Wettstreit der Discounter: Auch Lidl will expandieren

Nach dem Aldi plant nun auch der zweite große Lebensmittelmarkt eine Erweiterung an der Elsa-Brändström-Straße

Rolf Uhlemeier

Erweiterungspläne: Der Lidl-Markt will sich vergrößer. Dafür müsste wohl das ehemalige Kontext-Gebäude weichen. - © Rolf Uhlemeier
Erweiterungspläne: Der Lidl-Markt will sich vergrößer. Dafür müsste wohl das ehemalige Kontext-Gebäude weichen. (© Rolf Uhlemeier)

Halle. Lidl und Aldi liefern sich deutschlandweit ein Wettrennen um die Gunst der Verbraucher. Beide Discounter wollen moderner werden und Kunden mit deutlich größeren Verkaufsflächen in die Geschäfte locken. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass sich der Aldi-Markt, derzeit noch nördlich des Künsebecker Weges mit einer Verkaufsfläche von rund 700 Quadratmetern beheimatet, vergrößern möchte. Als mögliche Standorte sind die Flächen an der Martin-Luther-Straße sowie auf dem Alten Busbahnhof und südlich des Künsebecker Weges im Gespräch. Derzeit deutet sich eine politische Mehrheit für einen Neubau am Künsebecker Weg ab.

Bauamt liegt bereits eine Anfrage zur Erweiterung vor

Nun möchte auch der Lidl seinen Markt an der Elsa-Brändström-Straße 1 erweitern. Auf Anfrage bestätigte die Pressestelle, dass das Unternehmen bestrebt sei, sein „Filialportfolio qualitativ und quantitativ kontinuierlich weiter zu entwickeln": „Auch in Halle möchten wir unseren Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit attraktiven Einkaufsbedingungen bieten." Da man sich allerdings noch in der Planungsphase befinde, wolle man hinsichtlich des Standortes keine weiteren Angaben machen.

Laut Abteilungsleiter Michael Flohr liegt dem Haller Bauamt bereits eine Anfrage bezüglich einer möglichen Erweiterung vor. Auf dem kurzen Dienstweg werde es allerdings keine Entscheidung geben: „Dazu müssten wir den Bebauungsplan ändern." Gleichzeitig bekräftigt Flohr, dass er bei der Planung eine Bürgerbeteiligung für zwingend erforderlich erachte. Auch müssten die Pläne gutachterlich begleitet werden: „Da es sich um großflächigen Einzelhandel außerhalb des Kerngebietes handelt, müssten die Auswirkungen auf die Kernstadt sowie ein möglicher Kaufkraftabfluss geprüft werden." Der Abteilungsleiter erklärt ausdrücklich, dass die Verwaltung den Planungsprozess ganz offen und unter Beteiligung der Nachbarschaft gestalten wolle.

Derweil scheinen bereits die Voraussetzungen für eine mögliche Erweiterung geschaffen worden zu sein. Die Marketing-Agentur »Kontext-Kontor« hat ihren bisherigen Sitz bereits geräumt und ist in das ehemalige Haus des Handwerks an der Kättkenstraße 10 umgezogen (siehe Bericht oben). Das ehemalige Kontor-Gebäude grenzt direkt an den Parkplatz des Discounters an der Elsa-Brändström-Straße und würde für eine Erweiterung des Lidl wohl abgerissen werden müssen.

Info

Neue Denkfabrik im ehemaligen Haus des Handwerks

- „Am 1. August werden wir 20 Jahre alt – das ist für eine Werbeagentur ein biblisches Alter." Nicht ohne Stolz blickt Joachim Kummrow auf die Anfänge seines »Kontext-Kontors« zurück. Noch vor dem Ende der zwei Jahrzehnte ist der Geschäftsführer mit seinem Team in das ehemalige Haus des Handwerks an der Kättkenstraße 10 umgezogen. „Wir haben auch hier wieder hohe Räume", sagt Kummrow und blickt sich in dem fast schon historischen Gebäude um. Die moderne Einrichtung fügt sich stilvoll in das alte, schöne Gebäude ein – nicht übertrieben stylish, aber halt auch alles andere als altbacken. Durch den Umzug an die Kättkenstraße ist das Kontor jetzt noch zentraler gelegen und für Kunden besser zu erreichen.
- Die neuen Räume stehen auch symbolisch für den Wandel der Werbeagentur, die es in den vergangen knapp 20 Jahren stets geschafft hat, sich den veränderten Anforderungen des Marktes anzupassen. „Die Kunst ist es, die Agentur auch an schlechten Tagen am Laufen zu halten", sagt Joachim Kummrow. Dafür, dass es auch im dritten Jahrzehnt mit Kontext weiter geht, hat der Geschäftsführer bereits gesorgt: Sohn Max, Online-Experte und Bachelor für Medienwirtschaft, ist mittlerweile in die Gesellschaft eingetreten: „Wir stecken mitten in der Übergabe." Durch Zufall ist der Seniorchef in einem Kundengespräch auf das »Haus des Handwerks« aufmerksam geworden. „Für ihn passte es nicht", erklärt Kummrow und ergänzt: „Für uns schon." Unter dem neuen Dach vereint Kontext alles, was eine moderne Agentur als Dienstleister für kleine und große Unternehmen bieten muss: Redakteure, die den Bereich der Kommunikation abdecken, Programmierer, Marketing und Social-Media-Fachleute ebenso wie Krisenmanager, die zur Stelle sind, wenn es brennt, sowie Spezialisten für Fotos und Videos: „Man muss das Ohr am Puls der Zeit haben", sagt Kummrow: „Das ist anstrengend, aber auch spannend."

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