Sturmschaden an der A33: Buche wird gekappt

Ein Mitarbeiter des Forstbetriebes von Hoff aus Borgholzhausen schneidet eine in ihrer Standsicherheit gefährdete Buche in Windeseile mit Hilfe eines Hubsteigers herunter. Die Sperrung dauert nur 20 Minuten

Rolf Uhlemeier

Buche an der A33 wird gefällt. - © Rolf Uhlemeier
Buche an der A33 wird gefällt. (© Rolf Uhlemeier)

Halle. Für einen Moment ist es fast still in dem kleinen Wäldchen direkt an der A 33 im Haller Süden. Die Autobahn ist gesperrt. Keine Lastwagen rauschen vorbei, keine Autos drücken aufs Gas, um noch schnell zu überholen, bevor die Autobahn endet, oder auf der anderen Seite durchzustarten. Die gewaltige Motorsäge tuckert leise im Standgas.

Michael Gärtner steht im Korb, der an dem langen Arm des Hubsteigers leicht hin und her schwenkt. Jetzt setzt er die Säge an den Stamm der stattlichen Buche. Und schon heult die Stihl auf und frisst sich mit ihrer Kette durchs Holz. Sekunden später landet das weit über 100 Kilogramm schwere Stammstück krachend auch dem Waldboden. Es ist 13.26 Uhr und es ist geschafft.

Buche sorgt für A33-Sperrung

Buche an der A33 wird gefällt. - © Rolf Uhlemeier
Buche an der A33 wird gefällt. (© Rolf Uhlemeier)

Michael Gärtner stellt die Motorsäge ab und fährt den Ausleger zurück auf den Hubsteiger. Weniger später sind auch die ersten Fahrzeuge zurück auf der Autobahn. Die Vollsperrung des jüngsten A 33-Teilstücks ist aufgehoben. Nur die lange Fahrzeugschlange auf der Tatenhausener Straße erinnert noch daran, dass der Durchgangsverkehr zwischenzeitlich mal wieder durch Künsebeck und Bokel bis zur Theenhausener Straße kriechen musste.

Sperrung zunächst bis 18 Uhr geplant

Anwohner hatten bemerkt, dass der Stamm des Laubbaums in Längsrichtung mehrfach gespalten war. Vermutlich hatte Sturmtief »Bennet« der Buche am Montag stark zugesetzt und zu den Spannungsrissen in Bodennähe geführt. Da die Gefahr besteht, dass der etwa 30 Meter hohe Baum in seiner Standfestigkeit gefährdet ist und auf die Autobahn fallen kann, wurde am Montagmorgen der Borgholzhausener Forstbetrieb von Hoff kurzfristig beauftragt, sich um die Sache zu kümmern. „Wir waren zunächst davon ausgegangen, dass es länger dauern würde, den Baum zu beseitigen und haben angenommen, dass die Autobahn vielleicht bis 18 Uhr gesperrt werden müsste", erklärt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebes Straßen.NRW.

Am Ende geht aber alles ganz schnell. Michael Gärtner rückt mit einem mobilen Hubsteiger an und beginnt bereits um kurz vor 13 Uhr damit, die Buche zu entasten. Stück für Stück entfernt der Fachmann die ausladenden Äste des Baumes und arbeitet sich weiter bis zur Krone vor.

Freie Fahrt: Schneller als erwartet konnte Mittwochmittag die Autobahn wieder freigegeben werden. Foto: Andreas Großpietsch - © Andreas Großpietsch
Freie Fahrt: Schneller als erwartet konnte Mittwochmittag die Autobahn wieder freigegeben werden. Foto: Andreas Großpietsch (© Andreas Großpietsch)

Um 13.08 Uhr kappt der Mann, dessen Name offensichtlich Berufung ist, mit seiner Einhandsäge die Spitze des Baumes und den oberen Stammbereich. Nur kurz verstummt zwischenzeitlich der Sägenlärm, als Gärtner die Äste befreit, die sich in den Zweigen der anderen Bäume aufgehängt hatten und seine Fällsäge aus dem Lkw holt. Mit deutlich mehr PS und längerem Schwert schneidet der Mitarbeiter des Forstbetriebes den stattlichen Stamm Stück für Stück herunter. Der Rest der Buche, nun völlig unkritisch für die nahegelegene Autobahn, kann möglicherweise als Totholz stehenbleiben und künftig als wertvoller Lebensraum dienen.

Bereits kurz nachdem Michael Gärtner wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, rollten bereits wieder die ersten Fahrzeuge über die Autobahn – viel, viel schneller, als ursprünglich gedacht.

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