Der Kaiserschmarrn: Auch Gerry Berry geht in die Insolvenz

Heiko Kaiser nimmt das Geschehen im Altkreis aufs Korn

Heiko Kaiser

Der Kaiserschmarrn - © HK Logo
Der Kaiserschmarrn (© HK Logo)

Wieder hat die Kaiserschmarrn-Redaktion Anfragen von Lesern erhalten, die sie hiermit beantwortet.

Gunnar R.:Für die Teilnahme an Klimademonstrationen kassieren SchülerInnen des Kreisgymnasiums unentschuldigte Fehlstunden und die Note sechs in mündlicher Beteiligung? 2012 gab das KGH für die Demonstration Pro A 33 in Halle ihren Schülern hingegen frei. Ist das nicht ungerecht?

Sie wollen doch nicht ernsthaft die beiden Ereignisse miteinander vergleichen? Das sind, wie der KGH-Leiter in einem anderen Zusammenhang richtig sagte, doch zwei Paar Schuhe. Auf der einen Seite demonstrieren gestandene Bürgerinnen und Bürger, auf der anderen Schüler, die noch lernen müssen, was wirklich wichtig ist und wie man sich in diese Gesellschaft einzufügen hat. Und ich frage Sie mal ganz offen: Ist es nicht sinnvoller, für ein konkretes handfestes und realisierbares Projekt wie eine Autobahn einzutreten, durch die sie ganz konkret neun Minuten schneller nach Bielefeld kommen, als für ein ideelles Ziel, wie vage Klimamaßnahmen zu demonstrieren, von denen man nicht einmal ganz sicher weiß, ob sie den Planeten überhaupt noch retten können? Ich sage Ihnen: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.

Svenja G.: Die Junge Union hat gesagt, mit Schulschwänzen, den Klimawandel zu bekämpfen, ist in etwa so sinnvoll, wie mit dem Staubsauger durch die Sahara zu laufen. Was ist damit gemeint? Ich verstehe das nicht.

Heiko Kaiser - © N. Donath
Heiko Kaiser (© N. Donath)

Das können Sie auch nicht. Denn es hat ja die Junge Union gesagt. Als Nachwuchsorganisation der Christdemokraten versucht sie manchmal, wie die Bibel, in Bildern und Gleichnissen zu sprechen. Und das geht halt sehr oft daneben. Die Kaiserschmarrn-Redaktion hat lange diskutiert, Fotos von Staubsaugern und aus der Sahara betrachtet und ist schließlich zu dem Schluss gekommen, dass dieser Vergleich nicht nachzuvollziehen ist. Wir schlagen daher vor, ihn durch folgenden Satz zu ersetzen: Der Jungen Union versuchen zu erklären, dass ohne Widerstand und Aufbegehren der Jugend kein Wandel stattfindet, ist etwa so sinnvoll, wie einem Koalabären die Bridgeregeln beibringen zu wollen.

Helga S.: Ich mache mir Sorgen um das Maskottchen der Gerry Weber Open, den Gerry Berry. Ist auch er von der Insolvenz betroffen? Wird er gut versorgt oder muss er Hunger leiden?

Wir haben uns beim Unternehmen erkundigt. Auch für die Gerry Berry AG ist tatsächlich Insolvenzantrag gestellt worden. Wie für andere Unternehmensteile gilt auch hier: Die Finanzierung von Verpflegung und Unterkunft ist für die kommenden zwei Jahre gesichert. Das Insolvenzverfahren ermöglicht aber eine leichtere Kündigung für angemietete Käfige und Pfleger. Allerdings, und das erschwert die Angelegenheit in diesem Fall erheblich, hat das zuständige Veterinäramt eine Inkontinenzprüfung bei Gerry Berry angeordnet. Wie uns die Behörde erklärte, besteht der begründete Verdacht, dass Gerry Berry in der Vergangenheit mehrfach sogenannte Inscheidergeschäfte erledigt hat. Das sei nicht erlaubt und verstoße gegen die Hygieneverordnung, erklärte das Amt. Aus diesem Grunde werde das gesamte Fell auf Hinweise untersucht. Ob Gerry Berry jemals wieder den Center Court betreten darf, ist daher unklar.

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