Sitzungen sei darüber hinaus die Mutter des vermeintlichen Opfers dabei gewesen, zudem hätten die Behandlungen in einem verglasten Raum stattgefunden, der von Außen ausreichend Einblick ermöglicht hat. Da der Haller keine eigenen Räume anbietet, ist er lediglich für Hausbesuche buchbar. Zudem bietet er nach eigener Aussage Seminare an, nach dessen Besuch Beschwerden wie Tinnitus, Rheuma, Asthma oder kurzum Schmerzen jeglicher Art ohne Medikamenteneinsatz gänzlich behoben werden können.

Der Haller will das Gericht beim nächsten Verhandlungstermin, der für den 3. April angesetzt ist, von seiner Unschuld überzeugen. Seiner Ansicht nach steckt hinter der ganzen Anklage ein Komplott mehrerer Frauen, das gegen ihn geschmiedet worden sei. Um diese These zu unterstützen, will er eine Zeugin präsentieren, die ihn entlasten soll. Der Staatsanwalt riet ihm hingegen zu einem umfassenden Geständnis, da die zu verhängende Strafe ansonsten auch schnell ohne Bewährungszusatz verhängt werden könnte.

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