Närrinen feiern im Rathaus

Weiberfastnacht: Auch in der hiesigen Diaspora wird Karneval gefeiert. Die Künsebecker Närrinen hatten beim Sturm auf den Amtssitz der Bürgermeisterin am Donnerstag wenig Mühe

Max Maschmann

Konfettiregen: Mit ihren schrillen Outfits waren die Jecken auf ihrer Tour durch Halle ein echter Hingucker. - © Max Maschmann
Konfettiregen: Mit ihren schrillen Outfits waren die Jecken auf ihrer Tour durch Halle ein echter Hingucker. (© Max Maschmann)

Halle. Der Widerstand brach schnell. Es dauerte nur wenige Augenblicke, da hatten Jürgen Keil und einige weitere Verwaltungsmitarbeiter dem Ansturm der Närrinnen der Karnevalsgesellschaft Künsebeck am Donnerstag nichts mehr entgegenzusetzen. Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann musste traditionell den Schlüssel zu ihrem Amtssitz herausgeben – und erhielt im Gegenzug ein Modell aus Brotteig. Das Rathaus war in die Hände der Jecken gefallen.

Erbeutet: Sylvia Farthmann mit der Krawatte von Jürgen Keil. - © Max Maschmann
Erbeutet: Sylvia Farthmann mit der Krawatte von Jürgen Keil. (© Max Maschmann)

Nachdem die Närrinen Keil und Co. um ihre Krawatten erleichtert hatten, ging es im Saal des Gebäudes weiter. Dort, wo sonst die Politiker über die Zukunft der Lindenstadt verhandeln, wurden nun Berliner sowie Sekt gereicht. Verantwortlich dafür, dass das närrische Treiben so richtig auf Hochtouren kam, waren die »Künskerle«. Die Musiker zündeten im Rathaus eine musikalische Rakete nach der nächsten. „Dat is jeil", schmetterten die gut 50 anwesenden Narren den kölschen »Brings«-Hit.

Auch einige Gassenhauer der »Höhner« zählten selbstverständlich zum musikalischen Angebot der »Künskerle«. „Wir sind für die Liebe gemacht, heute Nacht, heute Nacht", ließen die Rathaus-Stürmer ihr Publikum wissen, zu dem natürlich auch Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann zählte. Manche Närrinen zog es in ausgelassener Stimmung wieder auf die Tische. Wie im Vorjahr mussten sie auch diesmal für ein Tänzchen herhalten.

Weiberfastnacht in Halle


Bevor die Närrinen das Rathaus gestürmt hatten, waren sie mit ihrem Umzugswagen in der Lindenstadt unterwegs. Dieses Jahr steht das närrische Treiben – und so auch der Umzugswagen selbst – unter dem Motto »60 Jahre schrill und bunt – in Künsbeck geht’s richtig rund«. Los ging es am Landhotel Jäckel. Die Route führte dann etwa zu Kindergärten, der Grundschule Gartnisch, dem Marienheim oder zum Marktkauf Speicher.

Weiter geht es mit dem närrischen Treiben der Karnevalsgesellschaft übrigens am Samstag, 9. März, um 19.11 Uhr bei Jäckel mit dem 60. Kehraus. Zum hochkarätigen Programm zählt etwa Comedian und Büttenredner Martin Schopp.

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