Begräbniswald in Tatenhausen stößt auf Kritik von der Kirchengemeinde

Gegenwind aus der Kirchengemeinde: Die Idee von Benedikt Freiherr Teuffel von Birkensee stößt auf Kritik. Eine Entscheidung fällt Mitte März

Uwe Pollmeier

Schlicht: Die Urnenbestattung auf dem Friedhof ist pflegeleicht. Es fehlt jedoch die typische Waldatmosphäre. - © Uwe Pollmeier
Schlicht: Die Urnenbestattung auf dem Friedhof ist pflegeleicht. Es fehlt jedoch die typische Waldatmosphäre. (© Uwe Pollmeier)

Halle. Der interne Kirchenausschuss der evangelischen Kirchengemeinde hat sich gegen einen im Tatenhauser Forst geplanten Begräbniswald ausgesprochen. Den acht Mitgliedern, bestehend aus Vertretern des Presbyteriums, der Friedhofsverwaltung und Pfarrer Burkhard Steinebel, sei klar geworden, dass die Idee von Benedikt Freiherr Teuffel von Birkensee eine potenzielle Konkurrenz darstelle.

„Ausgehend von 50 bis 100 Bestattungen im Begräbniswald, müssten wir für unseren Friedhof mit einem Minus von bis zu 15 Prozent rechnen", erklärt Steinebel. Da keine Kirchensteuer in den Friedhofsbetrieb fließen dürfe, müsse man das Finanzloch durch Gebührenerhöhungen oder Personalabbau stopfen. Ebenso dürfe ein kirchlicher Friedhof auch keine Gewinne erwirtschaften.

Steinebel ist bewusst, dass sich die Bestattungskultur verändert: „Die Angehörigen wollen oft pflegeleichte Lösungen", sagt der Pfarrer. Mit den Urnengräbern auf der Rasenfläche an der Friedhofskapelle gebe es bereits ein passendes Angebot. „Ansonsten haben wir genügend Friedhöfe und durch die steigende Anzahl von Urnenbestattungen auch ausreichend Freiflächen."

Nur positive Rückmeldungen

Benedikt Freiherr Teuffel von Birkensee, der die letzten Ruhestätten auf seinem Areal in Abstimmung und mit Zustimmung der Stadt eigenverantwortlich errichten und betreiben möchte, mochte zum Stand der Dinge nichts sagen. „Dies ist ein aktuelles Verfahren, dazu äußere ich mich nicht", sagte Teuffel von Birkensee. Er verwies auf die Sitzung des Hauptausschusses am 13. März. Er selbst habe aus der Bevölkerung bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. „Die Entscheidung fällt aber einzig und allein der Ausschuss", sagte Teuffel von Birkensee.

Der interne Friedhofsausschuss hat sein Ergebnis am Anfang der Woche mit in die Sitzung des gemeinsamen Friedhofsausschusses genommen. Dieser besteht aus fünf der acht Vertreter des internen Friedhofsausschusses sowie ebenso vielen städtischen Vertretern. Über das Ergebnis dieser Sitzung wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart. Sicher ist nur, dass die beiden Abstimmungsergebnisse der Friedhofsausschüsse den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses bekannt sein werden, wenn sie sich in drei Wochen zur Sitzung treffen. „Wir haben allerdings keine Entscheidungsbefugnis", stellt Steinebel klar. Die Standpunkte können somit nur als Orientierungshilfe dienen. Die Ausschussmitglieder können frei entscheiden und müssen diese nicht befolgen.

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