Vierzügigkeit der Gesamtschule ist gefährdet

Anmeldezahlen: 82 Grundschüler wechseln an die Masch. Auch das KGH verzeichnet einen Rückgang

Heiko Kaiser

Rückläufige Zahlen: Die Masch bekommt im Sommer 82 Schüler dazu - neun weniger als im laufenden Schuljahr. - © Ulrich Fälker
Rückläufige Zahlen: Die Masch bekommt im Sommer 82 Schüler dazu - neun weniger als im laufenden Schuljahr. (© Ulrich Fälker)

Halle. Es war ein zahlenmäßig schwacher Jahrgang. Nachdem 2018 noch 202 Schülerinnen und Schüler die Haller Grundschulen verlassen haben, wird diese Zahl 2019 auf 175 sinken. Aus diesem Grund verzeichnen die weiterführenden Schulen in Halle erwartungsgemäß einen Rückgang der Anmeldezahlen. 82 Kinder wollen demnach zum Schuljahr 2019/2020 zur Gesamtschule wechseln. Damit wird es in der neuen Jahrgangsstufe fünf neun Schüler weniger geben als im laufenden Schuljahr.

Obwohl der Anmelderückgang prozentual in etwa mit dem Rückgang an Viertklässlern korreliert, sieht Schulleiterin Almuth Burkhardt-Bader noch andere Gründe, die dazu führten. „Die vorgezogene Anmeldung an der PAB-Gesamtschule hat uns sicher Schüler gekostet", sagt sie.

Außerdem würde durch den Rückgang zum G9 ein Argument für eine Gesamtschulentscheidung wegfallen. „Erschwerend kommt hinzu, dass diese Landesregierung mit ihrer Politik ein gegliedertes Schulwesen protegiert", sagt die Schulleiterin.

Bis zu den Sommerferien könnten noch Anmeldungen folgen

Zur PAB-Gesamtschule mit den Standorten Werther und Borgholzhausen gehen laut deren Leiterin Ulla Husemann nach den Sommerferien neun Fünftklässler aus Halle. 31 bisherige Haller Grundschüler zieht es zudem zur Realschule in Steinhagen.

Kritisch bemerkt Burckhardt-Bader weiter, dass die Anstrengungen, die die Schule im vergangenen Jahr hinsichtlich der Verbesserung des Images unternommen habe, nicht in dem Maße wie gewünscht bei den Eltern angekommen sind. „Wir sind beispielsweise in alle Grundschulen gegangen. Zu den Minttagen waren sämtliche vierten Klassen hier", nennt sie zwei Beispiele.

Wie viele fünfte Klassen es im kommenden Jahr geben wird, darauf will sich Almuth Burkhardt-Bader noch nicht festlegen. Mit 82 Schülern ist die Vierzügigkeit allerdings stark gefährdet. „Ich gehe aber davon aus, dass dies noch nicht der letzte Stand ist. Erfahrungsgemäß kommt es bis zu den Sommerferien immer noch zu weiteren Anmeldungen", sagt sie.

Am Kreisgymnasium wird es drei große Klassen geben

Was die Zügigkeit des kommenden Jahrgang angeht, legt sich KGH-Schulleiter Markus Spindler hingegen eindeutig fest. „Es wird drei große Klassen geben", sagt er. 88 Kinder wurden von ihren Eltern für den kommenden fünften Jahrgang angemeldet. Die jetzige Klasse fünf besuchen 110 Kinder. Für die Oberstufe verzeichnete das Kreisgymnasium nur vier externe Anmeldungen. „Das ist extrem wenig", sagt Spindler. Einen wesentlichen Grund dafür sieht er in der Konkurrenz des Berufskollegs, das mittlerweile mehrere Abiturbildungsgänge anbietet.

Von den neu angemeldeten 88 Schülern kommen 62 aus Halle, 16 aus Borgholzhausen, je vier aus Steinhagen und Versmold. Wenn man davon ausgeht, dass alle 82 Anmeldungen an der Gesamtschule aus dem Haller Stadtgebiet kommen und man die 62 neuen Haller Fünftklässler am Kreisgymnasium hinzuzählt, bedeutet das, dass 31 Kinder aus Halle an auswärtige Schulen wechseln. Das sind 17,7 Prozent aller Viertklässler. 2018 betrug die Quote noch 26,7 Prozent.

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