Anträge abgeschmettert: Anwohner der Alleestraße lassen nicht locker

Weitere Vorgehen besprochen: Während eines Arbeitstreffens diskutieren die Anwohner darüber, wie man nach dem Abschmettern der Anträge im Verkehrsausschuss weiter agieren soll

Uwe Pollmeier

Auswirkungen: Aktuelle Zahlen belegen, dass der Verkehr auf der Alleestraße seit der Eröffnung des A 33-Teilabschnitts zugenommen hat. Auf dem Künsebecker Weg wurde es aber ruhiger. Foto: Uwe Pollmeier - © Uwe Pollmeier
Auswirkungen: Aktuelle Zahlen belegen, dass der Verkehr auf der Alleestraße seit der Eröffnung des A 33-Teilabschnitts zugenommen hat. Auf dem Künsebecker Weg wurde es aber ruhiger. Foto: Uwe Pollmeier (© Uwe Pollmeier)

Halle. Der Ausgang der jüngsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses war für die Mitglieder der Bürgerinitiative Alleestraße eher ernüchternd. Drei Anträge wurden gestellt, alle drei wurden praktisch ohne Diskussion und nur mit kurzen Begründungen abgeschmettert. „Mit unseren Argumenten hat sich die Mehrheit im Ausschuss nicht auseinandergesetzt", sagte Helmut Rose als Sprecher der Initiative beim jüngsten Arbeitstreffen nur drei Tage nach der Sitzung in der Mensa des Schulzentrums Masch.

Die Mitglieder zeigten sich bei ihrer Versammlung im Hotel Hollmann verärgert, steckten aber keineswegs den Kopf in den Sand. „Unseren Wunsch nach Aufstellung eines Generalverkehrsplanes mit der Begründung herabzusetzen, wir hätten einen altertümlichen Begriff benutzt, ist frech", sagte Rose mit Blick auf die Äußerung von Bauamtsleiter Jürgen Keil, der solch einen Plan als nicht mehr zeitgemäß einstufte. „Diese Bezeichnung wird auch heute noch genutzt, so etwa im Landkreis Gifhorn", stellte Rose nun beim Arbeitstreffen klar.

Zudem fordere man weiterhin gerichtsfeste Zählungen und somit die Erhebung solider Daten als Grundlage solch eines neu zu erstellenden Planes. Aktuelle Zahlen belegten, dass der Verkehr auf der Alleestraße deutlich zugenommen hat. Auf dem Künsebecker Weg zeige hingegen die Tempo-30-Zone Wirkung. Die Zahlen der motorisierten Verkehrsteilnehmer gingen zurück, da man sie, so Rose, vergrämt habe.

Als Vorbild für einen Verkehrsentwicklungsplan nennt der Sprecher der Bürgerinitiative das Münchener Modell. Dieser wurde in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren und bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen gemeinsam mit Bürgern, Stadtrat und den betroffenen Verbänden diskutiert und erarbeitet.

Von solch einem Ablauf könne man in Halle wohl nur träumen. Rose stellte klar, dass bereits im September 2006 im Rat beschlossen worden war, einen Verkehrsentwicklungsplan aufzustellen. „Der Plan wurde 2008 öffentlich vorgestellt, aber ohne Beteiligung der Bürgerschaft erarbeitet", sagte Rose. Zu den beteiligten Gruppen habe ihm die Verwaltung keine Angaben gemacht. Zudem sei der Plan nie auf der Homepage einsehbar gewesen, so dass er nur auf Nachfrage vorgelegt wird. Daraus resultierend stellt Rose in Frage, ob eine Lärmschutzwand am Künsebecker Weg wirklich notwendig war, da schon damals das Umsetzen des Ortsschildes wegen der Neubaugebiete Weidenkamp und Gartnischkamp absehbar gewesen sei.

Für die Zukunft plant man seitens der Bürgerinitiative Alleestraße eine Internetseite, um die Öffentlichkeit zu informieren, eine Informationskampagne zum Nahmobilitätskonzept sowie die Prüfung eines Bürgerbegehrens.

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