Haller Stadtrechte: Der König wollte kassieren

300 Jahre: Historiker nehmen das Jubiläum zum Anlass, die Verleihung intensiver zu beleuchten. Der Herrscher der Grafschaft Ravensberg hatte steuerliche Interessen

Marc Uthmann

Region im Wandel: Die Preußen veränderten mit ihrer Steuerpolitik vor 300 Jahren das Ravensberger Land. - © Ulrich Fälker
Region im Wandel: Die Preußen veränderten mit ihrer Steuerpolitik vor 300 Jahren das Ravensberger Land. (© Ulrich Fälker)

Altkreis Halle. 300 Jahre Stadtrechte für Halle, Versmold, Werther und Borgholzhausen sind in diesem Jahr nicht nur Grund zum Feiern, sondern bieten auch einen Anlass für den fachkundigen Blick auf die Geschichte. Ein Eldorado für Historiker und inte-ressierte Laien tut sich da am Samstag, 23. März, im Stadtarchiv Bielefeld auf.

»300 Jahre Stadtrechte – Stadtrechtsverleihungen und Steuerpolitik in Ravensberg unter König Friedrich Wilhelm I« lautet der Titel der Tagung, zu welcher der Historische Verein für die Grafschaft Ravensberg und die Historische Kommission für Westfalen am Samstag, 23. März, einladen.

Der preußische Regent (1713–1740) machte die vier Altkreiskommunen sowie Bünde, Enger, Preußisch Oldendorf und Vlotho nicht nur zu Städten – er führte gleichzeitig auch die sogenannte Akzise ein, eine indirekte Verbrauchssteuer, die wie ein Binnenzoll wirkte. Die Referenten der Tagung werden sich mit den Auswirkungen der preußischen Steuerpolitik für die heimischen Städte ebenso beschäftigen wie mit den Auswirkungen der Stadtrechte auf ihre Entwicklung zu kleinen Zentren. Die Tagung soll, so wünschen es sich die Gastgeber, „das historische Regionalbewusstsein stärken und die interkommunale Kulturarbeit fördern."

Elf Vorträge sind geplant

Das liegt natürlich auch zwei Historikern aus dem Altkreis besonders am Herzen. Dr. Katja Kosubek vom Museum Haller ZeitRäume wird über das Beispiel der Lindenstadt unter dem spannenden Titel »Es regiert der kalte Rechengeist« referieren, und zwar am Samstagnachmittag ab 14.45 Uhr. Dr. Rolf Westheider, Stadtarchivar von Versmold und Borgholzhausen, spricht ab 16 Uhr über »Ein Muster-Städtchen im Linnen-Ländchen? Versmolds Entwicklung nach der Stadtrechtsverleihung von 1719«.

Insgesamt soll die Tagung vom Begrüßungskaffee um 9 Uhr bis zum Ende der Abschlussdiskussion um 18 Uhr dauern. Es wird insgesamt elf Vorträge von Wissenschaftlern aus dem Altkreis, Münster, Senden und Bielefeld geben.

Unter anderem wird es um das brandenburgisch-preußische Minden-Ravensberg im 17. und 18. Jahrhundert, Bielefeld und die Akzise sowie die jüdische Bevölkerung in den Landstädten Ravensbergs gehen.

Anmeldungen sind bis zum 15. März möglich

Anmeldungen für den Tag im Zeichen der Geschichte im Bielefelder Stadtarchiv, Kavalleriestraße 17, sind bis Freitag, 15. März möglich. Wer Interesse hat, kann einfach eine E-Mail an hiko@lwl.org schreiben. Das Kaffeetrinken ist für angemeldete Gäste kostenfrei, eine Teilnahme am Mittagessen ist nur nach Anmeldung möglich, Gutscheine für fünf Euro sind dabei zu erwerben. Die Tagung selbst kostet die Teilnehmer nichts.

www.historische-kommis sion.lwl.org/de

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