Kreisel an der B68 bleibt Thema für die Stadt Halle

Der Knotenpunkt von Bundesstraße, Grüner Weg und Berliner Straße steht im Fokus. Wichtig wird sein, ob die Stadt Halle in Grundstück kaufen kann

Marc Uthmann

Der Knotenpunkt: Grüner Weg/Berliner Straße - © Marc Uthmann
Der Knotenpunkt: Grüner Weg/Berliner Straße (© Marc Uthmann)

Halle. Das Einfalltor zur Haller Innenstadt wird ein anderes Gesicht erhalten. Denn der Lückenschluss der A 33 verändert den Charakter der Bundesstraße 68, die als Bielefelder Straße in die Stadt hineinführt. Und mit dem angekündigten Wegzug des Autohauses Orth und Nagel ins Interkommunale Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold ergibt sich städtebaulicher Bedarf. Vor diesem Hintergrund kommt einem Knotenpunkt besondere Bedeutung zu.

Die Kreuzung von B 68, Grüner Weg und Berliner Straße stand jetzt auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses. Die Politiker debattierten darüber, ob sich an dieser Stelle ein Kreisverkehr realisieren ließe. Die Verwaltung hatte drei Varianten skizziert, schlug allerdings vor, die Pläne zu verwerfen. „Der Kreisel müsste einen Durchmesser von mindestens 26 Meter haben, weil die B 68 bis zum Grünen Weg zwar zur Kreisstraße heruntergestuft werden soll – aber dann immer noch für Schwerlastverkehr ausgerichtet sein müsste", erklärte der zuständige Abteilungsleiter Eckhard Hoffmann. „Darum benötigen wir Flächen, die wir aber nicht bekommen." Das bekräftigte auch Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann: „Wir haben dazu eine klare Aussage vom betroffenen Anlieger, dass er sich einen Verkauf nicht vorstellen kann."

Doch der Politik ist die Perspektive für einen Kreisel und damit eine neue Verkehrsführung sehr wichtig. „Wenn das Autohaus, das bislang rechts und links der B 68 residiert, wegzieht, müssen wir uns Gedanken machen, wie wir hier weiter gestalten", sagte Wolfgang Bölling (SPD). „Auf diesen riesigen Grundstücken muss qualitativ hochwertiger Wohnungsbau das Ziel sein." Der Knotenpunkt am Grünen Weg markiere damit eine Zäsur im Verkehrsbild. „Wir müssen ausreichend Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen – der Kreisel sollte eine Option bleiben."

„Verzicht wäre ein planerischer Verlust"

Jochen Stoppenbrink (Grüne) bezeichnete es als „planerischen Verlust", auf einen Kreisel zu verzichten. Zumal Wolfgang Bölling den Kauf eines Grundstückes an der Bundesstraße ins Spiel brachte, der neue Optionen eröffne. „Wir könnten die Fahrbahn und den Kreisel dann in Richtung dieser Fläche verschieben und wären auf das andere Grundstück nicht angewiesen." Neue Möglichkeiten, die auch der CDU schmeckten. Einstimmig lehnte es die Politik schließlich ab, die Pläne für einen Kreisel zu beerdigen. Auch die Bürgermeisterin stimmte mit – die neue Perspektive hatte sie augenscheinlich überzeugt.

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