Drei Verletzte durch Chemieunfall bei Central Glass in Halle

Großaufgebot der Feuerwehr: Die ganze Nacht über sind Einsatzkräfte in Künsebeck vor Ort. Drei Menschen werden verletzt ins Krankenhaus eingeliefert

Nicole Donath

Spezialfahrzeug: Bei dem Einsatz im Lager von Central Glass musste die giftige Chemikalie in einem Sondertransporter entsorgt werden. - © Nicole Donath
Spezialfahrzeug: Bei dem Einsatz im Lager von Central Glass musste die giftige Chemikalie in einem Sondertransporter entsorgt werden. (© Nicole Donath)
Großeinsatz der Feuerwehr: Nachdem innerhalb des Gebäudes von Center Glass rund 100 Liter der Chemikalie Phosphoroxychlorid ausgelaufen sind, waren zeitweise rund 75 Feuerwehrleute an der Kantstraße vor Ort. Eine Gefahr für Umwelt und Bevölkerung soll laut Aussage des Geschäftsführers und der Polizei nicht bestehen. Fotos: Nicole Donath - © Nicole Donath
Großeinsatz der Feuerwehr: Nachdem innerhalb des Gebäudes von Center Glass rund 100 Liter der Chemikalie Phosphoroxychlorid ausgelaufen sind, waren zeitweise rund 75 Feuerwehrleute an der Kantstraße vor Ort. Eine Gefahr für Umwelt und Bevölkerung soll laut Aussage des Geschäftsführers und der Polizei nicht bestehen. Fotos: Nicole Donath (© Nicole Donath)

Halle-KünsebeckEs geschah kurz vor Mitternacht: Beim Versuch, Phosphoroxychlorid von einem Apparat in einen anderen zu transferieren, liefen rund 100 Liter der giftigen Flüssigkeit aus. Der beteiligte Mitarbeiter konnte den Vorgang zwar per Handsperre stoppen – dann wurde bei Central Glass, einer Firma für Feinchemikalien, direkt Alarmstufe Rot ausgerufen und die Kreisleitstelle informiert.

Im Eiltempo rückten die Löschzüge Halle, Hörste und Künsebeck sowie Steinhagen, Amshausen und Brockhagen unter der Einsatzleitung von Jörg Heitmann an. Außerdem wurde die gemeinsame Werksfeuerwehr von Baxter und Central Glass auf den Plan gerufen, so dass zu Spitzenzeiten rund 75 Einsatzkräfte auf dem Gelände an der Kantstraße arbeiteten. Technische Unterstützung erhielten die Feuerwehrleute durch den ABC-Zug Gütersloh, der einen Spezialcontainer bereitstellte, um die gebundenen Chemikalien entsorgen zu können. Auch Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper war vor Ort. Derweil bestimmten Blaulicht und Martinshörner die Szenerie die ganze Nacht.

Spezialkräfte mit Schutzanzügen

Wie Central-Glass-Geschäftsführer Dr. Harald Hufsky am Donnerstagmorgen im Gespräch mit dem Haller Kreisblatt berichtete, hätten die mit Schutzanzügen ausgestatteten Einsatzkräfte die ausgelaufene Flüssigkeit zunächst abgestreut, um sie dann mit Spezialwerkzeugen aufzukehren und in einem Sonderfahrzeug abzutransportieren. Am Ende ihres Einsatzes seien sie zudem mit einem Schlauch abgespritzt worden. „Alle miteinander haben einen großartigen Job gemacht", lobte Dr. Hufsky und bedankte sich zugleich für die geleistete Arbeit.

Gefahr für Umwelt und Bevölkerung habe übrigens zu keinem Zeitpunkt bestanden, fügte er an. Grund dafür sei die Tatsache, dass das giftige Phosphoroxychlorid – eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit stechendem Geruch, die an der Luft stark raucht – allein innerhalb des Gebäudes ausgelaufen sei. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte nach Rücksprache mit der Feuerwehrleitstelle seine Aussage.

Wie ein beteiligter Feuerwehrmann am Donnerstagmorgen hörbar erschöpft ergänzte, hätte sich der Chemieunfall im dritten Stock des Lagers zugetragen. „Weil die ausgelaufene Flüssigkeit in die darunterliegenden Etagen tropfte, wurde uns die Arbeit erschwert." Am Ende habe man das Gebäude jedoch vollständig und fachgerecht gereinigt.

Während Dr. Hufsky kurz vor Ende des Einsatzes gegen 8 Uhr von einem leichtverletzten Mitarbeiter sprach, der ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und mit dem er bereits telefonischen Kontakt gehabt hätte, erklärten Feuerwehr und Polizei, dass drei Mitarbeiter bei dem Unfall verletzt wurden – einer schwer, die beiden anderen leicht. Über ihren Gesundheitszustand war bis Donnerstagabend nichts bekannt.

Bei Central Glass in Halle sind 57 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Wirkstoffen für die pharmazeutische Industrie spezialisiert.

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