Bestes Jahr der Geschichte bei Süßwarenhersteller Storck

Die Perspektiven des Haller Unternehmens sind glänzend – mitten in der Branchenkrise

Marc Uthmann

Dank eines Schoko-Nuss-Riegels liegt Storck auf Rekordkurs. - © picture alliance
Dank eines Schoko-Nuss-Riegels liegt Storck auf Rekordkurs. (© picture alliance)

Halle. Denn der deutsche Markt für Süßwaren ist 2018 nach Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) um 0,5 Prozent geschrumpft. „Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal erlebt habe", sagt Axel Oberwelland, geschäftsführender Gesellschafter von Storck.

Die Gründe für den Rückgang im Konsum sind für den Unternehmer im extrem heißen und langen Sommer zu suchen: „Als erstes verzichten die Menschen auf Schokolade, dann konsumieren sie keine Zuckerwaren mehr, irgendwann lassen sie auch das Eis weg und trinken nur noch Wasser." Was für die Branche betrüblich war, tangierte sein Unternehmen kaum: Denn Storck hat in Deutschland gegen diesen Trend um 7,1 Prozent zugelegt. Zwar mag Oberwelland über den Gesamtumsatz wie gewohnt nicht sprechen, konservativ geschätzt dürfte er mit dem nächsten Rekordjahr aber auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen sein.

Knoppers-Nussriegel bleibt weiter Trumpf

Ein wesentlicher Grund für diesen Erfolg ist der Knoppers-Nussriegel, den Storck bereits 2017 eingeführt hatte, der aber weiterhin durch die Decke geht. Um 44 Prozent legte der Umsatz der Knoppers-Produktfamilie in Deutschland zu, damit eroberten die Haller weitere 2,8 Prozent Marktanteil auf dem deutschen Riegelmarkt. Schon 2018 hatte Knoppers die 100-Millionen-Euro-Umsatzgrenze geknackt, die Dynamik hat seither nicht nachgelassen.

Erfolgreiche Neueinführungen seien ein Teil des Erfolgsrezeptes, die Stärkung bestehender Marken wie Merci, Mamba oder Toffifee der andere. Und dafür investiert Storck mächtig. Bei 130 Millionen Euro lag das Werbebudget 2018, mit der gleichen Summe will sich der Süßwarenhersteller auch 2019 öffentlichkeitswirksam in Szene setzen. „Damit sind wir die Nummer zwei nach Ferrero auf dem deutschen Markt", sagt Axel Oberwelland.

Der Konzern richtet den Blick nach vorne

Und auch im Bereich der Frucht- und Schaumgummi-Produkte stärken die Haller, die zudem Standorte in Berlin und im thüringischen Ohrdruf unterhalten und gut 6.000 Mitarbeiter beschäftigen, ihre Position. „Die erfolgreiche Einführung des Produktes Happies hat unseren Platz zwei im deutschen Markt hinter Haribo gefestigt. Damit sind wir jetzt auch größer als die beiden Wettbewerber Mederer und Katjes zusammen", berichtet Axel Oberwelland.

Zwar verkünde er diese Erfolge gern, sagt der 52-Jährige, „aber bisher haben wir nur bewiesen, dass wir nicht komplett verblödet sind". Der Unternehmer liebt es hörbar, mit dem ostwestfälischen Understatement zu kokettieren, um den Blick dann nach vorn zu richten: 60 Millionen Euro wird Storck 2019 allein am Stammsitz in Halle investieren, wo die Mitarbeiterzahl dann auf mehr als 3.000 wachsen dürfte. Und das schnell, denn „der Ausblick ist derzeit sehr erquicklich", betont Axel Oberwelland. Selbst das Klima kann Storck momentan nicht stoppen.

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