Ein Auto für ein ganzes Dorf: E-Car-Sharing in Halle und Versmold?

Die SPD stellt am 19. März im Sportparkhotel das Projekt Dorfauto vor. Es wurde bereits in St. Vit realisiert und könnte auch in Haller und Versmolder Ortsteilen die Mobilität steigern

Heiko Kaiser

Dorfauto: Wolfgang Bölling und Liane Fülling glauben, dass so ein Projekt auch im Altkreis zu realisieren ist. Foto: Heiko Kaiser - © Heiko Kaiser, HK
Dorfauto: Wolfgang Bölling und Liane Fülling glauben, dass so ein Projekt auch im Altkreis zu realisieren ist. Foto: Heiko Kaiser (© Heiko Kaiser, HK)

Halle-Versmold. Die Idee hat Charme. Eine Dorfgemeinschaft schafft sich ein oder mehrere Autos an, die ihre Mitglieder nach Bedarf ausleihen können. Realisiert worden ist dieses Szenario bereits in St. Vit. In der 1.400 Einwohner zählenden Gemeinde von Rheda-Wiedenbrück können die Bewohner seit September auf zwei Fahrzeuge, einen Renault Zoe sowie einen Citroën Berlingo, zurückgreifen – vorausgesetzt sie haben sich angemeldet und zahlen eine jährliche Grundgebühr. Diese beträgt 70 Euro für den Einzelnutzer und 90 Euro für Familien. Hinzu kommt eine Nutzungspauschale von 3,50 Euro pro Stunde.

In St. Vit ist der Verein »Dorf aktiv« Träger des Projektes, das unter Mithilfe des Kreises Gütersloh realisiert wurde. „Können wir das auch in Haller oder Versmolder Ortsteilen umsetzen?", fragen sich die SPD-Fraktionsvorsitzenden Liane Fülling und Wolfgang Bölling. „So etwas geht natürlich nur über funktionierende Dorfgemeinschaften", sagt die Versmolder SPD-Frau und fügt mit Blick auf ihren Haller Parteikollegen hinzu: „Und genau die haben wir ja in unseren Ortsteilen." Wolfgang Bölling sieht das Projekt Dorfauto nicht nur als eine Möglichkeit der Mobilitätsförderung im ländlichen Bereich, sondern auch als ein Beitrag zum Klimaschutz. „Die Fahrzeuge in St. Vit fahren mit 100 Prozent Ökostrom", erklärt er. Als mögliche Träger eines solchen Projektes nennt er die Heimatvereine. Liane Füllung betrachtet das Dorfauto als mögliche Erweiterung des bereits für die Versmolder Innenstadt realisierten Car-Sharing-Projektes auf die umliegenden Ortsteile.

„Ich finde es gut, dass es in St. Vit zwei unterschiedliche Fahrzeugtypen gibt. Einen Kleinwagen und einen Van, mit dem beispielsweise eine Familie ihren wöchentlichen Einkauf erledigen könnte", sagt Fülling.

Am Dienstag, 19. März, soll ab 19.30 Uhr das Projekt Dorfauto während einer Informationsveranstaltung im Sportparkhotel vorgestellt werden. Raimund Busche und Frank Ladwig vom Verein »Dorf aktiv« in St. Vit werden über ihre Erfahrungen berichten und unter anderem darüber aufklären, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, welche Vorteile ein Dorfauto bietet und wer mitmachen kann. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht notwendig.

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