Vereinsheim des SC Halle kurz vor der Fertigstellung

Jahreshauptversammlung: Die Mitglieder des SC Halle haben den geschäftsführenden Vorstand einstimmig wiedergewählt. Die Entscheidung für ihren Vorsitzenden Wolfgang Rehschuh fällt originell aus.

Ekkehard Hufendiek

Bald fertig: Der Neubau des SC Halle-Vereinsheimes schreitet voran. Das Wetter spielt bislang gut mit. Ende Mai sind die Räume bezugsfertig. - © Ekkehard Hufendiek
Bald fertig: Der Neubau des SC Halle-Vereinsheimes schreitet voran. Das Wetter spielt bislang gut mit. Ende Mai sind die Räume bezugsfertig. (© Ekkehard Hufendiek)

Halle. Der Wahlleiter Manfred Gandelheid hat über den Vorstand des Sport-Clubs Halle laut ausgesprochen, was wohl die meisten Anwesenden nur im Stillen dachten: „Ihr ward in den vergangenen zwei Jahren spitze." Von den Mitgliedern gab es zustimmendes Klopfen auf die Tische. 2018 war tatsächlich ein sehr gutes Jahr aus Sicht des Vereines. 2019 könnte für den SC Halle sogar noch viel besser werden.

Ehrung: Hauptkassierer Werner Alberding (links) und der stellvertretende Jugendfußballleiter Ulrich Stricker sind für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz besonders gewürdigt worden. - © Ekkehard Hufendiek
Ehrung: Hauptkassierer Werner Alberding (links) und der stellvertretende Jugendfußballleiter Ulrich Stricker sind für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz besonders gewürdigt worden. (© Ekkehard Hufendiek)

Das hat mehrere Gründe: Erstens ist der Verein 100 Jahre alt geworden und eine große Jubiläumsfeier steht an, zweitens bekommt der Verein ab Mitte März einen neuen SC-Halle-Bulli, drittens wird der Bau des neuen Vereinsheim am 31. Mai abgeschlossen sein, und viertens soll daneben der neue Sportplatz am 30. September fertiggestellt sein. Die Einweihung des benachbarten Kunstrasenplatzes ist indes erst für das zweite oder dritte Quartal 2020 geplant.

Beiträge für 2020 leicht angehoben

Wahlleiter Gandelheid war sich der Bedeutung der bevorstehenden Vorstandsarbeit wohl bewusst. Denn er ließ nicht etwa per Handzeichen über die Wiederwahl des Vorsitzenden Wolfgang Rehschuh entscheiden, sondern verlangte eine Zustimmung in außergewöhnlicher Form: „Wer für Wolfgang ist, der steht bitte auf!", sagte er. Und alle Mitglieder erhoben sich prompt von ihren Plätzen. Die einstimmige Wiederwahl kommentierte Gandelheid als Mitglied des Ältestenrates mit einem reizenden Hinweis in Richtung Rehschuh: „Mein lieber Junge, ehe du so an meine Zahlen kommst, musst du noch ein paar Jahre machen."

Im Amt bestätigt: Der Stellvertretende Geschäftsführer Rainer Lütjerath (von links), der Zweite Vorsitzende Matthias Reich, der Stellvertretende Geschäftsführer Ingo Engelstädter, der Dritte Vorsitzende Thomas Deppe, der Erste Vorsitzende Wolfgang Rehschuh, der Hauptkassierer Werner Alberding, der Geschäftsführer Matthias Kamann und der Schriftführer Liborius Rzeha lenken für zwei weitere Jahre die Geschicke des SC Halle. - © Ekkehard Hufendiek
Im Amt bestätigt: Der Stellvertretende Geschäftsführer Rainer Lütjerath (von links), der Zweite Vorsitzende Matthias Reich, der Stellvertretende Geschäftsführer Ingo Engelstädter, der Dritte Vorsitzende Thomas Deppe, der Erste Vorsitzende Wolfgang Rehschuh, der Hauptkassierer Werner Alberding, der Geschäftsführer Matthias Kamann und der Schriftführer Liborius Rzeha lenken für zwei weitere Jahre die Geschicke des SC Halle. (© Ekkehard Hufendiek)

Die Mitglieder bestätigten neben Wolfgang Rehschuh sieben weitere Personen in ihren Vorstandsämtern – einstimmig. Damit lenkt künftig der gesamte alte geschäftsführende Vorstand des SC für zwei weitere Jahre die Geschicke des Vereines, der mit fast 1.600 Mitgliedern einer der größten Breitensportanbieter im Altkreis ist. Obwohl eigentlich nur zum Wahlleiter bestimmt, nutzte Manfred Gandelheid zuvor die begrenzte Zeit am Mikrofon für einen rührigen Appell: „Ich möchte in den nächsten Jahren die Mitgliederzahl 2.000 ausrufen. Lasst uns gemeinsam da rangehen – an die Ehre des Einzelnen."

In allen Abteilungen vom Fußball bis zum Jazztanz hat der Verein im vergangenen Jahr rund 120.000 Euro ausgegeben. Den Ausgaben stehen Einnahmen in Höhe von rund 124.000 Euro gegenüber. Das ergibt ein Plus von 4.000 Euro. Doch Vorsitzender Wolfgang Rehschuh ließ sich davon nicht blenden: „Wir schaffen es nicht ohne Zuschüsse", sagte er und wies da-rauf hin, dass ohne die zahlreichen Spenden ein Minuszeichen vor der Bilanzsumme stehen würde. Es sei aber „unseriös", sagte er, wenn der Verein nicht aus eigenen Mitteln wirtschaftlich sei. Daher stimmten die Mitglieder dem Antrag einer spartenbezogenen Beitragserhebung zu, um die „Verursacherkosten" genauer decken zu können. Außerdem stimmten sie einer sechsprozentigen Beitragserhöhung für alle SC-Mitglieder ab dem 1. Januar 2020 zu. Das heißt: Zahlt ein erwachsenes Mitglied bislang 84 Euro pro Jahr, werden im nächsten Jahr mindestens 89 Euro fällig.

Das neue Vereinsheim wird unter anderem einen Multifunktionsraum besitzen, der durch einen eingebauten Schwingboden neue Kursangebote möglich macht. Außerdem steht dem Hauptkassierer Werner Alberding künftig ein eigenes Büro zur Verfügung. Des Weiteren ermöglicht eine neue Küche die Bewirtung von bis zu 60 Leuten. Doch bis zur Einweihungsfeier des Vereinsheims schwingt im Hintergrund bei den SClern vermutlich immer etwas Sorge mit: Ein Vollbrand in einer Juninacht hatte 2017 den ersten Rohbauversuch völlig zerstört. Schock und Frustration sitzen offenbar tief. „Den Feuerteufel hat man bis heute nicht gefasst", erinnerte Wolfgang Rehschuh.

Fest steht: Der SC Halle steht vor einem Neuanfang und die SCler haben dieses Jahr viel zu feiern. Den Höhepunkt bildet eine große Gala zur 100-Jahr-Feier am 8. November in der Gesamtschule. Wolfgang Rehschuh zeigte sich trotz der bevorstehenden Arbeit entspannt. Er appellierte an die Mitglieder, den Verein weiter gut zu unterstützen und damit „Halle zu einem gemütlichen Heimatstädtchen werden zu lassen".

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